Prost! Gebraut wird aber schon früher

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Gut für ein gutes Bier: Das Wiggerli» von Guido Felder aus Dagmersellen. (Bild: André Widmer/Archiv)

Sommerzeit, Grillzeit, Bierzeit: So in etwa mögen es die geneigten Geniesser des Malzgetränkes. Kühl darf es besonders jetzt bei den hohen Temperaturen sein, ob ab Stange oder Flasche.

Das Bier, das jetzt die Hälse runter- fliesst, ist nicht erst vor wenigen Tagen, sondern bereits früher gebraut worden. Rund sechs Wochen «gedeiht» das Gebräu, bevor es in den Verkauf kommt. Nicht nur deshalb könnte beispielsweise Guido Felder von der Brauerei Wiggerli in Dagmersellen, der pro Braudurchgang rund 170 Liter produziert, kurzfristig nicht reagieren. Dies muss er aber derzeit auch nicht – der heisse Sommer hat sich auf die Nachfrage nach dem «Wiggerli» bislang nicht massiv ausgewirkt. Felder erklärt hingegen: «Im Frühling, wenn es die ersten Tage wärmer ist, zieht der Absatz bereits an.» Weil für Guido Felder der private Verkauf ab Rampe der wichtigste Vertriebskanal ist, ist es derzeit in der Ferienzeit sogar etwas ruhiger. «Was immer beliebt ist, ist der Offenausschank», sagt er. Der wird beispielsweise an der Dagmerseller Chilbi, die dieses Jahr vom 18. bis 20. August stattfindet, wieder aktuell.

Schub durch Fussball-WM

Grundsätzlich wirke sich in der Schweizer Brauereibranche ein Jahr mit einer Fussball-Weltmeisterschaft immer positiv aus, kann den Ausführungen von Karin Wagemann, Geschäftsführerin beim Soorser Bier, entnommen werden. Die Erfolgskurve der Brauerei in Sursee zeigt steil nach oben. Nicht nur, weil man schon vier Auszeichnungen eingeheimst hat. «Der jetzige dritte Sommer ist mit Abstand der beste», so Wagemann. Wegen der noch jungen Geschichte der Brauerei fehlen allerdings noch längerfristige Verkaufswerte, um heissere und regnerische Sommer miteinander vergleichen zu können. Beim Soorser Bier hat man jedoch in den letzten Monaten die Tanks gefüllt, auf eine erhöhte Nachfrage können die Surseer deshalb gut reagieren. Das Ziel ist stets, nie out-of-stocs zu kommen, das heisst, einzelne Biersorten sollen nie länger nicht erhältlich sein. Mindestens eine Auswirkung hat das heisse Wetter: «Zum Teil erhalten wir grosse Bestellungen sehr kurzfristig», so Geschäftsführerin und Biersommelière Karin Wagemann.

Als grosser Bierbrauer kann Eichhof natürlich von Erfahrungswerten zehren, ganz klar. Zwar gibt Urs Frei, Leiter Unternehmenskommunikation der Heineken Switzerland (Luzern), keine Auskunft zu Absatzzahlen. Was aber bei Temperaturen von über 27 Grad beobachtet werden könne, ist, dass der Kunde vom klassischen Bier zu «leichteren» Sorten wie einem Calanda Radler mit Zitronengeschmack wechsle. Eichhof selber hat das Eichhof Radler oder das Eichhof Radler 0.0 im Sortiment.

Bei der Luzerner Grossbrauerei hatte man sich auch gut auf den Sommer mit Fussball-WM vorbereitet. Eine erhöhte Nachfrage ist auch für Eichhof in den Distributionskanälen personell gut machbar. «Im Restaurantbereich wird im regelmässigen Rhythmus bestellt.» Nur bei Planungsproblemen vonseiten der Beizer müssten ausserordentliche Fuhren getätigt werden.

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