Die Ruhe während des WM-Sturms

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Genervt von den unnötigen Doppeladler-Gesten und den nicht enden wollenden Diskussionen darüber im Anschluss daran, habe ich mir eigentlich vorgenommen, den WM-Achtelfinal zwischen Schweden und der Schweiz zu boykottieren. Als überdurchschnittlich interessierter Sportkonsument konnte ich es aber trotzdem nicht lassen und habe mir die erste Hälfte dieses Grottenkicks angetan. In der Pause hatte ich aber definitiv genug, habe mir Leine und Hund geschnappt und mich in die Natur begeben. Auf der Strecke, auf der ich normalerweise nur selten ungestört bin, begegneten mir lediglich zwei Mütter und ihre Kleinkinder. Zuhause packte ich Korb und Einkaufsliste ein und fuhr zu den Zofinger Grossverteilern. Es empfingen mich ein halb leeres Parkhaus und massig Raum in den Gängen, in denen es manchmal kaum Platz hat, um die Einkaufswagen aneinander vorbei zu zirkeln. Eine gespenstische Ruhe und viel, viel Gelassenheit. Auch an der Kasse musste ich nicht anstehen und die wenigen Kunden schienen ungewöhnlich entspannt. Erst, nachdem ich via Mobiltelefon vom Ausscheiden erfahren hatte und bereits den Weg nach Hause antrat, kamen mir einige enttäuschte Schweizer Fans entgegen, das rote Dress noch auf der Haut, das Haupt gesenkt. Ich aber habe die zweite Hälfte dieses Nachmittags genossen und mir gedacht: So wäre es also, wenn in der Schweiz nur halb so viele Menschen leben würden.

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