Warum wollen Sie Mann und Frau abschaffen?

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Beat Flach, GLP-Nationalrat. Sandra Ardizzone

Der verheiratete Grünliberale aus Auenstein will nichts weniger als die Bezeichnung Mann und Frau vor dem Gesetz abschaffen. Flach hat ein entsprechendes Postulat eingereicht, wie das Newsportal «Watson» berichtete.

Herr Flach, stört es Sie, als Mann angesprochen zu werden?

Beat Flach: (lacht) Nein, natürlich nicht. Ich bin ein Mann und werde auch immer einer bleiben. Aber in Gesetzen, wo es keinen Grund mehr gibt für die Unterscheidung Mann-Frau, sollte man diese abschaffen.

Sie regen an, die Geschlechterbezeichnung vor dem Gesetz künftig neutral zu halten. Was bringt das?

Es garantiert die Gleichberechtigung der Geschlechter. Und es ist eine Alternative zur Einführung eines dritten Geschlechts, wie sie in der Schweiz und in anderen Ländern unter anderem von intersexuellen Menschen gefordert wird. Das könnte aber wieder zu einer neuen Diskriminierung führen. Das deutsche Bundesverfassungsgericht schlägt deshalb vor, auf einen Geschlechtseintrag ganz zu verzichten. Ich finde diese Lösung elegant und prüfenswert.

Löst das ein reales Problem oder ist das eher Gender-Symbolpolitik?

Die Geschlechterdiskriminierung wäre auf einen Schlag weg! Mir geht es nicht nur um die Trans- und intersexuellen Personen. Die neue Regelung würde auch die gesetzliche Ungleichbehandlung von Männern und Frauen verunmöglichen.

In der Konsequenz müssten Frauen dann auch Militärpflicht leisten oder das Rentenalter angleichen. Ist das in Ihrem Sinn?

Ja, es gibt keinen Grund mehr für unterschiedliche Rechte und Pflichten. Die Folge der Gleichstellung wäre aber auch ein gleichberechtigter Elternurlaub. Das würde für Frauen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf massiv verbessern.

Besteht nicht die Gefahr, dass Frauen die Verliererinnen einer geschlechtsneutralen Regelung werden? Man könnte dann ja auch keine Frauenquote oder andere Gleichstellungsmassnahmen mehr beanspruchen, wenn es die Frau gesetzlich gar nicht mehr gibt.

Das glaube ich nicht. Ich will die gesetzliche Ungleichbehandlung beseitigen, nicht das Geschlecht abschaffen. Diskriminierung kann so weiter bekämpft werden.

Sie schreiben in Ihrem Postulat, man müsse neue Regelungen finden, um relevanten Unterschieden weiterhin Rechnung zu tragen, z. B. bei einer Schwangerschaft. Das klingt doch nach einem Bürokratiemonster, das da geschaffen würde für etwas, das bisher selbstverständlich war.

Überhaupt nicht. Damit habe ich nur gemeint, dass etwa der Mutterschaftsschutz nicht aufgehoben werden dürfte durch die Abschaffung der Geschlechter vor dem Gesetz.

Hand aufs Herz: Glauben Sie daran, dass Ihr Vorschlag umgesetzt wird?

Eine gute Idee muss man dann lancieren, wenn man sie hat. Mir ist schon klar, dass das nicht von heute auf morgen geht. Aber die Schweiz hat in Sachen Gleichberechtigung Nachholbedarf. Und in 100 Jahren werden wir nicht mehr in den Mustern Mann-Frau denken, wenn es um Rechte, Pflichten und Rollen der Geschlechter geht.

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

Oh Mann o Mann

Erdenbürger Mensch
schrieb am 22.07.2018 14:30
Gleichstellung hin oder her. Ich bin der Meinung das jeder Mensch in gleicher Situation auch die gleichen Voraussetzung für eine faire Kommunikation geniessen kann. Lohngleichheit unter den Geschlechtern ist eine unlösbare Tatsache, solange es unter Gleichgeschlächtlichen Menschen bei gleicher Arbeit Unterschiede im gleichen Betrieb gibt. Lohn ist und bleibt immer eine relative Gegenleistung zur Arbeit. Und genau hier gibt es leider viele Berufe die unterbezahlt sind und leider sehr viele die überbezahlt sind.
Wenn aber die Bezeichnung Mann und Frau wegfällt dann wünsche ich viel Vergnügen bei den Lösungen von Verwechslungen jeder Art. Das fängt schon an bei den zahlreichen Vornamen die auf beide Geschlechter zutreffen.
Im übrigen mache ich mir ernsthaft Gedanken welche "Arbeit" bei den Politikern BELOHNT werden soll, wenn solche Lapalien ein Thema sein soll.
Es gibt ernsthaft wichtigere Tatsachen zu lösen.
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