Startschuss für 300 neue Wohnungen in Wauwil

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Für praktisch jeden Wohnungstyp soll etwas dabei sein: von Studios, Zweieinhalb- und Dreieinhalb- bis hin zu Viereinhalbzimmerwohnungen. Visualisierung: zvg

Der kleine weisse Pavillon hat zwei Spitzen, die in die Luft recken wie Erstklässler ihre Hände. Zum Glück, denn auf der Brache, die etwa der Grösse zweier Fussballfelder entspricht, könnte man das Zelt schlichtweg übersehen. Und das wäre aus zwei Gründen bedauerlich: Zum einen ist es an diesem heiss-sonnigen Mittwochvormittag der einzige Schattenspender weit und breit. Zum anderen öffnet sich darunter ein neues Kapitel der Geschichte Wauwils: Mit einem Spatenstich ist gestern der Start für den Bau eines kleinen Dorfes im Dorf gefeiert worden. In sechs Etappen planen die Eigentümer eine Überbauung des ehemaligen Glasi-Areals mit rund 300 Wohnungen innerhalb der nächsten fünfzehn Jahre.

Aber eins nach dem anderen: Zuerst sollen in den nächsten zwei Jahren für 43 Millionen Franken sechs Mehrfamilienhäuser mit 77 Mietwohnungen und über 1800 Quadratmetern Gewerbefläche entstehen – ein Mieter wird der Grossdetaillist Coop sein. Geplant ist, dass die Studios, Zweieinhalb-, Dreieinhalb- und Viereinhalbzimmerwohnungen Anfang 2020 bezugsbereit sind. Der Mietzins soll 10 bis 15 Prozent tiefer liegen als in Sursee, sagt André Hunkeler, Verwaltungsratspräsident der Chance Glasi AG im Schatten des Zeltes. Er war es, der vor zwei Jahren mit drei anderen Unternehmern die Aktiengesellschaft gegründet hatte, die in der Folge den Kaufvertrag für die erste Etappe unterschrieb. Zudem sicherte sie sich das Kaufrecht für weitere 6200 Quadratmeter, worauf zusätzlich 60 Wohnungen entstehen sollen.

Bevor es zur obligaten Fotosession des Spatenstichs kommt, richtet sich André Hunkeler mit wenigen Worten an die Behördenmitglieder der Gemeinde Wauwil und an die Nachbarn, die den Pavillon gefunden haben. Ihnen, der Chance Glasi AG mit Sitz in Schenkon, sei es wichtig, dass das geschichtsträchtige Grundstück sinnvoll weitergenutzt werde. «Für mich ist diese Baustelle ein gutes Beispiel für die aktuelle Raumplanung im Sinne des verdichteten Bauens», sagt Hunkeler auf der Brache, die zwischen Bahngeleise und Dorfstrasse gepresst ist. Auch die Gemeindepräsidentin Annelies Gassmann zeigt sich bei ihrer Ansprache erfreut ob des Spatenstichs. Dieses Projekt sei geschichtsträchtig für Wauwil, weil die Gemeinde durch das Quartier ein Bevölkerungswachstum von 700 bis 800 Personen prognostiziert.

Zum Schluss kommt auch Beat Odinga zu Wort, er, der das Ganze eigentlich zu verantworten hat. Vor zehn Jahren sei er das erste Mal in Wauwil gewesen, als der Platz noch keine Brache war und noch kein weisser Pavillon dastand. Als ehemaliger Geschäftsführer der Stadtbauentwicklungs AG mit Sitz in Uster – heute ist er Verwaltungs-Vizepräsident – hat er 2012 im Namen der Immobilienfirma das gesamte Areal erworben. Dieses weist rund 30 000 Quadratmeter auf. Nun sind noch ungefähr 14 000 Quadratmeter (Etappe 3 bis 5) im Besitz dieser Firma. 8000 Quadratmeter (Etappe 6) gehören der Gemeinde Wauwil. Wann diese überbaut werden, ist aber noch unklar.

Stationen Glasi-Areal

 

Glasproduktion von 1934 bis 1993 

PET-Produktion von 1993 bis 2002

Zwischennutzung durch Vereine ab 2002

Ausarbeitung Gesamtkonzept und Planung der Chance Glasi Wauwil ab 2010

Ende des Rückbaus des Glasi-Areals im Februar 2018

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