Wendepunkt feiert Jubiläum: 25 Jahre mit Leidenschaft für Menschen

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Blick in die Zukunft: Die blaue Halle des Standorts Oftringen, hinter Martin Neuenschwander, wird ab Herbst abgerissen. So entsteht Platz für die nächsten Projekte des Wendepunktes. (Bild: lbr)

Da sass Martin Neuenschwander nun. In einem Büro im Dachgeschoss eines Hauses in Rupperswil. In der Garage befand sich das Magazin der Stiftung Wendepunkt. Er hatte seinen sicheren Job als Schreinermeister und Betriebsleiter eines Ladeninnenausbaubetriebs gekündigt, um als technischer Leiter bei der noch jungen Stiftung Wendepunkt einzusteigen. Das war vor 24 Jahren. Der Wendepunkt war damals gerade ein Jahr alt. Es sei ein ganz anderes Arbeiten gewesen als heute, erinnert sich der 55-Jährige. Vieles musste improvisiert werden, es wurden Privatfahrzeuge benutzt und das nötige Werkzeug brachte ebenfalls jeder selbst mit. Heute verfügt der Wendepunkt über zahlreiche Immobilien – eigene und angemietete –, eine Flotte von Firmenfahrzeugen und adäquates Werkzeug. Von 3 Mitarbeitenden und 12 Klienten im Jahr 1993 ist der Wendepunkt angewachsen auf 200 Mitarbeitende und 900 Klientenplätze. «Eines ist aber geblieben», sagt Martin Neuenschwander mit Nachdruck, «die Leidenschaft für die Menschen, die ist immer noch die genau Gleiche wie damals.»

Der Arbeit einen Sinn geben
Die Leidenschaft für Menschen. Das hat Hanspeter Lang 1993 bewogen, den Wendepunkt zu gründen. Und Martin Neuenschwander ermutigt, den Schritt vom sicheren Job in eine ungewisse Zukunft zu wagen. Zuhause hatte er Frau und zwei kleine Kinder. Verbunden hat Hanspeter Lang und Martin Neuenschwander der christliche Glauben – und dieser ist auch heute noch das verbindende Glied unter den Mitarbeitern des Wendepunktes. «Der Glauben ist ein wesentlicher Teil», sagt der 55-Jährige, betont aber, dass der Wendepunkt weder frömmelnd noch missionierend sei. «Wir wollen unseren Glauben leben und daD nach handeln. Dabei ist jeder willkommen. Wir haben auch Menschen aus unterschiedlichsten Kulturen und Religionszugehörigkeiten unter unseren Klienten.»

Über die Jahre hat sich der Wendepunkt entwickelt und so auch Martin Neuenschwander. Zu Beginn seiner Anstellung hatte er immer auch Kontakt zu den Teilnehmern. Martin Neuenschwander war sich vom Bau des Oftringer Cevi-Hauses die Arbeit mit jungen Menschen, die zum Teil auch anderen Kulturen angehören, gewöhnt. «Darum war für mich klar, dass ich auch in Zukunft etwas mit Menschen machen möchte. Meiner Arbeit eine Sinnhaftigkeit geben will.» Umso grösser der Wendepunkt wurde, desto mehr rückte seine Tätigkeit jedoch in den Hintergrund. An der Front mit den Klienten sind nun Gruppenleiter und Betriebsleiter tätig. Er selbst kümmerte sich um die immer mehr wachsende Infrastruktur. «Anfänglich war ich für alles verantwortlich: Von PC über Telefon und Mobiliar bis zu den Gebäuden», erinnert sich Martin Neuenschwander. Gleichzeitig wuchs auch seine Familie von zwei auf drei Kinder. Im Mühlethal wohnte die Familie zur Miete auf einem alten Bauernhof mit viel Umschwung – nicht nur da gab es viel zu tun. Martin Neuenschwander wurde Betriebsleiter des Standorts Oftringen, war aber immer noch für interne Umbauten zuständig. «Meine Frau hat mich in der arbeitsintensiven Anfangszeit des Wendepunktes unterstützt, vieles mitgetragen und zu Hause mit den Kindern zum Rechten geschaut.»

