Blick hinter die Tür: Zwei Künstler entfalten sich in ehemaligem Safenwiler Gotteshaus

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Verena und Rolf Gubser geniessen ihr Daheim. Gerne sitzen sie in ihrer heimeligen Küche. emiliana salvisberg

Wer in Safenwil die Köllikerstrasse entlangfährt, vermutet nicht, dass das Einfamilienhaus Nummer 14 früher eine Kirche war. Eine üppig-grüne Hecke verbirgt die Bogenfenster des 1907 erbauten Hauses, das der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) gehörte. Neben Gottesdiensten fand im schlichten Kirchenraum über Jahre die Sonntagsschule der Reformierten Kirchgemeinde statt. Bevor Verena und Rolf Gubser das Haus vor 15 Jahren erwarben, diente es nur noch als Wohnhaus. «Für uns ist mit diesem Haus ein Traum in Erfüllung gegangen», sagt das Ehepaar, das einen Hang für spezielle Wohnorte hat. So lebten sie 22 Jahre lang in Schöftland in der ehemaligen Unteren Mühle. Der Wunsch nach einem Eigenheim zog sie nach Safenwil.

Durch einen Windfang geht es zur massiven Holztür, die in den ehemaligen Gottesdienstraum führt. «Wir haben ausser einer Trennwand nicht viel verändert», sagt Verena Gubser und stösst die rechte Schwenktür auf, die in ihr Atelier führt. Hell und farbenfroh ist die Wirkstätte der Grafikerin und Künstlerin. Verena Gubser ist mit einem Bruder und einer Schwester in Kölliken aufgewachsen, machte in Aarau eine Lehre zur Grafikerin und ging in Zürich an die Kunstgewerbeschule. Viele Jahre war sie als selbstständige Grafikerin tätig. Auf ihre erste Ausstellung 1981 in Kölliken folgten weitere. Unter den Kunstwerken sind immer wieder Objekte, die das Ehepaar gemeinsam erschaffen hat.

Vor 56 Jahren haben sie sich in Kölliken kennen und lieben gelernt. «Ich machte damals eine Lehre als Wagner», sagt Rolf Gubser, der aus Basel stammt. Gerne erzählen sie von ihrer Zeit bei Möbel Pfister, wo sie als Grafikerin und er als Kulissenbauer unter anderem unzählige Fotoaufnahmen für die Werbung gemeinsam realisiert haben. «Die Ästethik hatte einen hohen Stellenwert», sagen die beiden.

In den 70er-Jahren fing Verena Gubser mit dem Malen und Gestalten an. Dabei konzentriert sie sich auf die sechs Grund- und Komplementärfarben. Durch Impulse von Künstlern wie Sophie Täuber-Arp, Max Bill und Paul Klee habe sie ihre eigene Bildsprache entwickelt, erzählt Verena Gubser, die zu den Vertreterinnen konkreter und konstruktivistischer Malerei zählt. Ihre Werke widerspiegeln geometrische Exaktheit und Ordnung. Zudem haben sie eine gesellschaftspolitische Botschaft. «In der Gleichberechtigung der Farben spiegelt sich meine Hoffnung und mein Engagement für Gerechtigkeit im Leben», sagt die 74-Jährige. Seit 40 Jahren gehört sie der SP an. Am Kulmer Bezirksgericht war sie Ersatzrichterin und in Schöftland in diversen Kommissionen aktiv. In Safenwil ist sie als Stimmenzählerin engagiert.

Gemeinsame Liebe zum Gestalten
Unermüdlich ist auch Rolf Gubser, der viele Jahre als selbstständiger Möbelrestaurator tätig war. So ist auch seine Werkstatt eine Entdeckung. An der Wand hängt antikes Werkzeug, das er unter anderem sammelt. Ein Wüstenbild weckt seine Erinnerung an eine seiner Reisen, die er im Auto unternommen hat. Ab und an fährt der 74-Jährige auch ins Engadin, um seinen Vorrat an Arvenholz aufzustocken. «Das duftet so wunderbar», sagt Rolf Gubser und erzählt, dass er im oberen Stockwerk alle Böden aus Emmentaler Tannholz selber verlegt hat.

Gubsers laden zu Kaffee und Kuchen in ihre Wohnung im Obergeschoss. Da keine direkte Verbindung besteht, geht es durch den liebevoll gestalteten Garten in ihr Privatreich. Die Liebe zum Gestalten und Erschaffen, die das Ehepaar verbindet, ist in jedem Winkel zu sehen. Nichts ist zufällig hingestellt, sondern wie die Sammlung an Gläsern zu einem stimmigen, harmonischen Ganzen komponiert.

Blick hinter die Tür

In unserer losen Sommerserie ermöglichen wir Ihnen Einblicke in Häuser und Gebäude, die nicht öffentlich zugänglich sind. Heute führen Verena und Rolf Gubser aus Safenwil durch ihr Daheim, das eine Kirche war.

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