Dem Terror den Riegel schieben: Olten setzt auf einen neuartigen Poller

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So sieht die mobile Pollersperre aus, welche im Juni in deutschen Augsburg zum Einsatz kam. Die Einrichtung ist keine 10 Zentimeter hoch und kann ohne weitere Baumassnahmen funktionsfähig aufgestellt und von Fussgängern, Velo- und Rollstuhlfahrern problemlos überwunden werden. © Zur Verfügung gestellt

Rund 165'000 Besucher kamen letztes Jahr an die viertägige Oltner Chilbi, wie erstmals durchgeführte Messungen via Kameras zeigten. Damit gehört sie zu den grössten drei Anlässen dieser Art in der Schweiz. An der nächsten Chilbi Mitte August dürfen sich die Besucher nun etwas sicher fühlen.

Olten ist nämlich die erste Schweizer Stadt, in welcher die mobile Pollersperre mit dem martialisch anmutenden Namen ARMIS FSM II der Firma Consel Group AG aus dem zürcherischen Buchs zum Einsatz kommt. Auf diese Weise werden alle Zufahrten zum Chilbigelände abgesichert, einem denkbaren Lastwagen-Terror der Riegel geschoben.

«Von diesem System habe ich im Vorfeld gehört», sagt Christoph Koch, Bereichsleiter Gewerbe der Stadt Olten. Und von deren Angebot, die Sperre zu Promotionszwecken den ersten beiden Schweizer Städten zur Verfügung zu stellen. Also habe er mal bei der Firma Consel nachgefragt, ob da etwa auch die Chilbi in Olten infrage käme.

Und: Sie kommt infrage. «Die Stadt arbeitet mit dieser Firma bereits zusammen», sagt Franco Giori, Abteilungsleiter Ordnung und Sicherheit bei der Stadt Olten. Allerdings sei derzeit nicht beabsichtigt, das System anzuschaffen, obwohl an der Kirchgasse, dem autofreien Platz in der Innenstadt, doch immer wieder grossflächige Veranstaltungen laufen. «Erst wollen wir Erfahrungen sammeln», so Giori weiter. Später stehe vielleicht die Überlegung nahe, die Sperre bei Bedarf von anderen Kommunen zu mieten, welche diese angeschafft hätten. «Wir werden uns das sicher überlegen», sagt Giori.

Beeindruckt von Einrichtung
Koch ist begeistert von der Einrichtung. Sie lässt sich ohne weitere bauliche Eingriffe installieren und auf die Seite verschiebbare Poller garantierten die Zufahrt für Anlieferung oder auch für Blaulichtfahrzeuge. Gut dreieinhalb Meter breit kann sich die Durchfahrtslücke weiten. «Damit kann ein Lieferwagen problemlos passieren», sagt Koch. Eine rutschhemmende Matte, die zwischen Asphalt und Sperrelemente zu liegen kommt, garantiert zusammen mit dem Pollerkonstrukt ein erhebliches Mass an Sicherheit.

Die Sperre soll Fahrzeuge von 7,5 Tonnen Gewicht und einer Geschwindigkeit von bis zu
50 km/h sicher aufhalten, verrät Hersteller Consel. Und: Eine komplette Fahrbahn lasse sich so in weniger als zwei Stunden sichern. Spezielle Verbinder würden leichte Bodenunebenheiten oder Neigungen der Fahrbahn aufnehmen. Die Überwindung der Sperre sei also weder für Fussgänger, Rollstuhl- noch Velofahrer ein Problem, so der Hersteller weiter.

Am Chilbifreitag, 10. August, will die Firma Consel diverse Vertreter der Kantonspolizeien zur Besichtigung der Anlage nach Olten einladen. Ist die Kantonspolizei Solothurn auch dabei? «Wir haben Kenntnis davon, dass die Stadt Olten an der diesjährigen Chilbi ein solches System einsetzen möchte», sagt Polizeisprecher Andreas Mock auf Anfrage. Mit dem Lieferanten des Systems sei man derzeit nicht direkt in Kontakt. «Daher wissen wir auch nicht, inwiefern dieser sein System weiteren Kreisen im August vorstellen möchte», so der Polizeisprecher weiter. Und: «Derzeit sind bei uns keine Bestrebungen im Gang, ein solches System anzuschaffen. Grundsätzlich sind wir aber offen für Neuerungen, wenn sie sinnvoll, nützlich und finanzierbar sind.»

Interesse vorhanden
Wie Consel-Geschäftsleiter Francis Seijas auf Anfrage erklärt, haben bereits knapp 20 Vertreterinnen und Vertreter von kantonalen Polizeikorps ihre Teilnahme an dieser Demonstrationsveranstaltung in Olten bestätigt. Und weil nicht bloss Polizeikorps zum möglichen Kundenkreis gehören, werden auch Veranstalter von Grossevents dabei sein. «Wir erwarten durchaus noch mehr Anmeldungen», gibt Seijas zu verstehen.

Für die Stadt Olten ist das Sicherheitssystem an der Chilbi praktisch kostenlos. Lediglich die Mannstunden, welche für Transport und Errichtung der Sperre anfallen, sind zu berappen. Das ist insofern erklärbar, als dass der Einsatz des Pollersystems einem Promotionszweck dient. «Nur unter diesen Voraussetzungen ist der Einsatz finanziell überhaupt erst möglich geworden», sagt Franco Giori von der Stadt dazu.

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