Verbote, die keiner will

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Chefredaktor Philippe Pfister.

Diese Woche auf einer Männertoilette: Mir fällt auf, dass eine Spülung läuft und läuft und läuft. Sauberstes Trinkwasser geht buchstäblich den Bach runter, Liter um Liter, einfach so. Sofort kommt mir das tags zuvor geführte Gespräch mit Yvo Laib in den Sinn, das Sie ab Seite 30 lesen können. Laib kämpfte letztes Jahr gegen die Folgen des Unwetters, dieses Jahr machen ihm Hitze, Trockenheit und der Wasserverbrauch Sorgen. Laib ist Chef des Regionalen Führungsorgans Suhrental-Uerkental, dem zivilen Kommandostab für 16 Gemeinden bei «Katastrophen und Notlagen», wie es offiziell heisst. Katastrophal ist die Situation nicht, noch nicht. Trotzdem gibt es zu denken, was der besonnene und erfahrene Laib zu Protokoll gibt. Erstaunlich sei, dass der Wasserverbrauch im Moment sehr hoch ist. «Die Quellen haben wenig Zufluss, sie gehen kontinuierlich zurück. Der Grundwasserspiegel senkt sich stetig ab. Das kann nicht so weitergehen.» Die Aufrufe, Wasser zu sparen, fruchteten bis jetzt offenbar wenig –  trotz Warnungen der Meteorologen, die Trockenheit könnte bis in den Oktober hinein anhalten. Jetzt stehen Verbote an, zum Beispiel den Rasen zu wässern oder Privatpools (von denen es bereits eine Unmenge gibt) zu füllen. Auch die Schliessung einer Badi sei nicht ausgeschlossen. Dass wir Toiletten mit Trinkwasser spülen, findet Laib schlicht «wahnsinnig». Der Umgang mit dem Wasser müsse viel bewusster werden, appelliert Laib. Denn Experten gehen davon aus, dass extreme Wetterlagen nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel sind. «Anhaltende Hitzewellen und Dürreperioden – ähnlich wie die der letzten Wochen. Das könnte durchaus zur neuen Normalität werden», sagt Martin Bertogg, Leiter des Bereichs Naturgefahren beim Rückversicherer Swiss Re (mehr dazu Seite 33).

Umso ernüchternder ist die Bilanz nach dem Gespräch mit Yvo Laib: Die Hitze hat mit uns vieles angestellt – nachhaltig eingebrannt hat sie das Thema Wassersparen offenbar nicht. Ganz nach dem Motto: «Ich zahle das Wasser, also brauche ich es auch.» Dieser Egoismus bleibe bestehen, solange keine finanziellen Anreize oder Verbote bestünden, meint Laib. Ich hoffe, er täuscht sich. Und befürchte: Er hat recht.

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