Ein grosses Wunder
Mittlerweile kann sich Martin Neuenschwander auf die Immobilien des Wendepunktes konzentrieren, er ist nun wieder technischer Leiter. Sein grösstes Projekt, das er begleitet hat, war die Bauherrenvertretung beim Bau des neuen Betriebsgebäudes in Muhen. 9 Millionen Franken hat der Bau gekostet, 2014 konnte er bezogen werden. «Dass es das Betriebsgebäude gibt, ist einem grossen Wunder zu verdanken», sagt Martin Neuenschwander. So habe sich herausgestellt, dass der Neubau im gewünschten Umfang die Möglichkeiten der Sozialunternehmung übersteigt. «Doch dann wurde bekannt, dass der Wendepunkt ein grosses Stück Land geerbt hat.» Es stellte sich heraus, dass mit dem Verkauf des Landes das Betriebsgebäude doch noch wie gewünscht realisiert werden konnte. «So hat sich der Wendepunkt über die Jahre immer wieder entwickelt: Im richtigen Moment gab es ein Zeichen, eine Türe öffnete sich.»

Heute ist Martin Neuenschwander seit 24 Jahren im Wendepunkt tätig. Die Stiftung hat Standorte im ganzen Kanton und schielt auch über die Kantonsgrenzen hinaus. Vor sechs Jahren hat Gründer Hanspeter Lang den NABAward gewonnen, ein Jahr später gab er die Leitung des Sozialunternehmens an seinen Sohn ab. Ende letzten Jahres trat Hanspeter Lang auch aus dem Stiftungsrat aus. «Das zeigt einen wesentlichen Teil des Wendepunktes: Das Vertrauen ineinander», sagt Martin Neuenschwander. Genauso wie der Wendepunkt selbstständig wurde, sich vom Gründervater löst, hat sich auch die Familie des 55-Jährigen entwickelt. Die Kinder sind erwachsen geworden, zwei von drei sind ausgezogen. Der ehemalige Bauernhof in Mühlethal gehört mittlerweile der Familie, Martin Neuenschwander hat ihn umgebaut und sanft renoviert. Pferde und Schafe sind die tierischen Familienmitglieder. Mit den Pferden ist er auch immer wieder als Säumer unterwegs. «Das ist mein Ausgleich.» Obwohl: Die Arbeit zu Hause mit Holzen und Heuen fordert. Er überlegt sich darum, im Wendepunkt kürzerzutreten. Ob das geht, ist jedoch offen, denn schon steht das nächste Infrastrukturprojekt am Standort Oftringen bevor. Trotzdem: Martin Neuenschwander sieht sich auch in zehn Jahren noch beim Wendepunkt, kann sich vorstellen, hier pensioniert zu werden. «Ich habe meinen Entscheid, zum Wendepunkt zu wechseln, nie bereut. Hier kann ich während der Arbeit meine Stärken einsetzen.» 

STIFTUNG WENDEPUNKT

Christliche Sozialunternehmung

Die Stiftung Wendepunkt hat ihren Sitz in Muhen und Betriebe an mehreren Standorten im Kanton Aargau. Sie besteht seit 1993 und hat sich zu einem führenden Sozialunternehmen mit drei Tochterfirmen entwickelt. Ihre marktwirtschaftlichen und sozialen Dienstleistungen machen sie zu einem attraktiven Partner für die Wirtschaft und staatliche Stellen. Die insgesamt 900 Arbeits-, Ausbildungs-, Wohn- und Tagesplätze werden von 200 Fachpersonen auf christlicher und sozialer Grundlage mit dem Ziel geführt, Menschen in ihrer beruflichen und sozialen Integration zu unterstützen. 

 

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Menschenverachtend

ML
schrieb am 26.06.2018 16:05
Unter dem Deckmantel den Menschen zu helfen werden viele unnötig schikaniert und mit teilweise wirklich Sinnbefreiten Aufgaben beschäftigt. Kein Wunder sinkt die Motivation, derer die mit ihrem Können richtige und sinnvolle Arbeit verrichten wollen. Bisher habe ich noch niemanden getroffen dem durch den Wendepunkt geholfen und nicht geschadet wurde, ausser denjenigen die sich Einbilden Wohltäter zu sein. Und das auch noch vom Staat finanziert... Mein Mitleid an alle die sich das antun mussten oder immer noch müssen! Glaubt an euch und setzt euch realistische Ziele, man kann alles erreichen!
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