«Leider nur eine kurzfristige Entlastung und Abkühlung»

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Aus Sicht des Kantons werden präventive Aufrufe zum sparsamen Umgang mit Trinkwasser begrüsst, erklärt Daniel Christen vom Kanton Luzern. (Symbolbild: Keystone)

Der Kanton Luzern hat Anfang August die Wasserentnahmen bis auf wenige Gewässer widerrufen. Erste Gemeinden riefen zum sparsamen Umgang mit Wasser auf. Wie sieht jetzt die generelle Situation aus?

Die bisherigen Niederschläge haben nur geringe Auswirkungen auf die Abflüsse. Nach wie vor können Wasserentnahmen für Bewässerungen nur noch am Vierwaldstätter-, Sempacher-, Baldegger- und Hallwilersee sowie an der Reuss bewilligt werden. Die tieferen Lufttemperaturen und der Niederschlag wirken sich leicht entlastend auf die Wassertemperaturen aus. Die Wasserversorgung liegt im Kanton in der Zuständigkeit der Wasserversorgungen beziehungsweise der Gemeinden. Eine aktuelle Übersicht liegt dem Kanton nicht vor. Wir wissen jedoch, dass die Lage teilweise angespannt ist. Aus Sicht Kanton wird deshalb der präventive Aufruf zum sparsamen Umgang mit Trinkwasser begrüsst.

Gibts Zahlen bezüglich Notabfischen?

Die Zeit der Notabfischungen ist auch nach den vereinzelten Regenfällen nicht vorbei. Seit dem 2. Juli hat die Fischereiaufsicht der Dienststelle Landwirtschaft und Wald bisher 40 Einsätze geleistet. Wenn sich die Situation entspannt hat, wird eine offizielle Bilanz über die Notabfischungen im Rahmen einer Medienmitteilung erfolgen.

In den letzten Tagen gab es Regenfälle, allerdings nicht ausgiebig. Hatten diese überhaupt einen Einfluss?

Leider nur eine kurzfristige Entlastung und Abkühlung. Damit die Pegel an den Gewässern steigen und sich die Grundwasserstände wieder erholen, sind lang anhaltende Niederschläge erforderlich.

Die Pegelstände von Seen und Flüssen sind tief, auch die Grundwasserpegel sind gesunken. Wie steht es allgemein um die Grundwasserstände? Gibt es regionale Unterschiede?

Aktuell liegen die Grundwasserspiegel unter dem langjährigen Mittel, je nach Region im Bereich des langjährigen Tiefststandes. Die Quellschüttungen sind regional unterschiedlich, aber zu grossen Teilen und erstaunlicherweise immer noch durchschnittlich ergiebig.

Wie verbreitet sind im Kanton Luzern Grundwasserverbände (wie im Wiggertal vom Aargau bis Dagmersellen) – gibt es regionale Absprachen oder schaut fast jede Gemeinde für sich?

Das ist regional unterschiedlich. In gewissen Gebieten schaut noch jede Gemeinde für sich, in andern besteht ein enger Austausch, insbesondere dort, wo die regionalen Wasserversorgungsplanungen aufgenommen wurden. Grundsätzlich betreiben und planen die Gemeinden die Wasserversorgung im Kanton Luzern. So deckt der Grundwasserverband Wiggertal die Interessen der Grundwassernutzer im Gebiet ab Dagmersellen bis zur Mündung der Wigger in die Aare im Kanton Aargau ab und arbeitet in der regionalen Wasserversorgungsplanung im oberen Luthern-/ Wiggertal eng mit dem Regionalen Entwicklungsträger West zusammen. Der RET West hat auch im Entlebuch die regionale Wasserversorgungsplanung aufgenommen. In der Region Sempachersee – Sursee– Michelsamt hat sich aus der regionalen Wasserversorgungsplanung die Aquaregio gebildet, in der sich Gemeinden und lokale Wasserversorgungen zusammengeschlossen haben.

Und sonst?

Um in Zukunft mit vermehrt auftretenden Trockenperioden die Wasserversorgung sicher und effizient gewährleisten zu können, ist eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den Wasserversorgungen und eine stärkere Vernetzung der Versorgungen wichtig. Grundlage dafür bilden regionale Wasserversorgungsplanungen.

Haben die Trockenheit oder spätere, eventuell stärkere Regenfälle einen Einfluss auf die Trinkwasserqualität?

Bei fachgerecht erstellten Trinkwasserfassungen, die von genügend grossen Grundwasserschutzzonen geschützt sind, gibt es weder bei Trockenheit noch bei starken Niederschlägen einen Einfluss auf die Trinkwasserqualität. Die Wasserversorgung ist zudem zur regelmässigen Kontrolle der Trinkwasserqualität nach Lebensmittelrecht verpflichtet.

Wie lange dauert es in der Regel, bis stärkere Regenfälle Einfluss auf den Grundwasserspiegel haben?

Die Grundwasserstände in den Regionen sind eng verknüpft mit der Niederschlagsmenge der vergangenen Monate. Die Grundwasserstände reagieren verzögert auf die Niederschläge. Die Reaktionszeit variiert stark je nach Grundwasservorkommen und Region. Grundwasserleiter, die durch Flüsse wie Reuss und Kleine Emme gespeist werden, reagieren eher kurzfristig. Tief liegende Grundwasservorkommen hingegen längerfristig verzögert.

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