Die Schweiz auf dem Teller: Das sind die perfekten Gerichte für den 1. August

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Pastetli (Bild: Fahrni Andreas)
Fleischvögel (Bild: Andreas Fahrni)
Toast Hawaii (Bild: zVg)
Pastetli mit Brätchügeli (Fahrni Andreas)
Fotzelschnitte (Bild: emmentaler)
Riz Casimir (Bild: Steamhaus)

Die Italiener sind schuld. Oder waren’s die Türken? Vielleicht aber auch die Japaner, die uns täglich und fast an jeder Strassenecke mit Sushi in allen Variationen locken. Oder was darf es denn heute zum Znacht sein? Eine grosszügig belegte Pizza, eine Tom-Kha-Gai-Suppe, ein saftiger Cheeseburger oder doch lieber ein Dürüm mit allem.

Mit der Globalisierung hat sich die Welt an einen Tisch gesetzt, mit ihr vermischen sich die Esskulturen zunehmend. Jeden Tag finden wir uns vor einer schier endlosen Auswahl an Food-Angeboten wieder. Da erstaunt es nicht, dass typische Schweizer Gerichte, die die Grossmutter in der orange-grün gekachelten Küche so liebevoll zubereitet hatte, in Vergessenheit geraten sind. Oder wann haben Sie das letzte Mal Fleischvögel gegessen?

Zum Nationalfeiertag haben wir uns in der Vorratskammer von damals umgesehen und ein paar Gerichte herausgepickt, die, ein bisschen aufgehübscht statt der üblichen Grillerei ein echter Knaller zum 1. August werden können. Nostalgiegefühl inklusive.

1. Fleischvögel

Wir glauben zu wissen, weshalb Fleischvögel so gut wie gar nicht mehr an Schweizer Tafeln auftauchen. Erstens kostet die Zubereitung viel Zeit, weil die Fleischrollen stundenlang im Wein und eigenen Sud schmoren sollen. Und zweitens sind die Fleischvögel wohl Vielen zu fleischig, werden die Plätzli doch mit Speck und erst noch Brät gefüllt. Wir geben unseren Vögeln eine mediterrane Note und füllen sie stattdessen mit einer Mischung aus frischen Tomaten, Parmesan und grünen Oliven, wie es Köchin Annemarie Wildeisen vorschlägt, und garnieren mit Basilikum. Und unter den Stocki mischen wir ein paar Fetakrümel unter. Ein Hoch auf die Fusions-Küche!

2. Toast Hawaii

Zugegeben: Das Original stammt nicht aus der Schweiz, sondern aus Deutschland. Doch besonders den Schweizern schmeckte der Toast mit Schinken, einem Ananasringli aus der Büchse und grusligem Schmelzkäse obendrauf. Ab den 1960er- bis spät in die 1980er-Jahre führte keine Menükarte einer anständigen Beiz daran vorbei. Als Hauptgang würden wir den Toast heute nicht mehr auftischen. Aber zum Deluxe-Apéro: Man kaufe einen Stoss Mini-Toasts, belege sie mit saftigem Schinken, einem Ananasstückli und Raclette- oder Gruyere-Käse, überbackt das Ganze im Ofen – und fertig sind die Häppchen.

3. Pastetli mit Brätchügeli

Was haben wir in der Kindheit Unmengen von Büchsenfood gegessen! Das Grossmami sagte, das sei modern. Heute wissen wir, dass da primär Abfall und Chemie drinsteckte. Erstaunlicherweise leben wir trotzdem noch und tischen zum 1. August zu Ehren des Grosis Pastetli mit Brätchügeli auf. Die Chügeli aus der Büchse ersetzen wir allerdings mit Pouletgeschnetzeltem und Morcheln. Braten beides mit einer gehackten Zwiebel an, löschen mit Weisswein und Bouillon ab und lassen das Ganze einkochen. Zum Schluss würzen und mit Rahm verfeinern, in das knusprige Blätterteigpastetli vom Bäcker füllen und mit Schnittlauch garnieren. Dagegen sieht ein Cervelat vom Grill ziemlich alt aus.

4. Fotzelschnitte

Früher war alles besser. Aber früher wusste man ganz genau, wie man Essensreste verwerten kann. Das lag den Menschen quasi in den Genen. Heute schmeisst so manch Degenerierter altbackenes Brot in den Abfall. Schade, denn daraus lässt sich so einiges machen, etwa Paniermehl, Croutons – oder Fotzelschnitten. Das Brot wird in Milch getaucht, durch ein Ei gezogen, danach in der Pfanne goldgelb gebraten und zum Schluss grosszügig in Zucker und Zimt gewendet. Wir lassen für unsere Fotzelschnitten den Zimt weg und träufeln vor dem Braten lieber ein bisschen Amaretto über das Brot. Noch warm mit Vanilleglace serviert ein grandios beschwipstes Dessert.

5. Riz Casimir

So exotisch der Name auch klingen mag: Riz Casimir stammt nicht aus einem fernen Land, sondern wurde in den 1950er-Jahren von einem Schweizer, dem Mövenpick-Gründer Ueli Prager, erfunden und schnell zum Klassiker am helvetischen Esstisch. Es ist die Weichspülervariante eines scharfen indischen Currys, mit Schlagrahm (!) und exotischen Früchten garniert. Angesichts des Angebots an asiatischen Gerichten ist der Casimir nun vom Aussterben bedroht. Für die Vegis an der 1.-August-Tafel lassen wir Fleisch sowie Früchte weg, ersetzen diese durch geräucherte Tofuwürfel, löschen mit Ananassaft ab und garnieren mit Chiliflocken. Wetten, dass das sogar den Fleischtigern schmeckt?

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