Von der Acony zur Kalimba Sansula: Oftringer Musikladen präsentiert seltene Instrumente

Roger Lüscher zeigt seine Sammlung an seltenen Musikinstrumenten. Laura Wernli
Eine solche «Oil Can»-Gitarre spielt Büne Huber.
Die Kalimba Sansula hat ihren Ursprung südlich der Sahara.

Vom Tag der seltsamen Musik hat Roger Lüscher noch nie etwas gehört. Von seltsamen Musikinstrumenten schon, von denen es bei ihm ein paar zu kaufen gibt. Lüscher ist der Inhaber des gleichnamigen Musikgeschäfts in Oftringen. Bei ihm finden sich neben Gitarren, Pianos und Schlagzeuge auch weitaus seltenere Instrumente – etwa die vietnamesische Maultrommel. In einem Zimmer versteckt sich ein digitales Xylofon. «Das wurde in England gebaut. Wir sind in der Schweiz die Einzigen, die es verkaufen», so Lüscher. «Erst kürzlich hat ein Theater in St. Gallen eines gekauft und einmal ein Musiker aus Italien.» Bei den Akkordeons steht ein weiteres seltenes Exemplar. «Das ist eine Acony», sagt Lüscher und steigt auf einen Zweitritt, um das bronze-goldene Instrument von seinem Ehrenplatz herunter zu holen. «Es ist ein sehr seltenes japanisches Instrument aus den 60er Jahren.»

Ein Acony ist eine Art Akkordeon mit Trompete. «Der Klang ist sehr speziell, eine Mischung aus beiden Instrumenten», erzählt Roger Lüscher und spielt darauf Mani Matters «Hemmige».

Ein weiteres ungewöhnliches Instrument ist das Zupfinstrument namens Kalimba Sansula. Aber auch die «Oil Can»-Gitarren aus Kapstadt haben Seltenheitswert. «Eine dieser Öl-Kannen-Gitarren hat Büne Huber gekauft.» Nicht gerade selten, dafür umso auffälliger ist das Digital Saxofon oder das Auto-Harp, eine Art Harfe.

Seltene Instrumente sind zwar speziell, viel Umsatz bringen sie nicht. «Eine grosse Nachfrage besteht für Akkordeons», sagt Lüscher. «Das hat aber sicher auch damit zu tun, dass ich dieses Instrument studiert und viele Jahre unterrichtet habe.» Akkordeons aus seinem Geschäft sieht man auch auf grossen Bühnen: «Nebst vielen anderen spielen die Bands Troubas Kater und Trauffer mit Instrumenten von uns», sagt er. «Es freut mich, dass das Akkordeon an Beliebtheit gewinnt.» Und das in einer Zeit, in der immer weniger Musikinstrumente gekauft werden. «Gerade die Schülerzahlen stagnieren. Dafür haben wir umso mehr ältere Personen, die wieder ein Instrument lernen möchten.» Viele Kinder würden sich zu wenig Zeit zum Üben nehmen. «Dabei würden 20 Minuten am Tag völlig reichen», so Lüscher. «Aber der Ehrgeiz fehlt einfach manchmal.»

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