Luc Conrads letztes Stündlein hat geschlagen – bereits zwei Nachfolgeserien in Arbeit

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Mike Müller als Bestatter Luc Conrad: Im Januar 2019 ermittelt er zum letzten Mal. © Sava Hlavacek/SRF

«No Billag = No Bestatter», hiess es vor ein paar Monaten noch auf unzähligen Abstimmungsplakaten. Zwar wurde die Billag gerettet, doch die erfolgreiche Fernsehserie «Der Bestatter» nun wird trotzdem eingestellt.

Wie das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) am Montag mitteilte, beginnt am kommenden Sonntag, 17. Juni, der Dreh zur siebten und letzten Staffel. Hauptdarsteller Mike Müller darf in der Rolle des Bestatters Luc Conrad noch ein letztes Mal ermitteln – danach ist Schluss.

«Wir haben uns mit Mike schon seit längerem über den idealen Zeitpunkt unterhalten, um aufzuhören», sagt Urs Fitze, der bei SRF die Filme- und Serienabteilung leitet. «Ihn zu finden, war nicht einfach. Aber wir sagten uns: Lieber zu früh als zu spät.» Man soll nicht erst aufhören, wenn die Zuschauer weglaufen, sondern wenn's am schönsten ist, findet Fitze.

Die Absetzung von «Der Bestatter» soll nun Raum für neue Projekte schaffen. «Ein regelmässiges Engagement wie bei einer solchen Serie lässt den Darstellern wenig Zeit für andere Angebote», erklärt Fitze. «Unser Cast ist zwar traurig über das Ende des ‹Bestatters›, es eröffnet ihnen aber auch Chancen auf Neues.»

Zwei Nachfolgeserien in Arbeit
Die Vermutung, dass «Der Bestatter» auch aus Spargründen eingestellt wird, verneint Fitze. «Im Gegenteil: SRF will im Bereich Fiktion ausbauen und mehr Serien machen.» Das Versprechen nach Innovation, das von SRF im Vorfeld der No-Billag-Abstimmung geäussert worden war, werde auch im Serienbereich Ernst genommen.

Fitze verspricht: «Ab 2020 werden wir dem Publikum etwas Neues bieten.» Dann soll die nächste grosse SRF-Serie, die bereits in Arbeit ist, über die Fernsehbildschirme flimmern. «Es wird eine historische Serie sein, die in der Schweiz spielt, und zwar unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg», verrät Fitze.

Und: «Wir suchen in den kommenden Monaten nach einem weiteren Krimi-Projekt neben ‹Wilder›.» Wer die beiden Serienformate entwickelt und welche Darsteller für sie in Frage kommen, ist noch top secret.

Es sei aber durchaus denkbar, so Fitze, dass einige der talentierten Menschen hinter dem «Bestatter» wieder involviert würden. «Wir sind auch mit Mike Müller im Gespräch – nicht für die historische Serie, aber für etwas Neues.»

Es gibt ein explosives Finale
Ob die neuen Serien wieder im Kanton Aargau gedreht würden, kann Fitze noch nicht abschätzen. «An erster Stelle stehen immer die Geschichte und die Figuren, erst danach suchen wir nach dem passenden Schauplatz.»

Fitze schwärmt aber vom «Bestatter»-Kanton: «Wir wurden mit offenen Armen empfangen und hatten dort eine wahnsinnig tolle Zeit mit unvergesslichen Premieren.» Der Dreh im Kunsthaus Aarau sei sein persönliches Highlight aus den letzten fünf «Bestatter»-Jahren gewesen.

Seit dem Serienstart im Januar 2013 hat SRF insgesamt 40 Folgen produziert. «Den grossen Erfolg der Serie hatten wir damals selbst in unseren kühnsten Träumen nicht vorgestellt», blickt Fitze zurück. Doch der düstere Serieninhalt habe in Kombination mit Mike Müllers Leichtigkeit offenbar einen Nerv bei den Zuschauern getroffen.

Die letzten sechs «Bestatter»-Folgen werden im Januar 2019 ausgestrahlt, der gesamte Hauptcast um Müller, Barbara Terpoorten und Reto Stalder ist natürlich wieder dabei.

Fitze verspricht ein explosives Finale: «Luc Conrads letzter Fall hat mit Feuer und Asche zu tun – also auf gewisse Art mit dem Bestattungswesen an sich.» Mehr will Fitze noch nicht verraten, ausser dass der Fall über die gesamte Staffel dauern wird.

«Wir tauchen nochmal richtig ins Universum der Bestattungen ein.»

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