Nach Einsprache von Birdlife: Weissenstein-Glaskubus bekommt Dekor, das Vögel schützt

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Der Glaskubus-Anbau bekommt ein Vogelgerechtes Dekor. © Visualisierung zvg

BirdLife Solothurn hatte gegen das Bauprojekt des Weissenstein Kurhauses Einsprache erhoben. Bauchweh bereitete der Glaskubus. Der Verband fürchtete um die Sicherheit der Vögel, welche den Weissenstein passieren.

BirdLife forderte deswegen eine weitergehende Bedeckung der Gläser im Zwischenbau und seitlich der neuen Halle mit einem Dekor. Damit sollte verhindert werden, dass die Vögel in die Scheiben fliegen.

Die Kurhaus Weissenstein AG und BirdLife sind sich bei den Auflagen einig geworden, geht aus einer Mitteilung vom Freitag hervor. In zahlreichen Besprechungen hätte die Bauherrschaft gemeinsam mit Thomas Lüthi, Präsident von BirdLife Kanton Solothurn eine bereinigte Plandokumentation erstellen und die Angaben zum Dekor nachreichen können, heisst es darin.

«Es wurde entschieden, dass ein Dekor mit Digitaldruck in Weiss innenseitig auf das äusserste Glas der 3-fach Verglasung appliziert werden soll.» Der Weissanteil betrage 6.4 % und entspreche der Forderung von BirdLife.

Diese Vogelschutz-Massnahmen wurden an folgenden Glasfassadenbereichen des Zwischenbaus und des Hauptbaus (Panorama-Halle) definiert:

  • Vollständiges Dekor 100 % bei beiden Eingangsfronten (Self-Restaurant) im Zwischenbau, eventuell Ausnahme bei den Flügeltüren (z.B. separates Dekor).
  • Vollständiges Dekor 100 % beim Hauptbau seitlich Westfassade Innenhof.
  • Halbhohes Dekor 50 % oberhalb Türsturz beim Hauptbau seitlich Ostfassade, da der untere Bereich durch die gegenüberliegende Mauer bereits gut abgedeckt ist.
  • Ohne Dekor, also offen inkl. Ecken bei der Süd- und Nordfront des Hauptbaus. Dies gemäss dem Vogelschutzdossier vom 2.8.2017, welches im Rahmen des Baugesuchs bereits abgegeben wurde.

Weitere Massnahmen wie Vorhangpakete in den Raumecken, Storen und spiegelarmes Glas werden ebenfalls im Rahmen des zusätzlichen Schutzes realisiert.

Damit die Vögel nicht vom Licht angezogen werden, sollen folgende Massnahmen ergriffen werden:

  • Keine Beleuchtung aussen vom Boden nach oben.
  • Beleuchtung als LED-Streifen entlang der Dachkante Vordach Neubau nach unten, dimmbar.
Die Mehrkosten zugunsten dieser Vogelschutzmassnahmen belaufen sich auf rund 200‘000 Franken, welche zu Lasten der Hotel Weissenstein AG gehen.

Die Bauherrschaft gibt sich überzeugt, dass dank der guten Zusammenarbeit «eine attraktive Lösung für einen soliden Vogelschutz» gefunden werden konnte. Thomas Lüthi hätte dank seinem Fachwissen die Bauherrschaft professionell im Thema Vogelschutz beraten können.

Zudem werde durch die angedachten Massnahmen den von Procap (Verband von und für Menschen mit Behinderung) geforderten Anliegen für Menschen mit Sehbehinderungen bei den Eingangsfronten nachgekommen. Auch Kinder sind durch das angebrachte Dekor noch besser davor geschützt, in die Glastüren zu laufen. (mgt/ldu)

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