Siegfried von Rekord zu Rekord: Die Börse applaudiert – mehr Lohn gibt's aber kaum

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Insgesamt investierte Siegfried seit 2013 in Zofingen 160 Millionen Franken; hier das neue Administrationsgebäude. zvg

Die Siegfried Gruppe mit Hauptsitz in Zofingen kann erneut hervorragende Zahlen vorweisen. Finanzchef Reto Suter sprach gestern anlässlich der Präsentation des Halbjahresergebnisses von einem «erfreulichen, schönen Zahlenkranz»:

Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr 2018 auf 377,2 Millionen Franken, in der Vorjahresperiode waren es noch 349,1 Millionen.

Der Betriebsgewinn Ebitda stieg um 20,1 Prozent auf 63,5 Millionen Franken (Vorjahr: 52,9 Millionen Franken). Der Reingewinn kletterte gar um 41,1 Prozent auf 30,5 Millionen Franken.

«Wie geplant steigert Siegfried die Verkäufe kontinuierlich. Die Erträge und der operative Cashflow wachsen überproportional», sagte CEO Rudolf Hanko. Erfahrungsgemäss sei zudem das zweite Halbjahr das stärkere: «Wir rechnen deshalb mit einem sehr guten 2018.» Das Unternehmen peilt längerfristig einen Umsatz von 900 Millionen Franken pro Jahr und eine Ebitda-Marge von 20 Prozent an.

Börse applaudiert
Auch an der Börse hatte die Siegfried Holding AG im letzten Jahr einen sensationellen Lauf: Vor einem Jahr kostete eine Aktie 281.50 Franken, gestern Abend schloss sie bei 429.50 Franken.

Im Produktionsneubau in Zofingen werde die Produktion schrittweise erhöht, teilte das Unternehmen weiter mit. Insgesamt 120 Millionen Franken hat Siegfried in das Werk inklusive Logistikgebäude und Laborarbeitsplätze investiert. Der Logistikbau wird ab Ende des dritten Quartals bezugsbereit sein; auch die Investition in die rund 40 neuen Laborplätze verlaufe plangemäss. Sie werden im 4. Quartal dieses Jahres bezugsbereit sein, hiess es dazu.

Trotz erfreulichen Zahlen und guten Aussichten: Zufrieden ist man mit dem Standort Zofingen an der Siegfried-Spitze nicht. «Zofingen muss innerhalb des Konzerns konkurrenzfähig gemacht werden», hatte CEO Rudolf Hanko anlässlich der Generalversammlung im April gesagt. Er machte damals klar, dass es in Zofingen deshalb keine Lohnerhöhungen geben werde. Im Interview mit dieser Zeitung sagte Hanko gestern, man habe zwar Fortschritte erzielt. Beim Resultat habe sich das allerdings noch nicht niedergeschlagen. Bei einem Nein zu Lohnerhöhungen wird es deshalb wohl bleiben (siehe rechts).

Mit einem voraussichtlichen Rekordergebnis 2018 hinterlässt Rudolf Hanko ein Erbe, auf das der 63-Jährige stolz sein kann. Ende Jahr tritt er als CEO zurück; Nachfolger wird Wolfgang Wienand, seit 2010 Leiter der globalen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Die Kontinuität an der Spitze ist also gesichert. Stimmt nächstes Jahr die Generalversammlung zu, wird Rudolf Hanko Mitglied des Siegfried-Verwaltungsrates.

«Standort wieder in die schwarzen Zahlen führen»

Rudolf Hanko übernahm 2009 die operative Leitung von Siegfried. Ende Jahr tritt der 63-Jährige als CEO ab.

Herr Hanko, Sie haben anlässlich der Generalversammlung im April gesagt, Zofingen müsse innerhalb des Konzerns konkurrenzfähig gemacht werden. Wo stehen Sie in diesem Prozess, und sind Sie mit der Entwicklung des Standortes Zofingen zufrieden?

Die Situation hat sich verbessert. Wir sind mit den Fortschritten zufrieden. Beim Resultat hat sich das allerdings noch nicht niedergeschlagen. Da werden noch weitere Verbesserungen in den Prozessen notwendig sein.

Wie hat sich der Personalbestand in Zofingen in den letzten Jahren entwickelt? Ist in den nächsten Monaten mit einem Stellenzuwachs zu rechnen?

Wir haben seit Ende 2015 in Zofingen rund 30 Stellen aufgebaut, hauptsächlich in der Konzernzentrale. Mit einem weiteren Zuwachs ist nicht zu rechnen.

Sie haben an der GV ebenfalls erwähnt, dass zur Verbesserung der Ertragslage in Zofingen keine Lohnerhöhungen vorgesehen seien. Bleibt es bei dieser Massnahme, können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Zofingen 2018 keine Lohnerhöhungen erwarten?

Leider ist das Ergebnis in Zofingen – wie erwähnt – immer noch nicht dort, wo es sein sollte. Deshalb kann diese Frage heute mit Ja beantwortet werden. Das Jahresendergebnis ist aber abzuwarten.

Wie wichtig ist der Standort Zofingen für das Unternehmen künftig?

Zofingen ist die Zentrale der Siegfried Gruppe und gleichzeitig ein wichtiger Produktionsstandort. Unsere Anstrengungen, den Standort wieder in die schwarzen Zahlen zu führen, gehen weiter. Noch sind wir nicht am Ziel.

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