Diese Freiämterin ist die erste Chefin des Alpenschutzes

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Die Freiämterin Kathrin Conradin wohnt heute mit ihrem Mann und ihrem zweijährigen Sohn in Bern (Bild: zvg)

Katharina Conradin ist zwar im Mittelland, genauer in Benzenschwil, aufgewachsen, aber ihre Mutter stammt ursprünglich aus dem Wallis, ihr Vater aus dem Bündnerland. «Und sie haben sich beide nicht nur sehr für die Berge, sondern generell für Umweltthemen interessiert», berichtet sie. Kein Wunder also, dass ihre Tochter nicht nur Geografie studiert und ihre Doktorarbeit über nachhaltige Entwicklung geschrieben, sondern ihren Weg durch verschiedene Organisationen bis zu ihrem jetzigen Posten als Präsidentin der internationalen Alpenschutzkommission gemacht hat. Doch ganz so geradlinig war ihr Weg doch nicht – «auch wenn man jetzt, im Nachhinein, das Gefühl hat, ich hätte genau gewusst, wo ich hinwill», sagt sie lachend.

 

Toiletten in der Mongolei
Kurz vor ihrem Abschluss an der Kanti Wohlen wusste sie noch nicht, was sie machen sollte. Sie hatte Schwerpunktfach Latein belegt, doch Umweltthemen lagen ihr im Grunde näher. «Ich überlegte, ob ich Medizin studieren sollte. Aber dann fand ich, in der Geografie kann ich meine Interessen besser einbringen. Denn, wie ich immer stärker merkte, waren es vor allem die Umwelt und das Soziale, die mir wichtig waren.»

Nach der Kanti ging ihr Weg sehr geradlinig weiter. Sie war häufig sportlich in den Bergen aktiv, «das habe ich vermutlich von meinem Vater», berichtet die 36-Jährige lachend. Nach dem Geografie-Studium arbeitete sie für ein kleines Beratungsbüro für Entwicklungszusammenarbeit und schrieb ihre Masterarbeit über nachhaltige Toilettensysteme in der Mongolei. «Doch nach vier, fünf Jahren habe ich gemerkt, dass mir für diese Art von internationaler Entwicklungszusammenarbeit einfach teilweise das Verständnis vor Ort fehlte.» Damals suchte die Schweizer Bergschutzorganisation Mountain Wilderness eine Geschäftsführerin. Conradin war 29 Jahre alt. «Mein damaliger Freund und heutiger Mann fand, da müsse ich mich unbedingt bewerben. Ich dachte, die nehmen mich sowieso nicht, die wollen jemand Erfahrenes.» Aber sie bewarb sich und wurde angestellt.

So war Katharina Conradin bis im März 2018 die Geschäftsführerin der Organisation. «Dort habe ich ein riesiges Netzwerk an Kontakten aufbauen und auch sehr viel Erfahrung in dem Gebiet sammeln können.» Unter anderem hatte sie auch mit der Alpenschutzkommission Cipra zu tun. Und als deren Präsident 2014 zurücktrat, fragte er sie an, ob sie seinen Posten übernehmen würde.

Keine konkrete Antwort
«Auch hier fand ich wieder, das sei doch viel zu früh. Aber eine solche Chance konnte ich auch nicht ausschlagen.» Seit 2014 ist Katharina Conradin nun also Präsidentin von Cipra International – und damit die erste weibliche Leiterin dieser Organisation, seit sie 1952 in Österreich gegründet wurde. Hier beschäftigt sie sich wiederum mit ihren gebündelten Lieblingsthemen: der nachhaltigen Entwicklung in den Alpengebieten (siehe Box).

«Die Hauptfrage, die wir uns stellen, ist: Wie soll es mit den Berggebieten weitergehen? Ist intensiver Tourismus für einige Regionen die Lösung? Wie nachhaltig ist das? Was passiert mit den Gebieten, in denen kaum noch jemand lebt?» Anders ausgedrückt: «Wie können gleichzeitig die Lebensqualitäten der Menschen in den Berggebieten erhalten und die Natur nicht ausgebeutet werden?» Dafür hat bisher niemand eine konkrete Lösung. Die Freiämterin, die heute mit ihrem Mann und dem 2-jährigen Sohn in Bern lebt, hat ihre Nische gefunden. «Ich fühle mich sehr wohl im Moment. Die Welt der NGOs, also der Nichtregierungsorganisationen, gefällt mir sehr. Ich kann mir gut vorstellen, irgendwann in die Politik einzusteigen, aber im Moment ist das noch kein Thema.» Sie ist Mitglied der Grünen und arbeitet zudem in einem kleineren Pensum für die Stiftung Landschaftsschutz. «Die Arbeit für Cipra war anfangs ehrenamtlich. Heute habe ich aber ein 10-Prozent-Pensum. Das kann ich auch mit meiner Familie sehr gut vereinbaren.» Im Freiamt ist sie nur noch selten, wenn sie ihre Familie und Freunde besucht oder für eine der Organisationen dort etwas anschauen gehen muss. Und doch hat sie beste Erinnerungen daran.

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