Siegerprojekt der Kantonsschule Zofingen: Ein Trickfilm gegen Raser

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Animationsfilmer Owley Samter (Mitte) diskutiert mit den Studierenden die einzelnen Szenen des Trickfilms. CKI
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Ausgezeichnet von der Fachstelle jumpps für Jungen- und Mädchenpädagogik: Eduard Ramadani, Yannik Schnider, Lynn Isch und Lehrer Marc Hayoz (v. l.)

«Ein Storyboard ist kein Kunstwerk – da dürft ihr krakeln», sagt Owley Samter. Der Animationsfilmer aus Luzern gibt an der Kantonsschule Zofingen gerade einen einmaligen Workshop: Er arbeitet mit Studierenden der Klasse 2A an der Umsetzung eines Trickfilms. Der Clip dreht sich um einen jungen Mann im Sportwagen, der einer Küstenstrasse entlang brettert und mit Vollgas in eine Kurve rast. Plötzlich kommt ihm frontal eine Lenkerin in einem anderen Auto entgegen. Er bemerkt es zu spät.

Die Studierenden Lynn Isch, Eduard Ramadani und Yannik Schnider von der 2A haben sich diese Handlung ausgedacht. Mitgeholfen hat auch Austauschschüler Kerim Alho aus Neuenburg, der inzwischen wieder in seine Heimat zurückgekehrt ist. Entstanden ist die Idee im Zeichenunterricht von Lehrer Marc Hayoz: Er hat mit seiner Klasse am Storyboard-Wettbewerb der Zürcher Fachstelle jumpps für Jungen- und Mädchenpädagogik mitgemacht. Der Wettbewerb gehört zur Präventionskampagne «Speed – Ist Rasen männlich?», die jumpps mit Unterstützung des Fonds für Verkehrssicherheit lanciert hat. Die Schüler mussten sich dafür in kleinen Gruppen eine Geschichte zum Thema Rasen überlegen und die Handlung in einem Storyboard, einer Art gezeichnetem Drehbuch, festhalten. Die Fachstelle jumpps erhielt 16 Beiträge von Schulen aus verschiedenen Kantonen. Drei davon hat sie zu den Gewinnern erkoren; darunter auch den Beitrag von Lynn, Eduard, Yannick und Kerim. «Speed»-Projektleiter Urs Urech überreichte den drei Studierenden und ihrem Lehrer vor dem Workshop ein Diplom. Die Gruppe hat nicht damit gerechnet, dass sie mit ihrem Storyboard zu den Siegern gehört. «Wir sind sehr überrascht», sagt Yannik. Sechs Wochen lang haben sie im Zeichenunterricht am Konzept gearbeitet.

Owley Samter wird die Siegerbeiträge bis zum Herbst in fertige Trickfilme verwandeln. Die drei Clips laufen dann für zwei Wochen auf den Bildschirmen der Deutschschweizer Busse. «Wir werden schon ein bisschen stolz sein, wenn unser Beitrag dann dort gezeigt wird», sagt Lynn. Und Samter betont: «Es soll das Projekt der Studierenden bleiben.» Seine Aufgabe sei einzig die Fertigstellung des Films. Im Workshop hilft er ihnen, dem Storyboard den letzten Schliff zu verleihen: passende Übergänge zwischen einzelnen Szenen konstruieren, Logikfehler korrigieren und letzte Gestaltungsfragen klären – zum Beispiel, ob der Autofahrer im Film eine Sonnenbrille trägt oder nicht. Ideen dazu liefern auch die anderen Studierenden der 2A.

«Das Projekt soll Jugendliche anregen, über ihr Risikoverhalten nachzudenken», sagt Urs Urech, der auch Mitglied der jumpps-Geschäftsleitung ist. Die Jury, bestehend aus Pädagogen und Animationsfilmern, habe bei der Auswahl der Siegerbeiträge auf die pädagogische Botschaft der Geschichte geachtet. «Wir wollten keine Schockbilder und auch keine perfekt gezeichneten Skizzen, denen dafür die Aussage fehlt», sagt er. Die Jury legte zudem Wert darauf, dass die Gender-Thematik in den Storyboards enthalten ist. Die meisten Raser sind Statistiken zufolge nämlich junge Männer. Ein Grund für das Verhalten seien die klassischen Männerbilder, die die Kampagne hinterfragen möchte.

Die Geschichte von Lynn, Eduard, Yannik und Kerim erfüllte für die Jury beide Kriterien. So viel sei schon verraten: Die Geschichte des jungen Rasers geht anders aus, als es die Zuschauer erwarten. «Die Jugendlichen können sich beim Zuschauen des Films fragen, ob sie sich im Strassenverkehr genau so verhalten würden», sagt Urs Urech. Das Mitdenken der Jugendlichen sei wichtig. «Wir möchten in unserer Verkehrserziehung keinen mahnenden Zeigefinger erheben.»

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Kann das Raserphänomen wirklich auf die Geschlechterfrage reduziert werden?

Nikos Traianou
schrieb am 20.06.2018 21:24
Es ist einerseits statistisch bekannt, dass die meisten SVG- und StGB- Delikten von männlichen Straftätern begangen werden (im Verhältnis von ca. 90 % zu 10 %). Dies haben kriminologische Untersuchungen im In- und im Ausland ergeben. Wenn man jedoch Untersuchungen zu den diversen Ursachen zu den einzelnen Deliktskategorien macht, so kann man dies meines Erachtens nicht mehr auf die sogenannte "Geschlechterfrage" reduzieren. Das Raserphänomen ist heute z.B. eng mit der Alkoholfrage verknüpft. Tranken in der jüngeren Vergangenheit vorwiegend männliche Jugendliche und Erwachsene übermässig Alkohol, so ist dieses Verhältnis heute ausgewogener (ca. 50 % : 50 %). Bei den empirischen Untersuchungen zum sog. Raserphänomen muss man immer die Ursachen angehen und sich nicht auf eine reine Symptomatikbekämpfung beschränken und begnügen. Dies ist bei möglichen Lösungsansätzen und Lösungsvorschläge unbedingt zu berücksichtigen.
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