Rockerkrieg: Fünf Jahre nach der Schlägerei in Oftringen kommts nun zur Gerichtsverhandlung

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Heute Dienstag und morgen Mittwoch stehen Mitglieder der Hells Angels und weiterer, befreundeter Motorradclubs vor dem Bezirksgericht Zofingen. Bild: Ran

Am Abend des 8. Juli 2013, gegen 20.15 Uhr, sah ein Mann aus der Region an der Shell-Tankstelle in Oftringen zwei Männer, welche Kleider der «Black Jackets» trugen. Sofort informierte er ein befreundetes, führendes Mitglied der «Hells Angels Schweiz» über seine Sichtung der «Black Jackets»-Mitglieder auf dem Gebiet der «Hells Angels».

Der «Hells Angel» verständigte sofort weitere Personen aus dem Umfeld befreundeter Motorradclubs in der Region und bot diese nach Oftringen zur Shell-Tankstelle auf. Die Gruppe beabsichtigte den «Black Jackets» einen Denkzettel zu verpassen, da sich diese auf dem Hoheitsgebiet der «Hells Angels» aufhielten und Kutten der «Black Jackets» trugen.

Kurze Zeit später formierten sie sich bei der Tankstelle. Gegen 20.40 Uhr griffen der «Hells Angel» bewaffnet mit Schlagstock, Kunststoffmesser, Pfefferspray und «Panikhaken» (Pferdehaken), zusammen mit einem ebenfalls bewaffneten Kollegen die beiden Mitglieder der «Black Jackets» an. Diese waren bei der Staubsaugeranlage mit dem Reinigen ihres Autos beschäftigt.

Die vier Kollegen des «Hells Angels» hielten sich in unmittelbarer Nähe bereit, um unterstützend eingreifen zu können. Unvermittelt schlugen und traten die zwei Angreifer auf die beiden Männer ein, wobei sich einer mittels Pfeffersprays zur Wehr zu setzen versuchte. Nun kam es zu einem Kampf. Als die Freundin eines der «Black Jackets»-Mitglieder zu schlichten versuchte, schlug sie der «Hells» derartig heftig an die Schulter, so dass sie zu Boden fiel.

Da die «Black Jackets» diesem Angriff hilflos ausgeliefert waren, ergriffen sie die Flucht in Richtung Campingweg, wobei die beiden von der ganzen Gruppe verfolgt wurden, um ihnen wieder habhaft zu werden. Der Informant blieb im Bereich der Zapfsäulen stehen und stand schmiere. Der Kampf und die Schlägerei ging auf dem Feld hinter der Tankstelle weiter. Die Angreifer schlugen den auf dem Boden liegenden Männern auf den Kopf und traten sie mit den Füssen mehrfach gegen den Oberköper. Dann liessen sie von den Männern ab und marschierten zum Tankstellen-Shop zurück.

Polizei kam per Zufall

In der Zwischenzeit fuhr die Polizei vor, die per Zufall auf die Schlägerei aufmerksam wurde und Verstärkung anforderte. Patrouillen der Kantonspolizei und der Regionalpolizei Zofingen rückten unverzüglich an. Der «Hells Angel» setzte sich sofort auf sein Motorrad, fuhr davon und entzog der Polizeikontrolle.

Zwei der Angreifer verfolgten währenddessen weiter einen der «Black Jackets» und versuchten dessen «Black Jackets»-Kutte vom Oberkörper zu reissen. Als dieser Pfefferspray versprühte, liessen die Männer von der weiteren Verfolgung ab.

Noch bevor die Polizei einschreiten konnte, machten sich mehrere Beteiligte aus dem Staub. Der Kantonspolizei gelang es aber den «Hells» aus dem Kanton Solothurn zu stoppen und den stark alkoholisierten Mann zu verhaften.

Die beiden «Black Jackets» trugen verschiedene Verletzungen an Kopf, Hals, Schulter, Armen und Beinen davon. Einer der beiden, ein 23-jährigen Mazedonier, war blutüberströmt und musste mit verschiedenen Gesichtsverletzungen ins Spital eingeliefert werden.

Im Laufe der Ermittlungen erliess die Staatsanwaltschaft Aargau für sechs Beteiligte drei Monate Untersuchungshaft. Gegen vier Personen aus dem Umfeld der Hells Angels wurde ein Strafverfahren wegen Angriffs und versuchter schwerer Körperverletzung eingeleitet.

Beschuldigte wohnen in den Kantonen Aargau und Solothurn

Zudem wurden auch die beiden Opfer der Schlägerei – beide Mitglieder der «Black Jackets» – in U-Haft genommen. Gegen sie wurde ein Strafverfahren wegen falscher Zeugenaussage und Begünstigung eröffnet. Sämtliche Beschuldigte wohnen in den Kantonen Aargau und Solothurn.

Am Wochenende zuvor wurde sowohl in Dietikon ZH, wie auch am Züri-Fäscht ein Aufeinandertreffen der «Hells Angels» und der «Black Jackets» von den Behörden verhindert. Im Gegensatz zu den «Hells Angels» sind die «Black Jackets» kein Motorradclub. Sie gehören zu den sogenannten Streetgangs. Die meisten ihrer Mitglieder haben Emigrationshintergrund.

Alle Beteiligten sind längst wieder auf freiem Fuss. Vor Gericht stehen heute Dienstag und morgen Mittwoch insgesamt sechs Personen. Nebst dem Vize-Präsidenten der «Hells Angels Schweiz» vor allem Personen, die den «Hells» nahestehen sollen. Sie sind teils angeklagt wegen: Versuchte schwere Körperverletzung, Angriff, qualifizierte einfache Körperverletzung, Führen eines Motorfahrzeugs in fahrunfähigem Zustand, Widerhandlung gegen das Waffengesetz, Sachbeschädigung.

Harte Strafe gegen «Hells» erwartet

Der «Hells Angels» muss mit einer harten Strafe rechnen. Dies, weil er für eine andere Tat bereits von einem andern Aargauer Bezirksgericht zu 20 Monaten bedingt verurteilt wurde. Der Prozessdauer ist auf zwei Tage angesetzt.

Am Dienstagmorgen verweigerten die Rocker die Aussage. Einer der beiden «Black Jackets» war als Zeuge vor Gericht geladen.

Die beiden «Black Jackets» wurden bereits per Strafbefehl verurteilt. Einer erhielt eine Geldstrafe von 1600 Franken und der andere eine Geldstrafe über 2000 Franken. Beide Strafen wurden bedingt ausgesprochen.

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