Aarauerstrasse als autofreie Flanierzone? – «prädestiniert als Wochenmarkt-Standort»

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An der Aarauerstrasse könnte der Wochenmarkt künftig stattfinden (Bild: Remo Fröhlicher)
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Konrad Schiblis Konzept sieht vor, die alte Aarauerstrasse in «Bifang Promenade» umzubenennen, die Parkplätze aufzuheben und Sitzgelegenheiten aufzustellen. Die gleiche Idee hatte eine Arbeitsgruppe des Projekts Chance Olten Ost vier Jahre zuvor. (Bild: Fotomontage: Zvg)
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So könnte sich MiO-Geschäftsführer Mike Zettel den Wochenmarkt in der alten Aarauerstrasse vorstellen: Im oberen Teil jeweils nur mit Marktständen in der Strassenmitte, ab der Verzweigung Neuhardstrasse auf beiden Seiten. (Bild: AZ)

Die alte Aarauerstrasse hat das Potenzial, mehr zu sein als nur eine Durchfahrtstrasse. Das hat auch schon eine Arbeitsgruppe beim Projekt Chance Olten Ost, das vom Bund mitfinanziert wurde, erkannt: Sie stellte im Jahr 2010 einen Antrag, die alte Aarauerstrasse zu einer Flaniermeile umzugestalten: Die Strasse habe «aufgrund ihrer grosszügigen Gestaltung inklusive der Baumallee in der Mitte und ihrer unmittelbaren Nähe zu wichtigen (Entwicklungs-)Gebieten von Olten ein grosses Potenzial als attraktive Flaniermeile und Begegnungszone».

Die Arbeitsgruppe schlug daher vor, die Strasse verkehrsfrei zu machen, die Parkplätze aufzuheben und den neu geschaffenen Raum für Sitzmöglichkeiten und für eine Begrünung zu nutzen. Die alte Aarauerstrasse könnte so als «Gastro-Meile mit vielfältigem Angebot» gestärkt werden. Auch der Wochenmarkt könnte dort stattfinden, so die Arbeitsgruppe.

Eine ähnliche Idee hatte vier Jahre später auch Youcinema-Inhaber Konrad Schibli, der an der alten Aarauerstrasse seinen Kinokomplex betreibt. Er schlug in einem Konzept vor, die Strasse zur «Bifang Promenade» umzubenennen und sie autofrei zu gestalten – nur die Zufahrt für Zubringer, Anwohner und zum Oltimo-Parkhaus wäre noch möglich. Neben dem Wochenmarkt hätten dort weitere Themenmärkte veranstaltet werden können. Schibli schlug ebenfalls vor, Blumentröge oder Eisenstühle als Sitzgelegenheiten aufzustellen, um den Flaniercharakter zu betonen. In seinen Augen hätten die Anpassungen nicht mehr als eine fünfstellige Summe gekostet. Die Stadt machte ihm damals in einem direkten Gespräch allerdings einen Alternativvorschlag mit einem zwei Meter breiten autofreien Korridor. «Weil dies nichts mehr mit meiner ursprünglichen Idee zu tun gehabt hatte, zog ich meinen Vorschlag zurück und verfolgte die Sache nicht weiter.»

«Alte Aarauerstrasse prädestiniert»
Schibli ist wie weitere Fürsprecher des rechten Aareufers der Meinung, dass der Wochenmarkt unbedingt im Bifangquartier gehalten werden muss und keinesfalls auf die Kirchgasse zügeln darf. Dies hat kürzlich der Marktfahrer Dominik Hess als Idee vorgeschlagen (wir berichteten). Schibli zufolge würde der samstägliche Wochenmarkt am besten in die alte Aarauerstrasse passen. Hugo Saner, der unter anderem die Weihnachtsbeleuchtung im Bifangquartier mitinitiiert und das Netzwerk Olten Ost mitgegründet hat, stimmt ihm zu: «Der Wochenmarkt gehört auf die alte Aarauerstrasse.»

