Leben im Bahnhof: Bahnwärterhaus mit Umschwung zu verkaufen

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Wer gleich neben den Gleisen leben möchte, darf sich von durchfahrenden Zügen nicht gestört fühlen. (Bild: Martin Zürcher)
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Zum Bahnwärterhaus gehört auch das ehemalige WC-Gebäude des alten Bahnhofs Küngoldingen... (tiz)
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... Dieses kann gut als Atelier benutzt werden. (tiz)
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Blick aus dem ersten Stock Richtung eo (tiz)

Auch als die Züge auf der Nationalbahnstrecke bis vor drei Jahren noch am alten Küngoldinger Bahnhof hielten, wohnte schon längst kein «Bähnler» mehr im ehemaligen Bahnwärterhaus direkt neben den Gleisen. Die SBB als Eigentümerin vermietete das Objekt als Wohnung. Nun möchte sie es verkaufen. Doch die Suche nach einem Käufer gestaltet sich nicht einfach, wie ein Vertreter der SBB gesteht: «Die Liegenschaft befindet sich in der Landwirtschaftszone. Neu- oder Erweiterungsbauten sind nur in einem sehr beschränkten Masse erlaubt.» Zudem werde das Gebäude von der Gemeinde Oftringen als «Kulturobjekt» angesehen und stelle daher einen Schutzwert dar. «Die Banken machen da leider nicht so gerne mit.» Somit müsse ein Käufer deutlich mehr Eigenkapital liefern als für ein normales Einfamilienhaus. «Die Leute investieren ihr Eigenkapital lieber in Neubauten auf Bauland.»

Klar ist: Der Käufer muss ein Bahnliebhaber sein und diese Leidenschaft höher gewichten als finanzielle Interessen. Auch dass viermal stündlich ein Zug unmittelbar vor dem Fenster durchbraust, darf nicht als störend empfunden werden. Hinzu kommen punktuell Autozüge von und zur Emil Frey AG in Safenwil.

SBB erwarb das Land gratis
Im November 1914 hielt erstmals ein Zug an der Haltestelle in Küngoldingen. Diese wurde jedoch erst errichtet, als «Linden»-Wirt Jakob Ludin, der ehemalige Besitzer des Grundstücks, bereit war, das Land gratis an die SBB abzutreten. Zusätzlich forderte die Bundesbahn eine finanzielle Beteiligung in der Höhe von 6000 Franken. 4000 Franken davon bewilligte die Gemeindeversammlung. Den restlichen Betrag legten zwölf Küngoldinger zusammen. Als man sich in der Gemeinde auch dazu bereit erklärte, billiges Wasser für die Dampflokomotiven zur Verfügung zu stellen, stand dem Bahnhof Küngoldingen nichts mehr im Wege. Aufgrund des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs verzichtete man jedoch auf Feierlichkeiten zur Eröffnung.

WC-Gebäude gehört dazu
Seit Dezember 2015 befindet sich die Haltestelle Küngoldingen mehrere hundert Meter weiter in Richtung Zofingen, mitten im Siedlungsgebiet. Wer nun im alten Bahnhof leben möchte wie Lukas, der Lokomotivführer in Jim Knopf, muss 650 000 Franken hinblättern. Dafür erwirbt man neben dem Hauptgebäude (ca. 120 Quadratmeter Wohnfläche) das ehemalige WC-Gebäude nebenan, welches als Atelier dienen kann, sowie viel Umschwung. Insgesamt erstreckt sich die Fläche des Grundstücks auf 1144 Quadratmeter. «Das Haus befindet sich grundsätzlich in einem guten Zustand», erklärt der Vertreter der SBB. «Im Dachstock gibt es einen Querbalken, den man beobachten muss, und die Fassade muss sicher auch bald einmal gereinigt werden.» Die letzte umfassende Sanierung erfolgte im Jahr 1995. Derzeit steht das Gebäude leer. Die letzte Mieterin ist laut der SBB ausgezogen, nachdem die Bundesbahn ihre Absichten geäussert hat, die Liegenschaft zu verkaufen. Beim Unternehmen hofft man nun, das Bahnwärterhaus in Küngoldingen bald an den Mann oder an die Frau zu bringen.

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Nicole
schrieb am 06.09.2018 20:26
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