Disziplin ist angesagt: Wasser sparen – für die Bauern

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Seit 4. August dürfen die Bauern im Suhrental zwischen Reitnau und Schöftland kein Wasser mehr aus der Suhre zum Wässern ihrer Felder benutzen. Ein Entnahmeverbot unterhalb von Schöftland steht zur Diskussion, ebenso entlang der Uerke. «Damit die Ernte der Bauern nicht vertrocknet, brauchen sie nun anderes Wasser», sagt Yvo Laib, Chef des Führungsorgans (RFO) Suhrental-Uerkental. Doch auch bei den Trinkwasserreserven ist die Lage angespannt. Noch sei genügend Wasser vorhanden, beruhigt Laib. «Wir sehen aber, dass wir den Grundwasserpegel in der Region arg beanspruchen und dieser deshalb täglich sinkt.» Sorgen bereitet Laib die Tatsache, dass der Wasserverbrauch momentan deutlich höher ist als im «Jahrhundertsommer» 2003. Als Grund dafür vermutet er weniger das Bevölkerungswachstum, sondern vielmehr den Luxus in der Region: unzählige private Gartenschwimmbäder und Gärten, die regelmässig grosse Wassermengen verschlingen. Ausserdem war die Hitzeperiode vor 15 Jahren kürzer als in diesem Jahr.

Wasser sparen ist angesagt
Am Montagabend haben die Brunnenmeister und Feuerwehrkommandanten der 16 im RFO Suhrental-Uerkental organisierten Gemeinden zusammen mit dem RFO-Stab und dem Präsidenten des Gemeindeverbandes getagt. Es war die erste Sitzung zum Thema Wasserverbrauch und Wassersparen. «Im Rahmen der Besprechungen zum Feuerungsverbot war das Thema aber bereits präsent», sagt Yvo Laib. Am Montagabend war es nun das Ziel, einerseits eine Lösung für die Bauern zu finden, damit ihre Ernte nicht vertrocknet, andererseits aber auch Regelungen zu erlassen, die für alle beteiligten Gemeinden gelten. «Und das ist gar nicht so einfach. Wir können nicht 16 Gemeinden über den gleichen Leist scheren», sagt Yvo Laib.

Die Wassersituation gestaltet sich in jeder Gemeinde anders: Die meisten Gemeinden im Suhren- und Uerkental werden über Grundwasser versorgt, einige wenige mit Trinkwasserquellen. Diese Quellen sind teilweise nicht mehr so ergiebig, oder es lässt sich abschätzen, dass sie bald nicht mehr genügend ergiebig sind. «Im Moment versorgen wir deshalb fast das ganze Suhren- und Uerkental mit Grundwasser», sagt Yvo Laib. Dies sei so in Ordnung. Aber eben: Ewig steht diese Ressource nicht zur Verfügung. Darum ist nun Wasser sparen angesagt. «Die Idee ist, dass wir das Wasser, das die Haushaltungen einsparen, den Landwirten zur Verfügung stellen können», erklärt Laib. Die Grundwasserreserven noch mehr zu beanspruchen, sei keine Lösung. «Die Brunnenmeister sehen mit Sorgen dem Herbst und dem Winter entgegen. Werden diese genauso trocken, wird es eng.» Sieben bis acht Wochen dauere es, bis sich die Grundwasserpegel wieder erholt haben – sofern es in dieser Zeit dann auch entsprechend regnet.

Empfehlungen statt Verbote
Das Bulletin mit Empfehlungen zum Wassersparen, das vom RFO nun ausgearbeitet wird, soll für alle 16 am RFO beteiligten Gemeinden in den Bezirken Zofingen, Aarau und Kulm gelten. Es würden bewusst Empfehlungen herausgegeben, da die Umsetzung von Verboten schwierig sei. «Unser Ziel ist, dass wir gar nie Verbote aussprechen müssen», sagt Laib. Er setzt dabei auf die Vernunft der Bevölkerung, analog wie beim Feuerverbot. Am 1. August habe es gut geklappt, dass sich die Bevölkerung an die Anweisungen gehalten habe, sagt Yvo Laib. «Wenn die Bevölkerung in den nächsten Monaten diszipliniert mit dem Wasser umgeht, werden wir grössere Katastrophen verhindern können.» Yvo Laib bringt deshalb das Wort Katastrophe ins Spiel, weil auch das Löschwasser eine grosse Rolle spielt. Der Kanton Aargau lässt das Feuerverbot im Freien bestehen – das Waldbrandrisiko sei weiterhin sehr hoch, teilte er gestern mit. Die für Freitag angekündigten Abkühlung und die Niederschläge würden voraussichtlich nicht ausreichen, um die Lage zu entspannen.

Im Ernstfall dürfen die Feuerwehren zwar immer noch aus der Suhre Wasser entnehmen, diese wird im Moment aber nicht genügend Wasser liefern. Also müssten die Feuerwehrtrupps im Notfall die Löschreserven in den Wasserreservoirs anzapfen – und diese müssten dann wieder mit Grundwasser aufgefüllt werden.

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