Der Trendsetter: Beni Fasnacht verkauft in seinem Lumilauta-Shop ein breites Markenartikel-Sortiment

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Beni Fasnacht im Lumilauta Shop in Olten (Patrick Lüthy)
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Beni Fasnacht vor dem Lumilauta Shop in Olten (Patrick Lüthy)

Manchmal staunt Benjamin «Beni» Fasnacht selbst, wie rasch die Zeit verfliegt. Seit der Eröffnung seines Lumilauta-Shops im Jahr 2009 floss viel Wasser die Aare hinab, wurde die ERO gebaut und die Kirchgasse autofrei. Manch ein Laden ging auf und wieder zu, einkaufen in der Stadt wurde vielen Leuten unterdessen zu anstrengend, online shoppen anscheinend bequemer. Harte Zeiten hielten Einzug für den Detailhandel, die Grossen seufzen und die Kleinen ächzen erst recht. Und doch schaffte es Beni Fasnacht, aus dem Nichts einen Laden aufzubauen, zu entwickeln und sich einen Namen zu machen. 

«Lumilauta» ist finnisch und bedeutet Snowboard. Mit Snowboards und Skateboards fing alles an. Fasnacht startete gut, rührte die Werbetrommel und erarbeitete sich eine Stammkundschaft. Die Erkenntnis, dass Boards allein nicht alles sein können, war dann der Startschuss zu einem breiten Markenartikel-Sortiment: Neben Snowboards und Skateboards sowie entsprechendem Zubehör gibt es Rucksäcke, Taschen, Schuhe, Kleider, Geschenkartikel, hippe Velos, Uhren und jede Menge Accessoires zu kaufen. Nicht zu vergessen der Gin, zu dem Beni Fasnacht eine Leidenschaft entwickelte, seit ihm sein Zwillingsbruder Lukas von einer Reise eine Flasche mitgebracht hatte.

Fasnacht ist fasziniert von der Vielseitigkeit des Schnapses, der in vielen Variationen angereichert mit Kräutern, Wurzeln, Blüten oder Früchten gebrannt wird. «Der Gin ist ein wichtiger Bestandteil meines Sortiments», freut er sich und zählt die Herkunftsländer auf: «England und Deutschland sind sehr wichtig, zudem führe ich Gin aus Estland, Italien, Spanien und Schottland, aber auch aus der Schweiz, beispielsweise aus Schöftland.» Selbstverständlich steht im Verkaufsregal auch Tonic, ebenfalls aus aller Welt.

Heute sieht Fasnacht seinen Laden als Trendshop. «Wer hereinkommt, findet sicher etwas», weiss er, «wenn nicht für sich, dann als Geschenk für jemanden.» Äusserst beliebt dieses Jahr sind beispielsweise die Hamamtücher, die als Bade-, Picknick- oder Saunatücher verwendet werden können. Fasnacht hält die Augen stets offen und besucht Messen im In- und Ausland, um Sachen als Trends zu deuten und sich damit von den Mitbewerbern abzuheben. «Man muss versuchen, der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein», erklärt er. Bisher scheint ihm das gut zu gelingen.

Zum Ladenbetreiber geboren
Auf die Herausforderungen, die sich einem Detailhändler im Internetzeitalter stellen, versucht Fasnacht sich so gut als möglich zu arrangieren. Sein Laden ist natürlich im Web, auf lumilauta-shop.ch kann man die Ware auch von zu Hause bestellen. Online gross zu werden, ist indes nicht sein Ziel, dafür wäre sehr viel mehr Werbung nötig. «Ich hoffe vielmehr, dass die treue Kundschaft die Oltner Läden weiterhin unterstützt. Denn eine Stadt mit leeren Ladenlokalen ist doch nicht lustig.»

Beni Fasnacht absolvierte einst eine Lehre als Verkäufer im heute nicht mehr existierenden Sportgeschäft Out of Town im Hammercenter 1. Nach dem plötzlichen Tod seines Chefs kam der Kappeler früh in Berührung mit den zahlreichen Aufgaben eines Ladeninhabers und machte entsprechend wichtige Erfahrungen. Später während der Handelsschule kamen kaufmännische Kenntnisse hinzu, womit der Weg in die Selbstständigkeit erst recht geebnet wurde. Die wichtigste Motivation, der Wille, schlummerte indes seit je her in ihm: «Vom ersten Tag meiner Lehre an wollte ich meinen eigenen Laden haben.»

Fasnacht hat den Plan realisiert und schaut optimistisch in die Zukunft. «Ein Leben in Saus und Braus liegt nicht drin, aber ich kann mir gutes Essen und ab und zu Ferien leisten sowie für die Altersvorsorge etwas auf die Seite legen.» Wenn er sich etwas wünschen könnte, dann am ehesten mehrwöchige Ferien und längere Reisen – beides kennt er nur vom Hörensagen. Der 33-Jährige schmunzelt: «Jeder macht seinen Weg.» Er selbst wird den seinen weitergehen. Was wird er mit, sagen wir, 44 tun? «Hoffentlich bin ich weiterhin in Olten mit meinem Laden, der dann vielleicht etwas grösser ist.» Aha. «In der Fussgängerzone gibt es interessante Standorte mit grossen Schaufenstern. Da könnte man richtig schön gestalten, vielleicht sogar mit einer Gin-Ecke.»

Das tönt weniger nach Traum, sondern nach zumindest halbwegs konkretem Plan. Ein Träumer ist Beni Fasnacht ohnehin nicht, sonst hätte er sein Geschäft nicht stetig weiterentwickeln können. Oltens Einkaufspublikum kann also guten Mutes sein, auch in Zukunft im «Lumilauta» Trends zu entdecken.

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