Grünen-Vorstoss: Wer einen Offroader fährt, soll mehr Steuern zahlen

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Symbolbild (Hyundai Tucson (Bild: HO))

Sie sind breit, protzig und beliebt. Ursprünglich für Fahrten im Gelände gebaut, sind Offroader heute immer mehr auch im Flachland auf geteerten Strassen anzutreffen. Daniel Hölzle, den Präsidenten der Grünen Aargau, nerven die «Chärre» schon ewig, wie er unumwunden zugibt. «Das extreme Wetter Anfang August hat gezeigt, was uns in Zukunft klimatechnisch erwartet. Bei den Leuten ist das aber anscheinend noch nicht angekommen. Die Verkaufszahlen von Geländewagen mit hohem Verbrauch steigen weiter», sagt Hölzle. Deshalb will die Fraktion der Grünen den «unsinnigen Trend zu immer grösseren Fahrzeugen» nun übers Portemonnaie stoppen. Wer ein Auto fährt, das ohne Aussenspiegel breiter als 1,8 Meter ist, soll eine zusätzliche Verkehrssteuer zahlen müssen. Diese soll mit zunehmender Breite ansteigen. Am Dienstag hat die Partei im Grossen Rat eine Motion eingereicht, in der sie den Regierungsrat beauftragt, eine entsprechende Gesetzesänderung auszuarbeiten.

Die Grünen erhoffen sich durch die zusätzlich Abgabe einen «Lenkungseffekt zu kleineren effizienteren Fahrzeugen». