Wetter machte Strich durch die Rechnung: Die Gipfelstürmer haben ihr Ziel nicht ganz erreicht

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Sandro Mirasolo (rechts) und Thomas von Büren am 15. Juli auf dem Brienzer Rothorn. (Bild: zvg)
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Am Mittwoch waren die beiden am Geissfluegrat, dem höchsten Punkt im Kanton Aargau. (Bild: zVg)
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Das gesamte Material für die 50 Tage (Bild: Instagram)

Der Oltner von Büren und Mirasolo aus Malters LU hatten sich in den Kopf gesetzt, innert 50 Tagen die höchsten Gipfel aller Kantone und Halbkantone zu erklimmen: Per Velo, zu Fuss, auf Ski. 25 Bergspitzen hatten auf dem Programm gestanden, ihrer 23 hat das Duo zwischen dem 2. Juni und dem 15. Juli auch tatsächlich besucht.

Zurück; gesund und glücklich
Mittlerweile sind die beiden von ihrer Tour, die sich «Summits of Switzerland» nannte, zurück; gesund und glücklich. Thomas von Büren, der 29-jährige Schreiner und Zimmermann, ist mit dem Projektverlauf ganz zufrieden. Auch wenn das ambitionierte Ziel der Tour nicht ganz erreicht wurde, sagt er: «Nein, die beiden fehlenden Gipfel, jene des Finsteraarhorns und der Bernina, stressen mich nicht.» Und warum nicht? Von Büren überlegt nicht lange. «Weil dieser Umstand nicht unserer Planung oder unserer körperlichen Fitness geschuldet ist.»

Es war das Wetter, welches dem Duo gleich mehrfach einen Strich durch die Rechnung machte. Gleich zu Beginn ihrer Tour am 2. Juni nahm man die Bernina in Angriff, musste aber kurz vor dem Ziel wegen schlechten Wetters umkehren. Gleiches galt für Finsteraarhorn und Dufourspitze, die im ersten Durchgang nicht begangen werden konnten. Immerhin: wenigstens die Besteigung des höchsten Punktes der Schweiz (4634 m ü. M.), der Dufourspitze, hat ihnen der Wettergott innert der veranschlagten 50 Tage doch noch zugestanden. «Die Dufourspitze war der Höhepunkt», sagt von Büren denn auch.

Der persönliche – sicher; der gesellschaftliche Höhepunkt ergab sich nach 44 Tagen aber ebenso sicher auf dem Brienzer Rothorn (2351 m ü. M.), wo sich Freunde, Verwandte, Helfer und Sponsoren trafen, um die beiden Gipfelstürmer gebührend in Empfang zu nehmen. Denn nach dem Abstieg von der Dufourspitze (11. Juli) hatte das Duo bekannt gegeben, auf dem Brienzer Rothorn (am 15. Juli) schweren Herzens die Tour wetterbedingt zu beenden.

«So 30 bis 40 Personen sind schon gekommen», sagt von Büren heiter. Und: «Plötzlich war das Projekt zu Ende.» Es war etwa so, als hätte man Mirasolo und von Büren etwas Lebendiges entrissen; eine lieb gewonnene Gewohnheit, eine Herausforderung entfernt. «Es war auf jeden Fall ein eigenartiges Gefühl», sagt von Büren knapp 10 Tage danach.

Motivationsprobleme zur Hälfte
Ob sie vor dem Hintergrund der gemachten Erfahrungen heute irgendwas anders entscheiden würden? Von Büren verneint. Klar, es gab Motivationsprobleme bei Hälfte der Tour. «Man fragt sich dann: Warum machst du das eigentlich und wofür?» Aber man überwinde sich. Es gehe auch um so was wie Stolz, Ehre.

Man habe im Vorfeld des Projekts schliesslich viele Vorstellungen mit andern geteilt, ausgetauscht. «Da gibt man nicht einfach klein bei», sagt von Büren fast ernst. Ein Experiment wie «Summits of Switzerland» wirkt auch mental, disziplinierend, ja selbst kontemplativ. «Unglaublich, wie klein dieses Land ist», so von Büren sinnierend. «Und jetzt ists noch kleiner geworden.» Er hält inne. «Alles ist mit dem Velo zu machen.»

Ein Projekt der Insider
Auch wenn «Summits of Switzerland» ein vergleichsweise anonymes Projekt war und von der Aussenwelt nur beschränkt wahrgenommen wurde: Insider wussten dennoch Bescheid, wie von Büren erzählt. Hüttenwarte, Berggänger, Wanderer hätten sie durchaus erkannt. «Das ist ein absolut motivierender Aspekt», schiebt er hinterher. Man merke so, nicht ausschliesslich im eigenen Vakuum zu operieren.

Obwohl «Summits of Switzerland», wie sie im Nachhinein feststellten, eigentlich mehr ein Veloprojekt gewesen sei, aber mit dem Erklimmen von Viertausendern zu Beginn der Tour eher an ein veritables Bergsteigerepos erinnert habe. «Fast 1800 Kilometer haben wir auf dem Zweirad zurückgelegt», sagt von Büren. «Und nur knapp 300 km zu Fuss.»

Und jetzt? Wer als Abenteurer zurückkehrt, hat meist nichts anderes im Sinne als wiederum ein Abenteuer zu starten. Das ist auch bei von Büren und Mirasolo nicht anders. «Vielleicht versuchen wir uns als Nächstes in Europa mit dem Erreichen der jeweils höchsten Ländergipfel», lächelt der Oltner zaghaft. Das sei einfach mal so eine Idee, sagt er noch; von Terminen keine Rede. «Denn vorläufig ist das alles noch gar nicht spruchreif.»

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