Enttäuscht – oder doch nicht? Jan Hochstrassers Kampf mit den Gefühlen

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Fragender Blick von Jan Hochstrasser: Nach dem Zieleinlauf wusste der Safenwiler nicht so recht, was er von seinem Resultat halten sollte. (Bild: Keystone/Walter Bieri)

Am Ende herrschte bei Jan Hochstrasser Ratlosigkeit. Wenige Augenblicke nach dem Zieleinlauf im dritten Vorlauf über 1500 m an den Leichtathletik-Europameisterschaften in Berlin wusste der 29-jährige Safenwiler nicht so recht, was er von seiner Leistung halten sollte. Als Neunter seines Vorlaufs verpasste Hochstrasser, der mit 3:42,80 rund vier Sekunden über seiner Anfang Juli in Brüssel aufgestellten persönlichen Bestzeit blieb, den Final von morgen Freitag auf den ersten Blick klar.

Weil der Aargauer aber ein mutiges Rennen zeigte und bis 200 Meter vor dem Ziel an der Spitze des Feldes mitmischte, wurde er für seinen Aufwand schlecht belohnt. «Ich bin hin- und hergerissen, wie zufrieden ich sein soll», sagte Jan Hochstrasser. Einerseits sei er mit dem 19. Gesamtplatz besser gelaufen als es der EM-Melderang 25 erwarten liess. «Das ist sicher gut», meinte Hochstrasser, «trotzdem bin ich enttäuscht, weil mehr möglich gewesen wäre.»

In der Tat präsentierte sich die Ausgangslage bei seinem Start vielversprechend. Aufgrund der Zeiten aus den beiden vorangegangenen Vorläufen war klar, dass eine Zeit unter 3:41 für den Final reichen würde. «Da stieg bei mir die Hoffnung, dass heute mein Tag sein könnte», blickte Jan Hochstrasser zurück. Bereits auf den ersten Metern preschte das frühere Aktivmitglied des TV Zofingen Leichtathletik an die Spitze und führte das Feld bis zur 100-Meter-Marke an, ehe Hochstrasser etwas Tempo rausnahm. «Ich habe nicht geplant, vorne weg zu laufen», erklärte er, «ich wollte anderen diese Aufgabe überlassen und an zweiter oder dritter Stelle mitlaufen.»

Weil Hochstrasser von der Konkurrenz aber keine Unterstützung erhielt, entschloss er sich dazu, das Feld kontrolliert anzuführen, um den Schlussspurt aus einer idealen Position heraus in Angriff nehmen zu können. Das schien letztlich zu viel Kraft zu kosten: Auf den letzten Metern wurde Hochstrasser nach hinten durchgereicht. «So schlecht war die Taktik nicht. Als es losging, war ich vorne dabei. Wahrscheinlich habe ich mich am Schluss verkrampft», bilanzierte der Läufer des BTV Aarau. Er habe versucht, seine kleine Chance zu nutzen. «Alleine ist das immer schwierig, vor allem bei dieser Hitze.»

Zukunft noch offen
Trotz EM-Aus kehrt Jan Hochstrasser wie vorgesehen erst am Montag zurück. Er feuert im Stadion jene Schweizer an, die im Einsatz stehen und wird seinen Wettkampf reflektieren. Ab nächster Woche will sich Hochstrasser dann Gedanken über seine persönliche Zukunft machen. Ein erster Austausch mit Beat Aeschbacher hat bereits stattgefunden. «Wir haben besprochen, welche Optionen es für mich gibt, und was es dazu braucht», erklärt Hochstrasser. «Die Frage ist: Zu was bin ich bereit, und wie hungrig bin ich?»

EM-Auftakt für Géraldine Ruckstuhl
Am dritten Tag der Leichtathletik-EM in Berlin greift Géraldine Ruckstuhl ins Geschehen ein. Die 20-jährige Athletin aus Altbüron bestreitet heute und morgen Freitag den Siebenkampf – ihren ersten in dieser Saison. «Die Form ist gut», sagte Ruckstuhl, die sich 6000 Punkte zum Minimalziel gesetzt hat. «Sonst bin ich nicht zufrieden.» Nach dem 110-m-Hürdensprint (10 Uhr) folgen Hochsprung (11.05), Kugelstossen (19.15) und der 200-m-Sprint (20.30). Am zweiten Wettkampftag stehen Weitsprung (10.50), Speerwurf (12.50) und der 800-m-Lauf (20.20) auf dem Programm. (pka/sda)

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