Schöftland-Trainer Vincenzo Salerno zur WM: «So sieht die Zukunft des Fussballs aus»

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Rund die Hälfte aller 169 WM-Tore fielen bei der Endrunde in Russland nach Standardsituationen. (Bild: AP Photo/Martin Meissner)

Mit einem 4:2-Finalsieg gegen Kroatien hat Frankreich am Sonntag in Moskau den zweiten Weltmeistertitel gewonnen. Das torreichste WM-Endspiel seit 60 Jahren haben auch Nicola Nocita, Trainer des Erstligisten SC Zofingen, und sein Pendant beim 2.-Liga-inter-Klub SC Schöftland, Vincenzo Salerno, mitverfolgt – und beide sind sich einig: «Les Bleus» haben sich zu Recht die Krone aufgesetzt.

«Wer Argentinien, Uruguay, Belgien und Kroatien schlägt, ist verdient Weltmeister geworden», sagt Salerno. Spielerisch hätten die Franzosen während des Turniers nicht restlos überzeugt, «aber sie traten enorm effizient auf». Diese Ansicht teilt auch Nocita: «Sie waren defensiv und offensiv stark», sagt der 50-jährige Oftringer.

Defensive im Fokus
Von den vergangenen vier WM-Wochen wird dem Duo vor allem die Wirkung der Standardsituationen in Erinnerung bleiben. «Rund die Hälfte aller Tore fiel nach stehenden Bällen. So sieht die Zukunft des Fussballs aus», ist Salerno überzeugt.

Dem 37-jährigen Italiener, der diesen Sommer in Schöftland die Nachfolge von Jürg Widmer angetreten ist, stach ausserdem die kompakte Abwehrarbeit bei vielen Nationen ins Auge. «Die eigene Box wurde gut besetzt und der Gegner bewusst nach aussen gesteuert», erklärt Salerno und nennt als Beispiel den Achtelfinal zwischen der Schweiz und Schweden, als die Mannschaft von Trainer Vladimir Petkovic dazu gezwungen wurde, mit Flanken in den Strafraum ihr Glück zu suchen. «Hingegen hat man wenig Balleroberungen im offensiven Drittel gesehen. Das war 2014 in Brasilien anders», analysiert Salerno.

Keine «krassen» Fehlentscheide
Geändert haben sich in Russland auch die Möglichkeiten in Sachen Hilfsmittel für die Schiedsrichter. Erstmals in der WM-Geschichte konnten die Spielleiter bei strittigen Szenen auf den Videobeweis zurückgreifen. Das sei eine gute Sache, finden Vincenzo Salerno und Nicola Nocita unisono. «Es hat keine krassen Fehlentscheide gegeben», sagt Nocita. Die Diskussionen um die Notwendigkeit des Videobeweises hält Salerno für überflüssig. «Wie bei allem, was neu ist, gibt es Dinge, die verbesserungswürdig sind», sagt er.

Luft nach oben vorhanden sei auch bei Neymar und dessen Auftreten auf dem Platz. «Das war ein peinliches Verhalten des teuersten Fussballers der Welt», meint Salerno zu den Schauspielereien des Brasilianers. Nicola Nocita bekundete derweil Mühe damit, dass politische Themen in «irgendwelchen Formen» in die Spiele miteinbezogen worden sind.

Verpasste Chance
Einig sind sich die zwei Trainer auch, was das Abschneiden der Schweizer Nationalmannschaft betrifft. «Im letzten Drittel haben die Schweizer zuwenig gemacht. Es fehlte der Topskorer für die nötigen Tore», spricht Nicola Nocita Klartext. Das sei insofern schade gewesen, weil die Favoriten früh ausgeschieden sind. Vincenzo Salerno zweifelt gar daran, ob Petkovics Spieler derart begeistert auftreten können wie der unterlegene Finalist. «Kroatien besitzt Qualität und gute Einzelakteure, die mit Leidenschaft für ihr Land spielen. Da hat man gesehen, dass die Grösse der Nation nicht immer ausschlaggebend ist», sagt er.

Nach 64 WM-Partien überwiegen bei ihm und Nicola Nocita aber definitiv die positiven Seiten. «Es gab keine Gewalt und das Turnier war gut organisiert, wie man an der Freude der Fans erkennen konnte», sagt Zofingens Trainer.

Bei Vincenzo Salerno schwingt nach dem Turnierende angesichts der nächsten WM-Endrunde in vier Jahren in Katar eine Prise Wehmut mit. «Als Kind habe ich immer davon geträumt, an einer WM zu spielen – aber sicher nicht in der Wüste», sagt er.

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