Aargauer Wald wird naturnaher und einheimischer – so viel davon ist öffentlich

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Im Aarauer Wald unterwegs vom Haseberg Richtung Roggenhausen. (Bild: Alex Spichale)

Die Waldfläche von rund 49000 Hektaren gehöre zu 80 Prozent öffentlichen Waldeigentümern, heisst es im am Mittwoch veröffentlichten Bericht des kantonalen Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU). Insgesamt stehen rund 16,2 Millionen Bäume im aargauischen Wald.

Die Buche ist die häufigste Baumart, gefolgt von der Fichte. Der bewirtschaftete Wald ist gemäss Bericht weitgehend ausgeglichen aufgebaut: Die Anteile der jungen, mittleren und älteren Wälder sind nahezu ideal.

Die Wälder im Aargauer Jura sind laubholzreicher als im Mittelland. Der Privatwald zeichnet sich gegenüber dem öffentlichen Wald durch einen grösseren Laubholzanteil sowie höhere Holzvorräte aus. Im Wald ist das für die Artenvielfalt wichtige Totholz im Umfang von 16 Kubikmetern pro Hektar vorhanden.

Insbesondere Pilze und Käfer profitieren davon. In den mit einem Vertrag gesicherten Naturwaldreservaten und Altholzinseln liegt das Totholzvolumen dreimal höher.

Genug Holzvorrat

Der durchschnittliche Holzvorrat im Aargauer Wald hat sich seit 2005 nicht stark verändert und liegt bei 332 Kubikmetern Holz pro Hektare, wie im Bericht festgehalten wird. Im Wald wachsen jährlich 522000 Kubikmeter Holz nach. Dies entspricht pro Sekunde einem Holzwürfel mit der Kantenlänge von 25 Zentimetern.

Der durchschnittliche Holzvorrat ist in den Privatwäldern höher als in den öffentlichen Wäldern des Kantons. Die Privatwaldeigentümer sollen darum wie bis anhin mit Informations- und Beratungsangeboten unterstützt werden.

Einheimische Baumarten

Die Wälder sind reich an Gehölzarten und relativ naturnah aufgebaut. Von Natur aus wachsen auf den Waldstandorten des Kantons fast ausschliesslich Laubwälder. Der Nadelholzanteil ist aufgrund früherer menschlicher Einflüsse gegenüber dem Naturzustand stark erhöht, nimmt jedoch laufend ab.

Im Vergleich zur Erstinventur von vor zehn Jahren nahm die Fläche mit reinen Nadelwäldern um 27 Prozent ab. Die Fläche mit laubholzdominierten Beständen ist gleichzeitig um 6 Prozent gestiegen.

Abstimmung über Volksinitiative

Der Wald wird im Aargau zu einem umstrittenen politischen Abstimmungsthema. Die gemeinwirtschaftlichen Leistungen der Waldbesitzer sollen mit mehr Geld aus der Staatskasse entschädigt werden. Dies will die Volksinitiative "JA! für euse Wald" erreichen.

Nach dem Regierungsrat lehnte der Grosse Rat die Initiative diesen Monat mit 86 zu 32 Stimmen ab. Das Volk wird noch in Laufe dieses Jahres über das Begehren entscheiden.

Die Initiative will das Waldgesetz ändern. Im Grundsatz soll der Kanton dazu verpflichtet werden, vertraglich festgelegte "besondere Leistungen" der Waldeigentümer zu finanzieren. Auch Leistungen zugunsten der Erholung der Bevölkerung sollen finanziell abgegolten werden.

Das Begehren verlangt, dass der Kanton pro Einwohner und Einwohnerin jährlich einen Beitrag von mindestens 25 Franken entrichtet. Das ergibt einen Gesamtbetrag von 16,4 Millionen Franken pro Jahr - rund ein Prozent der Kantonssteuern.

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