Boowald-Strecke: Überwachungskameras sind schon länger ausser Betrieb

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Seit längerem nur noch Zierde: die Überwachungskameras auf der Boowald-Strecke zwischen St. Urban und Vordemwald. lwe
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Archivbild Raphael Nadler

Die Boowald-Strecke zwischen Vordemwald und St. Urban gehört immer noch zu den beliebtesten «Rennstrecken» im Mittelland. Letzte Woche hat die Kantonspolizei Aargau elf Töff- und zwei Autofahrer wegen riskanten Fahrmanövern und Lärmemissionen verzeigt. Dabei hat der Kanton Aargau im Frühling 2011 den unerwünschten Rasern mit Überwachungskameras das Handwerk legen wollen. 100 000 Franken wurden in die damals einzigartige Massnahme investiert. «Wir nutzten die Kameras um abzuklären, ob ‹Verkehrssünder› auf der Strecke sind und entschieden aufgrund dessen, ob wir eine Patrouille losschicken», sagt Bernhard Graser, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau. «Die Kapo hat nur bescheidene Möglichkeiten, um gegen die Rowdys vorzugehen, und die Kameras entlasteten uns.»

Aufgrund der Position der Überwachungskameras mussten diese und das dazugehörende Modem durch eine Solaranlage gespeist werden. Dementsprechend teuer war die Anschaffung. Anfänglich zeigten die Kameras abschreckende Wirkung: «Auf der Boowald-Strecke finden kaum mehr Rennen statt», schrieb das Langenthaler Tagblatt im August 2011 und zitierte Anwohner der Gemeinden St. Urban und Roggwil – sie waren begeistert.

Die Ruhe hielt aber nicht für lange Zeit. Immer wieder kam es zu unerlaubten Rennen – und immer wieder wurden Verkehrsrowdys verzeigt. «Die Lärmemissionen durch laute Töff und quietschende Autos haben wieder massiv zugenommen», sagt ein Anwohner.

Nun ist auch klar, warum: Seit längerer Zeit sind die Kameras ausser Betrieb. «Es liegt ein technisches Problem vor», sagt der Sprecher der Kantonspolizei. Seit wann die Kameras nur noch zur Zierde im Boowald stehen und keine Bilder mehr in die Notrufzentrale liefern, weiss niemand so genau. «Definitiv aber seit dem Umzug der Notrufzentrale am 25. April 2017 nach Aarau.»

Das Rennstrecken-Problem ist auch beim Kanton Aargau bekannt. «Da es auf dieser Strecke sehr selten zu Unfällen kommt, sind keine Massnahmen geplant», sagt Daniel Schwerzmann, Unterabteilungsleiter der Abteilung Tiefbau beim Verkehrsmanagement des Kantons Aargau. Da es sich bei der Strasse von Vordemwald nach St. Urban um eine Schwerverkehrsroute handle, sei es für den Kanton unmöglich, Schwellen oder andere Massnahmen zur Verkehrsberuhigung einzubauen. Die Geschwindigkeit sei auch nicht das Problem, so Daniel Schwerzmann weiter. «Sondern die Klappenauspuffsanlagen der Fahrzeuge. Mit so einem Auspuff braucht es nicht viele Stundenkilometer, um viel Lärm zu veranstalten.»

«Dieser ist teilweise so laut, dass die Mitarbeiter der Notrufzentrale bei Anrufen von geplagten Anwohnern das Getöse durchs Telefon hören», bestätigt Bernhard Graser von der Kantonspolizei. Besonders beliebt ist die «schönste Rennstrecke der Schweiz», wie es in diversen Videos im Internet heisst, vom Frühling bis Herbst in den Abendstunden und an Sonntagen.

Was nun mit den teuren Kameras passiert, muss die Kantonspolizei Aargau entscheiden. Geht es nach den Anwohnern, «so müssen diese möglichst schnell wieder in Betrieb genommen werden.» Viele Töff- und Autofahrer sehen das natürlich anders. Fortsetzung folgt.

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