Einheimische lauern am Powerman Zofingen auf Podestplätze

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Kann sich der Franzose Gaël Le Bellec heuer revanchieren und Titelverteidiger Maxim Kuzmin aus Russland schlagen? (Bild: Michael Wyss)

Sie hat zuletzt neue Massstäbe gesetzt beim Powerman Zofingen: Die Britin Emma Pooley. Viermal in Serie holte sich die im Kanton Zürich lebende Athletin den Sieg. Nun muss die Titelverteidigerin forfait geben: «Seit zwei Monaten kann ich wegen einer Verletzung nicht laufen, selbst locker joggen schmerzt.» Auch eine absolute Zwangspause vom Lauftraining brachte nicht die gewünschte Linderung der Beschwerden. «Es ist für mich natürlich frustrierend, dass ich in Zofingen keine Titelverteidigung versuchen kann.»

Die Abwesenheit der Dominatorin der letzten Jahre eröffnet anderen Gästen aus dem Ausland, aber auch den Schweizerinnen vielversprechende Perspektiven über die 10 km Laufen, 150 Radfahren und 30 km Laufen. Gut möglich, dass der Weltmeistertitel, den die Internationale Triathlon Union (ITU) und die Internationale Powerman Association (IPA) vergeben, im eigenen Land bleibt. Die Flimserin Nina Brenn (WM-Zweite 2016) hat heuer unter anderem den Swissalpine Irontrail und den Gigathlon für sich entschieden, zuletzt siegte sie am Inferno Triathlon vor Petra Eggenschwiler. Die Solothurnerin, die heuer in Zofingen Dritte wurde an der Intervall-Duathlon-SM, ist also ebenso in Form. Mit grossen Ambitionen steigt auch die Bündnerin Nina Zoller ins Rennen, die wie im Vorjahr in die Top 5 will. Melanie Maurer, Mitteldistanz-EM-Zweite aus Wikon/Bern wagt sich ebenfalls erneut auf die Langdistanz. Zu schlagen gilt es für die Einheimischen jenes Duo, das sich im Vorjahr hinter Emma Pooley einen spannenden Kampf um Silber geliefert hatte: Miriam Van Reijen (Ho) und Katrin Esefeld (De), die aktuell die Weltrangliste anführen.

Triathlet gegen Duathleten

Das qualitativ beste Rennen seit jeher wird der Wettbewerb um den WM-Titel der Männer. Vorjahressieger Maxim Kuzmin (Russ) hat seine Saison voll auf den Powerman Zofingen ausgerichtet und reist in die Schweiz, um Gold zu verteidigen. Ganz zuoberst aufs Podest wollen aber auch der Belgier Seppe Odeyn (Sieger 2016) und der Franzose Gaël Le Bellec (Weltmeister 2015 und 2014). Streitig machen will den Titelträgern der letzten vier Jahre den Sieg der aktuelle Weltranglistenerste, der Däne Søren Bystrup: «Zum Abschluss meiner Elite-Karriere will ich in Zofingen nach viermal Platz 3 endlich den WM-Titel holen.» Felix Köhler (De) und Yannick Cadalen (Fr) komplettieren das ausländische Topfeld und sorgen dafür, dass alle Medaillengewinner der letzten vier Jahre am Start sind. Der beste Schweizer Trumpf dürfte Ronnie Schildknecht sein. Der Triathlet kehrt 16 Jahre nach seinem allerersten Langdistanz-Rennen überhaupt nach Zofingen zurück. Nach neun Siegen am Ironman Zürich könnte er mit dem WM-Titel in der Thutstadt seinen 10. Grosserfolg im eigenen Land feiern.

Der Schweizer Duathlon-Nationaltrainer Sami Götz schickt ein starkes Kader ins Rennen: Fabian Zehnder, Rolf Wermelinger, Marc Widmer, Jens-Michael Gossauer, Andreas Kälin, Ramon Krebs und Roberto Delorenzi dürften sich mit Schildknecht um das beste Schweizer Resultat duellieren. «Mindestens eine Medaille und total drei Top-Fünf-Platzierungen erhoffe ich mir», so Nationaltrainer Sami Götz. Um diese Vorgabe zu erfüllen, muss laut Fabian Zehnder, im letzten Jahr Neunter, vieles stimmen: «Es kommt extrem auf den Rennverlauf und auf die Rennkonstellationen an.» Guten Mutes tritt Jens-Michael Gossauer zu seinem bisher längsten Wettkampf an: «Ich rechne mit dem härtesten Tag meines Lebens und will mutig mitfahren.» Die Topten gibt er als Ziel an.

Nebst den Langdistanz-WM-Rennen kommen am Sonntag Wettkämpfe über die Short-Distance zur Austragung. Der Samstag gehört mit den Powerkids- und mit den Family-Rennen dem Nachwuchs und beim Charity-Run kann jeder mit seiner Teilnahme gleichzeitig Laufen und etwas für den guten Zweck tun. Die Startgelder werden dem Spittelhof Zofingen, der Stiftung «Denk an mich» und der Schweizerischen Muskelgesellschaft gespendet.

 

Programm des 30. Powerman Zofingen

Freitag: Ab 18 Uhr: Pastaparty mit Athletenpräsentation.

Samstag: 12 Uhr «Böllerschuss», Start Weltrekordversuch Freddy Nock. – 12.15 bis 16 Uhr: Family Contest im Powerkids- und Youth-Rennen. – 16 Uhr: Start Charity-Run. – 17.30 Uhr: Jubiläumsfeier.

Sonntag: 8 Uhr: Start ITU-WM-Rennen der Frauen. – 9 Uhr: Start ITU-WM-Rennen der Männer. – 09.45 Uhr: Start Short Frauen. – 09.50 Uhr: Start Short Männer. – 12 Uhr: Zieleinlauf Short. – Ca. 15.15 Uhr: Zieleinlauf Weltmeisterin/Weltmeister. – 15.45 Uhr: Siegerehrung in der Arena. – 19 Uhr: Post Race Party im Stadtsaal.

Das komplette Programm und weitere Informationen gibt es online auf www.powerman.ch

 

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