Zukunft des Strebel-Areals ungewiss: Behörden stoppten die Aufräumarbeiten

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Teilweise aufgeräumt: Das Bild entstand Anfang Juni. (Bild: Peter Riechsteiner)
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Schutt und Asche: Die abgebrannte Halle wenige Tage nach der Feuersbrunst im Februar. (Bild: Peter Rechsteiner)

Der Gemeinderat verfügte einen Baustopp, worauf die Verwalterin des Areals, die Reconsa AG, eine Bewilligung «Rückbau Brandobjekte» beantragen musste. Diese dürfte in den nächsten Tagen oder Wochen erfolgen.

Zur Erinnerung: In die Schlagzeilen kam das Strebel-Areal nach dem Grossbrand vom 21. Februar, ausgelöst durch das Hantieren mit einem Schweissbrenner. Besitzer des 23 648 Quadratmeter grossen Geländes ist der österreichische Unternehmer und Ingenieur Dr. Walter Huber. Über die Reconsa AG vermietet er die diversen Hallen und Gebäude der ehemaligen Giesserei weiter. Das garantierte ihm in den letzten Jahren einen stetigen Fluss an Mieteinnahmen – bei bescheidenen Investitionen in die renovierungsbedürftige Bausubstanz. Weil die Reconsa Brandschutzauflagen missachtete, entzog ihr die Aargauische Gebäudeversicherung (AGV) 2016 den Versicherungsschutz. Die Gebäudeversicherung wird für den beim Brand entstandenen Millionenschaden also nicht aufkommen (wir berichteten).

Bodenplatte muss drin bleiben
Einige Wochen nach dem Brand ging die Reconsa AG ans Aufräumen; ausgebrannte Autowracks wurden weggebracht. Auf Luftaufnahmen ist deutlich eine Schneise zu sehen, die mitten durch das Trümmerfeld führt. Das blieb auch dem Gemeinderat Rothrist nicht verborgen. Um sicherzustellen, dass die Reconsa die Entsorgung fachgerecht abwickelt, verhängte der Gemeinderat einen Baustopp. Danach musste die Reconsa eine Baubewilligung einreichen; sie lag bis zum 5. Juni öffentlich auf.

Einsprachen sind laut dem Rothrister Bauverwalter Walter Gloor keine eingegangen. Zudem hat der Kanton grünes Licht erteilt. Es ist davon auszugehen, dass der Gemeinderat nachzieht und das Aufräumen unter Auflagen bewilligt. Beispielsweise muss die Bodenplatte erhalten bleiben, weil diese speziell entsorgt werden muss. Wie bei allen ehemaligen Giessereien schlummern auf dem Gelände des Strebel-Areals Altlasten. Schon 1995 kam ein Gutachten zum Schluss, dass der Boden eine erhöhte Belastung an Kohlenwasserstoffen aufweist. Diese gelten als potenziell krebserregend. Das Gutachten schätzte damals die Entsorgungskosten für Boden und Bausubstanz auf 500 000 bis 600 000 Franken. Die gesamte Altlastensanierung dürfte heute aber weit mehr kosten: mindestens 2 Millionen Franken.

Planungszone als Option
Wie geht es auf dem Strebel-Areal weiter? Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht, zumal ein künftiger Investor wohl genau wissen will, mit welchen Altlasten er konfrontiert ist.

Für die Entwicklung der Gemeinde ist das Gelände absolut zentral, da sie über keine Industrieland-Reserven mehr verfügt. Gemeindeammann Ralph Ehrismann sagte letzte Woche am «Tag der regionalen Wirtschaft», dass der Gemeinderat alles daransetzen werde, auf dem Strebel-Areal hochwertige Arbeitsplätze anzusiedeln.

Bis dahin ist es ein weiter Weg, zumal der Besitzer Walter Huber gemäss Insidern bisher wenig Interesse an einem zügigen Verkauf zeigt. Als einen der nächsten Schritte könnte der Gemeinderat das ganze Areal in eine Planungszone umzonen; Baubewilligungen wären damit obligatorischen Gestaltungsplänen unterworfen, die aufzeigen müssten, welche Entwicklungsvorhaben für das gesamte Gelände bestehen.

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