Nach Brutalo-Foul im Cup: Aaraus Marco Schneuwly fällt lange aus

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Marco Schneuwly (r.) wurde beim Cup-Knorz in Amriswil brutal gefoult. (Bild: Marc Schumacher/freshfocus)

Es war einer der wenigen Lichtblicke beim Aarauer Cup-Minisieg in Amriswil (2:1 n.V.): Das 1:0 in der 20. Minute durch Mickael Almeida. Vorbereitet hatte den Treffer Marco Schneuwly mit einer genauen Flanke auf den Fuss des Sturmpartners. Immerhin ein Assist - auch wenn Schneuwly in erster Linie fürs Toreschiessen geholt wurde, in allen fünf bisherigen Pflichtspielen aber erfolglos blieb.

Doch die Hoffnung, dass mit diesem kleinen persönlichen Erfolgserlebnis die Bremsen beim Fribourger gelöst sind, zerplatzt wie eine Seifenblase.

Kurz nach dem 1:0 wird Schneuwly von einem Amriswiler brutal gefoult. Der 33-Jährige versucht nach dem Tritt auf den linken Fuss zwar, weiterzuspielen, doch die Schmerzen sind zu gross: In der Pause bleibt er in der Kabine. Schon da hat FCA-Trainer Patrick Rahmen die Befürchtung, dass sein wichtigster Stürmer lange ausfallen wird.

Am Dienstag die bittere Gewissheit: Syndesmosebandriss im linken Knöchel. Ausfalldauer? Sagen wir so: Die Chancen, dass Schneuwly in diesem Kalenderjahr nochmals ein Match bestreiten wird, sind klein.

Der Ausfall des Sturmführers zwingt FCA-Sportchef Sandro Burki dazu, so schnell wie möglich Ersatz zu verpflichten. Polemisch kann man jetzt fragen: «Für was? Der Ausfall eines in fünf Spielen torlosen Stürmers ist doch kein Verlust!»

Antwort: Schneuwly ist der einzige erfahrene Stürmer im Kader. Schneuwly hat in fünf Spielen zwei brauchbare Vorlagen bekommen, mehr nicht, er leidet also auch unter der miserablen Passqualität der Teamkollegen. Weiter: Mit Schneuwly bricht ein Teil der routinierten Mittel-Achse weg, die jede ambitionierte Mannschaft braucht. Und mit Ausnahme von Mickael Almeida (2 Saisontore) hat sich bislang kein Offensivspieler aufgedrängt, Schneuwlys Platz zu erben. Doch Almeida ist erst 19-jährig und schwankend in seinen Leistungen. Damit, ihn zum Stürmer Nummer 1 zu machen, wäre niemandem gedient.

Am naheliegendsten wäre ein Vertrag für Goran Karanovic. Der Wohler ist nach drei Jahren in Frankreich vereinslos und trainiert seit zwei Monaten beim FCA mit. Gäbe es nur die sportliche Sicht, hätten Rahmen und Burki den 30-Jährigen längst verpflichtet. Doch bei jedem Transfer entscheidet die finanzielle Komponente mit - und diesbezüglich liegen Karanovic und der FC Aarau trotz Entgegenkommens beider Parteien meilenweit auseinander.

Mehr Geld kann der FCA auch jetzt kaum bieten, denn ein Teil der Transferbudget-Resten sind weiterhin für einen Defensivspieler reserviert. Neben Karanovic stehen weitere Stürmer auf der Kandidaten-Liste - doch weil Karanovic die internen Abläufe kennt und vertraut ist mit den Teamkollegen, ist er die Wunschlösung. Deshalb werden jetzt nochmals intensivere Gespräche mit ihm geführt. Aaraus Trumpf: Die Zeit. Scheinbar hat Karanovic bis jetzt keine anderen Angebote. In den nächsten Wochen aber sollte der frühere St. Galler, Servettien und Luzerner einen Arbeitgeber finden, um nicht in der Versenkung zu verschwinden.

Ob Karanovic oder ein anderer: Der Schneuwly-Ersatz wird beim Kellerkracher am Samstag gegen Chiasso mit grösster Wahrscheinlichkeit noch nicht auf dem Platz stehen. Was die Aufgabe in diesem wegweisenden Spiel zusätzlich erschwert: Eine weitere Niederlage hätte wohl Abstiegskampf bis zum Saisonende zur Folge. Mit dem ersten Ligasieg hingegen wäre das Tabellenmittelfeld wieder in Sichtweite.

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