Mit «Lift» steigen Jugendliche leichter in die Arbeitswelt ein

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Lehrer Rolf Marti übergibt Matteo, Ata, Arjana, Silvan und Jean-Philippe (v. l.) ein Zertifikat für die erfolgreiche Teilnahme am «Lift»-Projekt. Eingeladen zur kleinen Feier im Jugend-und Mehrzweckraum waren auch Eltern, Behörden und Arbeitgeber. zvg
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Teilnehmer Silvan an seinem Wochenarbeitsplatz in der Garage Galliker.

Der Übergang in die Arbeitswelt fällt manchen Jugendlichen schwer. Sie haben in der Schule Mühe mit Lernen und trauen sich das Berufsleben nicht zu. Einigen fehlt darum auch der Antrieb, sich um die Berufsfindung zu kümmern. Das Jugendprojekt Lift möchte diesen Schülerinnen und Schülern helfen. Lanciert hat es das Netzwerk für sozial verantwortliche Wirtschaft (NSW/RSE) vor zwölf Jahren in Bern. Das Projekt ermöglicht Jugendlichen erste Arbeitserfahrungen, indem sie einige Stunden pro Woche in einem Industrie- oder Gewerbebetrieb mithelfen dürfen. Diese sogenannten Wochenarbeitsplätze sollen die Sozialkompetenz fördern, den Schülern mehr Selbstvertrauen verleihen und ihnen ihre Stärken und Schwächen aufzeigen. In der Schule bereiten sie sich in Kursen auf die Arbeitseinsätze vor und besprechen während des Einsatzes mit einer Lehrperson ihre Fortschritte. Rund 200 Schulen in der ganzen Schweiz führen das Lift-Projekt bereits durch. Vor zwei Jahren stieg auch die Oberstufe Strengelbach ein – als erste Schule in der Region Zofingen. «Wir erfüllen damit also eine Vorreiterrolle», sagt Projektleiterin und Schulsozialarbeiterin Angela Müller. Sie und die beteiligten Lehrer seien mit dem Verlauf von «Lift» sehr zufrieden. Es wird deshalb auch nach dem Umzug der Oberstufe nach Brittnau weitergeführt.

Zwei Stunden Einsatz pro Woche
Eine Realschülerin, drei Realschüler und ein Sekundarschüler, alle im Alter von 15 Jahren, haben während des noch laufenden Schuljahres bei «Lift» mitgemacht. Gearbeitet haben sie im Restaurant Fat’n’Happy, bei Blumenland-Heer, bei Wasem Elektro, in der Garage Galliker, in der Papeterie Hagmann und bei der Stiftung azb. «Die Jugendlichen haben innerhalb eines Jahres eine enorme Entwicklung durchgemacht», sagt Realschullehrer Rolf Marti. Rund zwei Stunden pro Woche waren die Schüler an ihrem Wochenarbeitsplatz beschäftigt; meist am schulfreien Mittwochnachmittag. Dort verrichteten sie einfache, praktische Arbeiten – zum Beispiel Toiletten putzen oder Papiere archivieren. «Sie haben so gelernt, auch weniger spannende Aufgaben durchzuziehen und sich dafür zu motivieren», sagt Marti. Manchmal musste er die Schüler dabei auch unterstützen. «Dem Schüler, der das WC reinigen musste, habe ich erklärt, dass die Toilette die Visitenkarte des Restaurants ist.» Der Jugendliche habe so feststellen können, dass er in seinem gewählten Betrieb einen durchaus wichtigen Job erfüllt und gebraucht wird.

Jede Woche erhielten die Schüler theoretischen Unterricht. In den sogenannten Modulkursen erfuhren sie zum Beispiel, wie eine Online-Bewerbung aussieht und wie sie sich für ein Vorstellungsgespräch am besten kleiden sollten. Verhaltensregeln am Arbeitsplatz standen ebenfalls auf dem Programm. «Wir haben etwa angeschaut, wie sie sich korrekt abmelden, wenn sie nicht zur Arbeit kommen können.» Dies sei besonders für unsichere Schüler eine besondere Herausforderung, weil sie sich vor dem Telefonieren fürchteten. Die Rolle der Eltern sei beim Projekt darum sehr wichtig: Sie geben den Kindern Unterstützung und ermutigen sie, sich an neue Aufgaben heranzuwagen. Positives Feedback erhielt die Schule auch von den beteiligten Strengelbacher Betrieben. «Die Schüler seien alle sehr zuverlässig gewesen», sagt Lehrerin Franziska Fasel, die die Arbeitsplätze organisiert hat. Als Motivation und Zeichen der Wertschätzung erhielten alle Teilnehmer einen Lohn von 5 Franken pro geleistete Arbeitsstunde.

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