SVP nominiert Nationalrat Hansjörg Knecht: «Wir wollen den Ständeratssitz zurück»

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Hansjörg Knecht, links, und Parteipräsident Thomas Burgherr und Rolf Jäggi, Präsident der Findungskommission. Hansjörg Knecht wird als Ständeratskandidat nominiert, Tegerfelden, 29. August 2018. (Bild: Alex Spichale)

Noch etwas mehr als ein Jahr dauert es bis zu den nächsten eidgenössischen Wahlen. Bereits stehen etliche Interessenten fest, die einen der beiden Aargauer Ständeratssitze holen wollen. Vor Wochenfrist nominierte die CVP ihre Präsidentin Marianne Binder. Am Mittwoch Abend war die Reihe an der SVP. 123 Parteimitglieder, allen voran Landammann Alex Hürzeler und Gesundheitsdirektorin Franziska Roth, fanden dafür ins «SVP-Dorf» Tegerfelden mit einem SVP-Wähleranteil von über 40 Prozent.

Erwartungsgemäss hob der Parteitag mit einer stehenden Ovation den von der Findungskommission vorgeschlagenen Nationalrat, Müllerei-Unternehmer und kantonalen HEV-Präsidenten Hansjörg Knecht auf den Schild. Knecht nimmt damit nach 2015 einen zweiten Anlauf, um den Ständeratssitz zurückzuholen, den seine Partei 2011 an die SP verloren hat.
Parteipräsident Thomas Burgherr gab zuvor schon die Ziele seiner Partei für die eidgenössischen Wahlen bekannt. Man wolle im Nationalrat mindestens den Wähleranteil von 38 Prozent halten, und den Ständeratssitz zurückerobern.

Sogleich warb er für Hansjörg Knecht: «Wir haben einen erfahrenen, guten und glaubwürdigen Unternehmer. Die Chancen stehen sehr gut, mit Knecht den Sitz zurückzuerobern, und den Ständerat wieder in eine bürgerlichere Richtung zu lenken.» Auch bei den Grossratswahlen 2020 wolle man den Wähleranteil (32 Prozent) und natürlich beide Regierungsräte behalten.

Rolf Jäggi, Präsident der Findungskommission, lobte Knecht als aktiven Unternehmer und Nationalrat, «der die Sorgen und Nöte der Menschen bestens kennt». Es brauche Unternehmer wie ihn mit Bodenhaftung in der Kleinen Kammer: «Das ist die beste Kandidatur, die der Aargau und auch die Partei haben kann.»

Knecht: Eine grosse Aufgabe
Für die SVP des Kantons Aargau in den Ständeratswahlkampf zu ziehen und vielleicht sogar als Standesvertreter in Bern zu agieren, sei eine grosse Aufgabe, sagte Knecht. Er möchte diese übernehmen, «weil ich mich gerne für die Schweiz, für den Aargau einsetze». Drei Anliegen stehen für ihn im Vordergrund: eine freiheitliche Wirtschaftsordnung, die Unabhängigkeit des Landes und die direkte Demokratie. An diesen drei Pfeilern gebe es nichts zu rütteln, rief er in den Saal.

Es sei von zentraler Bedeutung, dass die SVP-Stimmen auch im Ständerat vertreten sind, beschwor Knecht die Anwesenden, und weiter: «Auch wenn ich als allfälliger Standesvertreter in erster Linie die Interessen der Aargauer Bevölkerung zu vertreten habe, so fliesst trotzdem enorm viel von unseren Grundwerten in die Diskussion und auch in die Beurteilung der Geschäfte ein.»

Unternehmer mit Praxisbezug
In der Kleinen Kammer in Bundesbern sollten nicht nur noch Berufspolitiker, sondern aktive Unternehmer mit Praxisbezug mitgestalten, forderte Knecht: «Ich erlebe immer wieder mit, dass Entscheide gefällt werden, ohne dass man sich über die konkreten Auswirkungen beispielsweise für die KMU bewusst ist.»

Für ihn sei ein Ständerat quasi auch der verlängerte Arm der Regierung, machte Knecht klar. Da gelte es, für die Anliegen des Aargaus zu kämpfen. In Bern wolle er sich für gute Verkehrsverbindungen einsetzen. Ebenso dafür, dass der Aargau seine Position als Energiekanton halten kann. Er soll Forschungs- und Werkplatz bleiben. In diesem Sinne sei er bereit, so Knecht unter grossem Applaus, «zusammen mit euch eine kreative, pointierte und offensive Wahlkampagne zu führen».

«Man streut Sand in die Augen»
In seiner Präsidialansprache hatte Thomas Burgherr mit Blick auf das eben vorgestellte Kantonsbudget 2019 schon einleitend kritisiert, dieses werde von Finanzdirektor Markus Dieth beschönigt. Gewiss gehe es den Staatsfinanzen besser, gleichwohl «streut man uns Sand in die Augen. Weniger schlecht als angenommen, heisst immer noch nicht gut», so Burgherr. Das Ausgabenwachstum sei immer noch zu hoch.

Klar Nein zur Millionärsinitiative
Die SVP fasste weiter die Parolen für den 23. September. Sie empfiehlt die Millionärsinitiative der Juso mit 123 : 0 zur Ablehnung. Man befürchte bei einer Annahme zu Recht Wegzüge von Reichen, warnte Grossrat Daniel Urech, und: «Der Zuger Finanzdirektor würde sich die Hände reiben.» Nein sagt die SVP auch zur Fair Food- und zur Ernährungssouveränitäts-Initiative, ebenso zum Gegenentwurf zur Velo-Initiative.

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