Sozialberatungen für Wikoner in Willisau

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Michaela Tschuor ist in Wikon Sozialvorsteherin. Foto: Archiv/André Widmer

Kontinuierlich ist sie gestiegen in den letzten Jahren, die Anzahl der Sozialfälle in der Gemeinde Wikon. Waren es 2013 noch rund ein Dutzend, sind es in der kleinen Wiggertaler Gemeinde mittlerweile durchschnittlich 30; der Höchstwert lag schon bei 35. Nun hat der Gemeinderat reagiert: Um die Betreuung der einzelnen Fälle weiterhin in der gewohnten Qualität gewährleisten zu können, lagert Wikon das Sozialamt teilweise an das Sozialberatungszentrum (SoBZ) Willisau-Wiggertal aus. Anmeldung und Beratung erfolgen in Willisau, die administrativen Belange werden weiterhin in Wikon abgewickelt. Für die Verfügungen ist wie bis anhin der Gemeinderat Wikon zuständig. Zwischen der Gemeinde Wikon und dem SoBZ soll zudem noch eine elektronische Schnittstelle zum effizienten Daten- und Informationsaustausch installiert werden.

Ungelöste Stellvertretung
Wie Gemeinderätin und Sozialvorsteherin Michaela Tschuor erklärt, ist zwar mit der Einführung von Klibnet, einer Standardsoftwarelösung für Sozialhilfeorganisationen, die Effizienz bei der Bearbeitung von Sozialfällen erhöht worden. «Ich bin sehr zufrieden damit, es gab eine gewisse Entlastung, aber nicht die Entspannung, die erhofft worden war», so Tschuor. Dies, weil parallel zur Effizienzsteigerung ganz einfach auch die Anzahl der Fälle zugenommen hat. Auch für Michaela Tschuor hatte der zeitliche Aufwand für die Betreuung der Sozialfälle stetig zugenommen, zuletzt waren es 30 Prozent alleine bei der operativen Tätigkeit für das Sozialamt, daneben beziffert sie den Aufwand für die restliche gemeinderätliche Tätigkeit auf zusätzliche 20 Prozent. «Mit dem Milizsystem ist das nicht mehr vertretbar», erklärt die Sozialvorsteherin. Zudem war auch Tschuors Stellvertretung bislang nur ungenügend gelöst.

Lösung mit Reiden zu teuer
Bevor die Kooperation mit dem regionalen Sozialberatungszentrum in Willisau eingegangen worden ist, lagen für die Gemeinde Wikon drei Optionen auf dem Tisch: So die Zusammenarbeit mit dem Sozialamt Reiden. Michaela Tschuor hätte diese Lösung begrüsst, jedoch wäre dies die kostenintensivste Möglichkeit gewesen. Auch Weiterführung in Eigenregie, was einen Ausbau der Verwaltung erforderlich gemacht hätte, kam nicht in Frage: Auch hier wäre wie bis anhin die Stellvertretungslösung offen gewesen und die zweitteuerste Variante gewesen. Die dritte Option, das Sozialberatungszentrum Willisau-Wiggertal, passte sowohl in fachlicher, personeller als auch finanzieller Hinsicht für die Gemeinde Wikon.

Das Sozialberatungszentrum in Willisau hat 2017 bereits für vier Gemeinden aus der Region Willisau-Wiggertal durchgeführt: Pfaffnau, Willisau, Gettnau und Ufhusen. Letztes Jahr waren es 124 Fälle, im Jahr davor 114. Auch beim SoBZ hat die Anzahl Fälle stetig zugenommen. 2013 waren es noch 101. Mit der Stadt Willisau wurden letztes Jahr Gespräche geführt, wonach künftig das SoBZ deren Verfügungen, das heisst die erstinstanzlichen Entscheide, übernehmen soll.

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