Lebensqualität: Wettingen liegt im Städteranking neu vor Baden

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Wie hoch ist die Lebensqualität in Schweizer Städten und Gemeinden? Das Ranking der «Weltwoche» beantwortet diese Frage Jahr für Jahr. 2017 fiel Baden hinter Aarau und Wettingen zurück, und auch in der neusten Rangliste für das laufende Jahr mit 921 Ortschaften hat sich an der Hierarchie nichts geändert. Der Trend der vergangenen fünf Jahre ist eindeutig: Zwar hat Baden dieses Jahr Plätze gut gemacht, doch die Stadt ist seit 2013 von Platz 32 auf 101 zurückgefallen. In derselben Zeit haben sich beispielsweise Aarau, Wettingen und Spreitenbach deutlich verbessert (siehe Tabelle).

Aus Badener Sicht könnte man nun die Methodik infrage stellen, denn die «Weltwoche» hat die Messgrössen teilweise verändert. Doch davon will Thomas Lütolf, Leiter Standortmarketing der Stadt Baden, nichts wissen: «Wir nehmen Rankings zur Standort- und Lebensqualität nicht auf die leichte Schulter. Sie sind ein guter Indikator für Entwicklungen.»

Auffällig: Baden erreicht auch in anderen Städterankings nicht mehr das Topniveau von einst. So in der Rangliste des Beratungsunternehmens Wüest und Partner, die Jahr für Jahr in der Zeitschrift «Bilanz» publiziert wird. Dort hat Aarau Baden vor einigen Jahren überholt und seither auf Distanz gehalten. Vor fünf Jahren noch lag Baden schweizweit auf Rang 8 und Aarau auf Rang 11. Die letzten drei Platzierungen sprechen aber Bände: Aarau (6/5/5) hat sich in der Schweizer Spitze festgesetzt, während Baden (12/12/12) nicht mehr ganz mithalten kann.

Weniger Dynamik als andere Städte

Was ist dran an diesen Städterankings? Ist die Lebensqualität in Baden in den letzten Jahren tatsächlich gesunken? Thomas Lütolf: «Es kommt darauf an, was man als Standort- und Lebensqualität betrachtet. Kultur geniesst bei vielen Menschen einen sehr hohen Stellenwert – für sie ist Baden ein Paradies.» Das widerspiegelt sich in beiden Rankings – punkto Kultur und Freizeit zählt Baden schweizweit zu den allerbesten Adressen. Und auch bei der Bildung muss sich Baden nicht verstecken. «Betreffend Mobilität und Verkehr sind wir aber sicher unter Druck geraten», sagt Lütolf. Womöglich haben sich die lange Bauphase der Schulhausplatzkreuzung und die damit verbundenen Verkehrsbeschränkungen negativ auf die Bewertung ausgewirkt. Zurückgefallen ist Baden gegenüber anderen Städten in beiden Rankings auch beim Kriterium Wohnen: «Andere Städte mit mehr Freiflächen haben sich beim Wohnungsmarkt sicher dynamischer entwickelt», sagt Lütolf. Ausserdem dürften auch die verhältnismässig hohen Badener Immobilien- und Mietpreise einen Einfluss gehabt haben.

Limmattaler Gemeinden im Hoch

Baden nimmt die Rankings so ernst, dass Gespräche mit den Urhebern der Studie geführt werden. «Wir wollen verstehen, welche konkreten Kriterien zum Beispiel bei der Sicherheit gemessen werden.» Bei diesem Kriterium schafft es Baden nur auf den 364. Platz.

Wettingen hat sich im Vergleich zu den Vorjahren bei den Faktoren «Wohnen» sowie «Versorgung» verbessert, die anhand der Anzahl Ärzte, Schulen, Einkaufszentren, Lebensmittelläden, Freizeit- und Kulturangeboten ermittelt wird. Auch die Limmattaler Gemeinde Spreitenbach machte einen Sprung nach vorne, vor allem dank des Kriteriums «Arbeitsmarkt», das Arbeitslosenquote, Firmenneugründungen und Beschäftigte im Dienstleistungssektor widerspiegelt.

Und was hat Aarau in den letzten Jahren besser gemacht, die attraktivste Stadt im Kanton? Stadtpräsident Hansruedi Hilfiker (FDP): «Aarau hat sich in den vergangenen Jahren sicher gut entwickelt. Wir haben die Altstadt aufgewertet, neue Gebiete erschlossen wie etwa das Aeschbach-Areal, und Umfahrungen wurden nach Jahrzehnten der Planung endlich erstellt.» Ausserdem habe Aarau einen neuen Bahnhof erhalten, und auch die Finanzen seien stabil.

Baden habe sich in den 1990er- und 2000er-Jahren schnell verändert, etwa mit der Erschliessung des Areals Baden Nord. «In den vergangenen Jahren war es nun Aarau, das sich entwickelt hat.» Luft nach oben habe die Stadt aber nach wie vor, ist Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker überzeugt: «Betreffend Wirtschaftlichkeit können wir zulegen, und natürlich hoffen wir, dass die Entwicklungen im Torfeld Süd mit dem Fussballstadion gelingen.»

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Weltwoche-Ranking: Wettingen und Spreitenbach legen zu
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