Unmoralisch und scheinheilig

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Zum Artikel «Unmoralisches Angebot der Kirche an verliebten Priester» in der Ausgabe vom 21./22. Juli. 

Ein sehr interessanter Beitrag, der wieder einmal die Probleme mit dem Zölibat und die Weltfremdheit in der katholischen Kirche aufgreift. Papst Franziskus geniesst zwar grosse Sympathien und Zustimmung bei vielen Menschen aller Konfessionen, aber um das Zölibat abzuschaffen, fehlen dennoch die Voraussetzungen, vielleicht auch der Wille. Frauen haben in der katholischen Kirche nach wie vor nur untergeordnete Rechte. Dazu kommt: Ein katholischer Priester hinterlässt nach seinem Tode keine Frau und keine Familie, ganz im Gegensatz zu einem verheirateten protestantischen Pfarrer, dessen Familie erhalten werden muss. Somit ist das wohl ein nicht unerhebliches finanzielles Problem. Der Vorschlag, ein Priesteramt anzunehmen und als «Tarnung» die Frau als Haushaltshilfe anzustellen, erinnert irgendwie an mehr als 500 Jahre zurückliegende Praktiken, als der scheinheilige Ablasshandel schliesslich zur Reformation durch Martin Luther führte.

LEOPOLDINE GAIGG, BOTTENWIL

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