Zeltplatzchef Dirk Stolp: «Zeltplatzgäste nehmen Bussen bewusst in Kauf»

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Zufrieden: Zeltplatzchef Dirk Stolp. (Bild: Tobias Walt)

Herr Stolp, Sie haben pünktlich um 8 Uhr mit einer Glocke die Eröffnung des Heitere-Zeltplatzes eingeläutet. Warum haben Sie es dieses Jahr zum ersten Mal so gehandhabt?

Dirk Stolp: Ich bin nun schon seit 15 Jahren dabei und nun hatten wir das Gefühl, wir sollten diese Eröffnung etwas ritualisieren. Das hat auch damit zu tun, dass der Ansturm auf den Zeltplatz in den letzten Jahren etwas ausgeartet ist und wir es etwas formeller gestalten wollten. Die Eröffnung ist ein gutes Gefühl für mich. Jetzt wissen wir, es geht los.

Der Beginn des Zeltaufbaus ist erst seit 8 Uhr erlaubt. Haben sich alle daran gehalten?

Auf jeden Fall lief es viel besser als in den Jahren zuvor. Man darf das Material vor 8 Uhr abladen, aber noch nicht mit dem Aufbau beginnen. Gestern haben wir in den sozialen Medien Konsequenzen angedroht, für den Fall, dass sich jemand nicht daran halten sollte. Das hat offenbar gewirkt.

Trotzdem musste die Polizei in der Nacht einige Bussen aussprechen ...

Das ist richtig. Die Polizei hat seit heute Morgen um 3 Uhr insgesamt 15 Fahrzeuglenker zu je 100 Franken gebüsst, welche verbotenerweise die Strasse auf den Heitern hochgefahren sind. Diese Leute sind unbelehrbar. Sie haben diese Busse aber zumeist einkalkuliert. Wenn man eine grössere Gruppe ist, dann nimmt man die Busse in Kauf und teilt die 100 Franken untereinander auf. Hauptsache, man hat das Material oben.

Was sind die wichtigsten Regeln auf dem Zeltplatz?

Dass die Grenzen Richtung Naturschutzgebiet und Wald eingehalten werden. Es ist auch wichtig, dass die Wege freigehalten werden, für den Fall, dass es brennt oder wir Verletzte abtransportieren müssen. Zu beachten gilt es auch das kantonale Feuerverbot.

Wie gehen Sie vor, wenn sich Personen nicht an die Regeln halten?

Unser Modell ist dreistufig. Das Zeltplatzteam sucht immer erst das Gespräch mit den Leuten. Wir suchen eine friedliche Lösung mit ihnen. Wenn die Leute nicht auf uns hören, ziehen wir die Security bei. Hilft dies auch nichts, holen wir als dritten Schritt die Polizei.

Welche relevanten Neuerungen gibt es auf dem Zeltplatz dieses Jahr?

Erstmals gibt es den Camper’s Boulevard. Wir haben Kontakt zu Besuchern aufgenommen, welche schon seit Jahren in der ersten Reihe des Zeltplatzes mit tollen Aktionen auffallen. Diese haben von uns spezielle Vergünstigungen sowie eine Zufahrtsbewilligung erhalten, damit sie ihre Konstruktionen aufbauen können und so den Zeltplatz etwas attraktiver gestalten.

Zum ersten Mal gibt es ja auch einen Stellplatz für Wohnwagen und Wohnmobile auf der Schützenmatte …

Genau. Es sind 22 Anmeldungen eingegangen. Damit sind wir ausgebucht. Dieser Stellplatz war für uns ein Herzenswunsch. Wir finden es fantastisch, dass die Stadt Zofingen auf uns zugekommen ist und uns dieses Angebot gemacht hat.

Sind Sie von der grossen Nachfrage überrascht? Die Ankündigung des Angebots war ja sehr kurzfristig ...

Wir haben in den letzten Jahren laufend Mails von Leuten erhalten, welche uns gefragt haben, ob es einen Wohnmobilstellplatz gibt. Wir mussten all diese Leute dann nach Aarburg auf den Campingplatz Wiggerspitz schicken. Auch in diesem Jahr haben wir die Anfragen gesammelt und waren deshalb sicher, dass einige Anmeldungen eingehen werden. Ich denke, wir haben ein gutes Angebot geschaffen. Nun müssen wir schauen, wie die Resonanz aus der Bevölkerung ausfällt, wenn mitten in der Stadt plötzlich ein Stellplatz steht. Gerade bezüglich Lärm und Abfall wird es interessant sein, Rückmeldungen von den Anwohnern zu bekommen. Ich werde mindestens dreimal täglich auf dem Stellplatz vorbeischauen, mit den Leuten reden und dafür sorgen, dass Sauberkeit und Ordnung herrscht.

Ich habe vorhin beobachtet, wie Sie von allen Seiten angesprochen und mit Fragen gelöchert werden. Welches sind die häufigsten Anliegen, welche die Leute an Sie haben?

Die Leute wollen meistens wissen, in welchen Zeltplatzsektor sie zugeordnet wurden und wo sich der Stromanschluss befindet. Ich habe aber ein starkes Team mit 20 Leuten im Rücken, welche alle Fragen kompetent beantworten können.

Worauf freuen Sie sich am meisten in den nächsten paar Tagen?

Auf ein gutes Fest mit den Leuten, ich hoffe auf möglichst wenige Konflikte und auf viele zufriedene Gesichter, welche sich am Sonntag verabschieden und sagen, dass sie eine super Zeit gehabt hätten. Die netten Leute, die ich kenne und auch jedes Jahr wiederkommen, sind ein Erlebnis für mich.

Feuerverbot auch am Festival

Wegen der anhaltenden Trockenheit gilt im Kanton Aargau bis auf weiteres ein striktes Feuerverbot. Dieses betrifft auch die Besucher des Heitere Open Airs in Zofingen. Das bei Festivalbesuchern allseits beliebte Grillieren auf eigens mitgebrachten Kohlegrills ist dieses Jahr nicht zugelassen. Konkret bedeutet dies, dass auf dem Zeltplatz keine offene Flamme entfacht werden darf. «Es ist nicht einmal erlaubt, eine brennende Zigarette in die Wiese fallen zu lassen», mahnt Dirk Stolp, Zeltplatzchef am Heitere Open Air.

Feststehende Gasgrills und Gaskocher dürfen in Absprache mit der Feuerwehr und der Polizei nur mit einer Gasflasche mit maximal 5 Kilogramm Inhalt und nur unter Aufsicht betrieben werden. Sie müssen über eine Auffangschale verfügen und auf stabilen Füssen auf ebenen Flächen ausserhalb der Zelte stehen.

Ausserdem stehen zentrale Gas-Grill-Stationen auf dem Gelände zur Verfügung. «Das Wichtigste ist, dass alle sich daran halten, dass keine offenen Flammen wie Kerzen, Lagerfeuer oder Kohlegrills die Leute gefährden», sagt Dirk Stolp. Die Organisatoren des Open Airs machten gestern in den sozialen Medien noch einmal auf die wichtigsten Regeln aufgrund des Feuerverbots aufmerksam.

Einmal Regen reicht kaum

 

Laut Wetterprognosen dürfte am Donnerstag zwar zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder flächendeckender Regen fallen. Dirk Stolp geht jedoch nicht davon aus, dass ein Regentag ausreichen wird, dass der Kanton das geltende Feuerverbot aufhebt. «Ausserdem befindet sich das Festivalgelände so nah am Wald, dass das Risiko noch einmal grösser ist», so Stolp. Man werde auf jeden Fall die Weisungen des Kantons befolgen. (twa)

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