Mittagstisch: Wenige, aber glückliche Gäste

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Zufriedene Nutzer des Mittagstischs in Vordemwald: Liam (l.) und Mattia mit ihrer Mutter Monika Müller. (Bild: CKI)

Die Gemeinde Vordemwald eröffnete vor rund einem Jahr den Mittagtisch in der ehemaligen Unterkunft der Jugendlobby. Jeden Dienstag und Donnerstag erhalten Kinder und Jugendliche dort eine Mahlzeit und werden durch die beiden Vordemwalder Mütter Corina Lindt und Manuela Bächle von 11:45 bis 13:30 Uhr betreut. Das Essen bereitet die Küchencrew des Pflegeheims Sennhof zu. Die Teilnehmerzahl ist seit dem Start des Angebots jedoch nicht gestiegen: Sie liegt mit sechs Kindern nur knapp über der Mindestanzahl von fünf Teilnehmern. «Ein Grundbedürfnis ist da, aber für Vordemwald ist das Angebot wohl noch sehr neu», vermutet die zuständige Gemeinderätin Nathalie Häfliger. Sie glaubt, dass der Mittagstisch zuerst noch ins Rollen kommen muss. Die Rückmeldungen der Betreuerinnen und des Sennhofs seien durchwegs positiv. «Die Zusammenarbeit hat sich gut eingespielt.» Begeistert vom Angebot seien auch die Eltern, die das Angebot nutzen.

Dies bestätigen auch Monika Müller und ihre Söhne Mattia (10) und Liam (7). Sie besuchen den Mittagstisch bereits, seit er im letzten Februar zum ersten Mal stattfand. «Ich finde es cool dort», meint Mattia. «Wir machen Spiele, zum Beispiel Fangis.» Monika Müller schätzt den Mittagstisch. Bevor die Gemeinde das Angebot lancierte, hütete ihre Mutter die Kinder. «Dass sie nun zwei Mal wöchentlich auswärts essen, bedeutet auch für sie eine Entlastung.»

Betreuerinnen bekommen Lohn
Der Preis pro Mittag und Kind liegt in Vordemwald momentan bei 19 Franken. Für Geschwister gibt es einen Rabatt von 3 Franken. In manchen anderen Gemeinden seien die Kosten durchaus tiefer, sagt Nathalie Häfliger. «Dies liegt aber meistens daran, dass die Betreuenden dort auf freiwilliger Basis arbeiten.» Die beiden Frauen, die die Kinder beim Vordemwalder Mittagstisch beaufsichtigen, gelten als Gemeindemitarbeitende und erhalten dementsprechend einen Lohn.

Die Diskussion um den Preis, der bereits vor der Lancierung ein Thema war, ist auch Monika Müller nicht entgangen. «Ich finde es richtig, dass die Betreuerinnen eine Entlöhnung dafür bekommen», meint sie. Sie könne sich aber auch gut vorstellen, dass der Preis einige Eltern davon abhalte, ihre Kinder anzumelden.

Dem stimmt Nathalie Häfliger zu. Ob die geringe Teilnehmerzahl tatsächlich mit dem Preis zusammenhängt, könne sich möglicherweise nach der morgigen Gemeindeversammlung zeigen: Dann befinden die Vordemwalder Stimmbürgerinnen und Stimmbürger über das Reglement zur familienergänzenden Kinderbetreuung. Die Gemeinde ist gesetzlich verpflichtet, Betreuungsangebote für Kinder im Primarschulalter sicherzustellen. Die Massnahmen sollen die Vereinbarkeit von Familie und Arbeit erleichtern, die sprachliche Integration von Kindern fördern und Vordemwald als attraktives Wohn- und Arbeitsumfeld erhalten. Eltern, die sich die Betreuungsangebote bislang nicht leisten konnten, können darum bei der Gemeinde finanzielle Unterstützung beantragen. Die Höhe der Subventionen hängt vom Einkommen der Erziehungsberechtigten ab. Bei einem Einkommen von 30 000 Franken gewährt die Gemeinde einen Subventionsbeitrag von 40 Prozent an die tatsächlichen Kosten der Betreuung. Der Beitrag sinkt stufenweise, sodass Eltern mit einem Einkommen von 100 000 Franken noch 10 Prozent Ermässigung erhalten. Auch für den Mittagstisch könnten anspruchsberechtigte Eltern also künftig finanzielle Unterstützung erhalten, sofern die Stimmbürger den Antrag des Gemeinderats gutheissen.

Anmeldungen für den Mittagstisch können Eltern noch bis zum 30. Juni einreichen. Die entsprechenden Formulare finden sie auf der Webseite der Gemeinde zum Herunterladen.

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