Dort gäbe es genügend Platz und es sei «wunderbar unter diesen Bäumen». Der Markt wäre dort sogar ausbaubar. Die Stadt habe unter «fadenscheinigen Gründen» einen Umzug abgelehnt. Einen neuen Platz zwischen Bifangstrasse und Bifangmatte für den Wochenmarkt und weitere Anlässe zu schaffen, ist ihm zufolge «hinausgeworfenes Geld». Ähnlicher Meinung ist Mike Zettel, der als Geschäftsführer der Messe in Olten (MIO) unter anderem auch Stände auf der alten Aarauerstrasse aufstellt.

«Wenn ein Teil der MIO dort Platz hat, tun dies sicher auch die Marktfahrer – allerdings eventuell an gewissen Stellen ohne Autos.» Zudem sei die alte Aarauerstrasse länger als die Bifangstrasse, wo der Wochenmarkt bisher beheimatet ist. Die einzige Herausforderung seien die diversen Ausfahrten etwa beim Oltimo-Parkhaus oder weiterer Gebäudekomplexe wie des Heilpädagogischen Schulzentrums (siehe Illustration oben). Bis zur Einmündung Neuhardstrasse könnten daher nur die Räume zwischen den Bäumen, danach beide Strassenseiten von den Marktfahrern benützt werden. «Der Markt an der alten Aarauerstrasse hätte eine schöne Atmosphäre», sagt Zettel, der sich als Vorstandsmitglied des Quartiervereins rechtes Aareufer Olten auch für den Markt im Bifangquartier einsetzt.

Was sagt die Stadt dazu? «Die Alte Aarauerstrasse wäre prädestiniert als Wochenmarkt-Standort», sagt auch Stadtpräsident Martin Wey. Sie sei schon vor dem Projekt Sälipark 2020 ein Thema gewesen und sei auch jetzt wieder als mögliche Alternative zusammen mit dem Podest Bifangschulhaus angeschaut worden. Weil der Raum zu eng ist, die Erschliessung der Liegenschaften nicht mehr gegeben ist und laut Wey auch die Marktfahrer nicht gerne dorthin gingen, hat die Stadt einen Umzug bisher verworfen. Wey verrät aber, dass Pläne vorhanden sind, wie die alte Aarauerstrasse unterhalb des Oltimo-Parkhauses autofrei ausgeschieden werden könnte.

Somit würden die Absichten von Schibli und der damaligen Arbeitsgruppe von Chance Olten Ost doch noch (teil)realisiert werden. Wey: «Das wäre mit geringen Kosten machbar.». Weil der Stadtrat aber die Gesamtplanung rund um den Sälipark 2020 mit Bifangplatz und Bifangstrasse abwarten will, hat er die Sache bisher nicht stärker vorangetrieben. 

Sälipark-Leiterin will Wochenmarkt auf Stadtseite halten

Die Sälipark-Centerleiterin Vera Graf würde es begrüssen, wenn der Wochenmarkt weiterhin auf der rechten Stadtseite erhalten bleiben würde. «Ich kann mir gut vorstellen, dass es den Kunden wichtig ist, vor oder nach dem Besuch des Wochenmarkts im Sälipark einzukaufen.» Man hätte dazu aber keine Auswertung gemacht. Daher kommt auch die Stadtrats-Idee eines neuen Platzes, der zwischen Bifangstrasse und Bifangmatte geschaffen werden soll, bei Graf gut an: «Es wäre fast am gleichen Ort. Die Marktfahrer und die Kunden müssten sich kaum umgewöhnen.»

Die Sälipark-Besitzerin Giroud Olma hat laut Graf der Stadt vorgeschlagen, dass der Wochenmarkt auch auf dem Vorplatz des ausgebauten Säliparks 2020 stattfinden könnte. Das bestätigt Stadtpräsident Martin Wey auf Anfrage. Detaillierte Abklärungen wurden allerdings noch nicht getätigt. Die Frage etwa bleibt vorerst offen, ob es für alle bisherigen Marktfahrer genügend Platz gäbe. «Für die Stadt und die Kunden ist der Wochenmarkt zwar ein wichtiges Anliegen, hat aber derzeit bei uns nicht Vorrang», verweist Graf auf die hängigen Einsprachen zum Erweiterungsprojekt Sälipark 2020. (fmu)

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