Das grosse Aufräumen nach der Party - erstmals «Recycling-Coaches» eingesetzt - VIDEO

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Schon am frühen Montagmorgen sah der Heitere wesentlich aufgeräumter aus als in den Vorjahren. (Fotos: Oliver Schweizer)
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Franz Bucher aus Rickenbach sucht nach Getränken.
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Beni Gut, Chef Reinigung &Entsorgung Heitere Open Air

Montagmorgen um halb acht: Der Heitere-Zeltplatz in Zofingen ist bereits erstaunlich leer. In regelmässigen Abständen türmen sich Abfallhaufen, typischerweise bestehend aus zerlegten Pavillons, Klappstühlen, Bierkartons und einigen Müllsäcken. Dazwischen sieht der Platz bereits sehr sauber aus, lose herumliegenden Müll sieht man kaum.

Für Franz Bucher aus Rickenbach ist die sichtbar gestiegene Entsorgungsmoral in gewisser Hinsicht eine leichte Enttäuschung: «Letztes Jahr hatte ich um diese Zeit rund 110 noch verschlossene Mineralflaschen und verschiedenste Lebensmittel in ungeöffneten Packungen eingesammelt. Heuer habe ich noch nicht mal zehn Flaschen gefunden.» Ähnlich erfolglos agieren drei Jugendliche, die den Wecker am Montagmorgen früh gestellt haben in der Hoffnung, «ein bisschen Bier und andere Alkoholika für eine kleine Party» zu sammeln. Nach einer Dreiviertelstunde haben sie immerhin eine Kühlbox und einen Rucksack füllen können und ziehen zufrieden ab.

Camper tragen Verantwortung
Nicht, dass Beni Gut, Chef Reinigung und Entsorgung, den «Getränkejägern» den Misserfolg persönlich gönnen mag, aber für ihn sind solche Meldungen ein erfreuliches Indiz dafür, dass das neue Konzept des Entsorgungsteams bereits Früchte getragen hat: «Wir sind am Sonntagabend zum ersten Mal mit

30 zusätzlichen Helferinnen und Helfern, sogenannten Recycling-Coaches, auf dem Zeltplatz im Einsatz gewesen und haben die Leute mit Rat und Tat beim Sortieren, Entsorgen, Abbauen und Schleppen geholfen. Das kam sehr gut an und wir haben deutlich gemerkt, dass die Mehrheit der Festivalbesucher eigentlich schon willens ist, ihren Platz sauber zu hinterlassen. Aber nach drei Tagen ohne Schlaf, dafür mit reichlich Alkohol, brauchen manche halt etwas zusätzliche Motivation.»

Die Aktion, das gibt Entsorgungschef Gut unumwunden zu, hatte neben dem praktischen Nutzen auch eine pädagogische Absicht: «Unser Entsorgungsteam wird nicht dafür bezahlt, dass die Camper auf dem Gelände einfach konsumieren und danach alles stehen und liegen lassen können – so nach dem Motto ‹Nach uns die Sintflut›. Auch sie tragen ein Stück Verantwortung für das, was sie hier hinterlassen. Ich finde es wichtig, dass die Camper das realisieren. Das Schöne ist: Bei vielen ist diese Botschaft meines Erachtens tatsächlich angekommen.»

Bis am Freitag wird aufgeräumt
Bis der Heitere wieder blitzblank ist, wird es noch ein paar Tage dauern, schätzt Gut: «Wir sind ab sofort mit 40 Leuten am Aufräumen, Trennen und Entsorgen, aber da wir abwarten müssen, bis alles schwere Material vom Festivalgelände abtransportiert wurde, um wirklich allen Abfall zu erwischen, werden wir am Freitag wohl die letzten sein, die im Einsatz stehen.» Dann muss Gut dringend an die Arbeit, um die Helferinnen und Helfer zu unterstützen, die bereits voller Elan dafür sorgen, dass auch das Heitere 2018 keinerlei bleibende Spuren hinterlässt.

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