Obergösgen: «Wir wollen von uns aus nicht reden» - Niemand spricht über die Volg-Überfälle

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Blick zur Volg-Filiale in Obergösgen. Verständlicherweise will hier niemand reden. © Bruno Kissling

Nach dem Überfall im Volg-Laden Obergösgen Ende Juli meldete sich der Täter bekanntlich noch am gleichen Tag selbst bei der Polizei. Der Unbekannte, ein 49-jähriger Italiener, hatte sich zunächst bei der Kantonspolizei Aargau gestellt. Daraufhin wurde er von der Kapo Solothurn abgeführt und verhört. Die Polizei meinte damals gegenüber dem Fernsehsender Tele M1, dass es eher aussergewöhnlich sei, dass sich ein Täter von sich aus stelle. Einzig eine betroffene Kundin, die zur Zeit des Überfalls gerade im Laden war, zeigte sich gegenüber dem Fernsehsender auskunftsfreudig. Von den Angestellten kam damals niemand zu Wort, was verständlich ist, zumal nach so einem Vorfall der Schock gross ist.

Mitarbeiter werden geschützt
Bis heute spricht niemand über die Tat, die zum Glück glimpflich ablief. Nachgefragt in der betroffenen Volg-Filiale in Obergösgen, verweigerten die Angestellten ein Gespräch mit dieser Zeitung: «Wir wollen von uns aus nicht reden», betont eine Frau am Telefon vehement. Corrinne Kutter von der Kommunikationszentrale Volg Konsumwaren AG in Winterthur sagt allerdings dazu: «Zum Schutz der Mitarbeitenden ist ein Interview mit ihnen nicht möglich.» Natürlich wird vorgesorgt und präventiv vorgegangen: «Es gibt verschiedene Sicherheitsvorkehrungen in den Volg-Läden. Wir bitten um Verständnis, dass wir dazu keine Angaben machen können», so Kutter.

Trotz Fahndung nicht gefunden
Nun ist es kein Geheimnis, dass immer wieder kleine Detailhandels-Läden überfallen werden, manchmal sogar wiederholt. Keine zwei Jahre ist es her, als der Volg Obergösgen schon mal überfallen wurde: Damals stürmte wochentags um 16 Uhr ein Unbekannter mit Handfeuerwaffe hinein, bedrohte die Angestellten und flüchtete zu Fuss mit mehreren hundert Franken Bargeld.

Obwohl damals die Kapo Solothurn in Zusammenarbeit mit der Kapo Aargau sofort eine Fahndung einleitete, wurde der Täter nie gefunden. Der Unbekannte wurde damals als etwa 185 cm grosser und «jüngerer» Mann geschildert, der eine dunkle Jacke mit hellem Fell an der Kapuze trug.

Ist die Wahrnehmung subjektiv, wenn behauptet wird: «Es werden immer wieder Volg-Filialen überfallen»? Corinne Kutter von der Volg-Zentrale: «Im Schweizer Detailhandel kommt es leider immer wieder zu Überfällen. Was die Volg-Läden anbelangt, können wir keine aussergewöhnliche Häufung feststellen.» Zudem sei die Aufklärungsrate bei Überfällen auf Volg-Filialen sehr hoch und die Täter würden meist gefasst.

«Unterschiedliches Vorgehen»
Ob der 49-jährige Italiener, der vor ein paar Tagen den Volg in Obergösgen überfiel, für weitere Überfälle verantwortlich ist, weiss man bei der Polizei noch nicht: «Derzeit gibt es keine entsprechenden Hinweise», heisst es weiter. Auch über sein Motiv ist aus Persönlichkeitsrechten nichts Spezifisches zu erfahren. Laut Polizei kann dies niemand verallgemeinern, denn: «Das Vorgehen von Tätern ist sehr unterschiedlich.»

Am Donnerstag des 26. Juli 2018 hatte ein Unbekannter kurz vor Ladenschluss den Volg in Obergösgen überfallen und die Angestellte mit einer Faustfeuerwaffe bedroht. Nebst dem Überfall 2017 kam es in den vergangenen viereinhalb Jahren zu insgesamt drei Überfällen auf den Volg in Obergösgen. Im Jahr 2014 war es ebenfalls passiert, allerdings wollte sich dazu weder bei der Kapo noch bei Volg jemand äussern.

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