Neue Pächter: «Beim Schützenhaus hat es sofort Klick gemacht»

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Raoul Niederreuther und Christian Senn (r.). vor dem Schützenhaus. © Alex Spichale
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Das Schützenhaus im Scheibenschachen. (Archiv Katja Schlegel)

Noch steht das Schützenhaus hinter Gerüststangen, die Terrasse ist mit Blachen abgedeckt, und späht man durch die Baustellenumzäunung, lässt sich erst erahnen, wo im Innern die Küche hinkommen wird. Noch wird es dauern, bis hier Beizen-Leben einkehren wird. Aber hinter den Kulissen laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Vor rund drei Wochen haben Raoul Niederreuther und Christian Senn den Zuschlag bekommen: Sie werden die Pächter der Quartierbeiz im denkmalgeschützten Schützenhaus im Scheibenschachen.

Die beiden sind in Aarau keine Unbekannten: Raoul Niederreuther hat elf Jahre lang in der «Krone» gewirtet, bis er vor drei Jahren das «Sevilla» in der Kirchgasse übernommen hat. Und Christian Senn taucht seit Jahren als Berater und Leiter unterschiedlichster Projekte auf, aktuell unter anderem als OK-Mitglied von «Musig i de Altstadt».

Als die Vertreter von Stadt und Ortsbürgern im Januar 2017 die Spaten in den gefrorenen Boden rammten, wurde dem Quartier ein Bistro versprochen, «das als Scharnier zwischen dem alten und neuen Scheibenschachen dienen soll». Entsprechend gross ist die Erwartungshaltung im Quartier, aufmerksam wird jede Regung rund um das Haus registriert.

«Der Druck ist tatsächlich enorm», sagt Raoul Niederreuther. Aber davon lassen sich die beiden nicht beirren. «Wir freuen uns extrem, dass wir den Zuschlag bekommen haben», so Niederreuther. Bereits vor knapp vier Jahren habe er sich für das Objekt als zweites Standbein interessiert; damals war aber noch nicht klar, was aus dem Schützenhaus werden sollte.

Und auch Christian Senn mit einer Vergangenheit in der Jugendarbeit hat sich genau so ein Objekt gewünscht: «Raoul und ich haben schon lange die Idee für ein gemeinsames Projekt gewälzt. Und beim Schützenhaus hat es sofort Klick gemacht.»

Der Name ist Programm
Jetzt lassen die beiden die Katze aus dem Sack: Heissen wird die Beiz «Schützenhaus». «Alles andere wäre verkehrt», sagt Christian Senn. Geplant sind 36 Sitzplätze im Innenbereich, 32 auf der Terrasse, dazu fünf an der Bar neben der Küche und zwölf im Obergeschoss, im «Heiniger-Stübli». Unter dem Dach wird es weiter einen Personalraum, einen Technikraum und ein Büro geben.

Die Beiz wird als Ganztagesbetrieb geführt, sechs Tage die Woche, Dienstag ist Ruhetag. «Hier soll der Bauarbeiter am Morgen seine Znünipause machen und die Nachbarn abends miteinander anstossen können», sagt Christian Senn. Es soll ein offenes Haus für alle werden, für Velofahrer und Hündeler, für Spielplatzbenutzer (ein Wickeltisch ist fix installiert) und Ausgangsfreudige.

 

Die beiden wollen eine Quartier-Beiz führen. Auf die Karte kommen einfache, ehrliche Menus mit einem Hauch «Schützenhaus»: Suppe mit Spatz beispielsweise, oder ein Sonntagsbraten. «Die Karte wird klein, aber qualitativ hochstehend», sagt Christian Senn. Tapas werden keine angeboten, Parallelen zum «Sevilla» wird es diesbezüglich keine geben. «Aber wir werden sicher immer wieder Spezialitäten aus anderen Ländern auf die Karte nehmen», so Senn. Geplant ist auch, täglich ein Abhol-Menu anzubieten.

Wenn Musik, dann unplugged
Leben soll das «Schützenhaus» nicht nur als Gastro-Betrieb, sondern auch als Veranstaltungsort. «Wir denken da beispielsweise an einen Flohmarkt, an einen Büchertausch, an ein Repair Café oder einen Bring-und-hol-Tag», so Christian Senn. Weiter sollen auch Vereine oder Private das «Säli» oder das Restaurant nutzen können, beispielsweise für Kursabende. «Wir können uns auch Lesungen oder Ausstellungen vorstellen», sagt Niederreuther. Grosse Konzertabende aber wird es keine geben. «Wir sind kein Eventlokal, wir sind hier mitten im Quartier. Wenn hier Musik gemacht wird, dann unplugged.»

Und wann wird das «Schützenhaus» eröffnet? «Wenn alles klappt, machen wir nach den Herbstferien auf», sagt Christian Senn. Angekündigt hatten die Ortsbürger eine Eröffnung auf Frühling 2018; aber die baulichen Verzögerungen machen eine frühere Eröffnung nicht möglich.

Zwei Ausschreibungsrunden
Später gefallen als geplant ist auch der Entscheid über die Vergabe der Pacht. Nach einer ersten Ausschreibungsrunde, in der nur gerade eine Bewerbung eingegangen war, schrieb die Ortsbürgergemeinde die Pacht ein zweites Mal aus. Dies, um dem Stadtrat eine gute Auswahl verschiedener Konzepte unterbreiten zu können.

Im April schliesslich lancierten Bewohner aus dem Scheibenschachen-Quartier eine Petition, um sich für die beiden bis dato einzigen Bewerberinnen und deren Konzept starkzumachen. Unterzeichnet wurde die Petition von 262 Personen. Ende Mai schliesslich suchte der Stadtrat aus drei Bewerbungsdossiers dasjenige von Raoul Niederreuther und Christian Senn aus.

Auf die Petition aus dem Kreis der künftigen Nachbarn haben Niederreuther und Senn reagiert. «Wir stehen mit den Petitionärinnen in Kontakt uns freuen uns auf den Austausch sowie Anregungen von Leuten aus dem Quartier», sagt Senn. Deshalb werden die beiden in den nächsten Wochen auch auf den Quartierverein sowie weitere Interessengruppen aus dem Quartier zugehen.

1,3 Millionen Franken

machte die Ortsbürgergemeinde für die Sanierung des historischen Schützenhauses von 1924 locker. Dass dieses überhaupt noch steht, verdankt es einer Referendumsabstimmung im Jahr 2008.

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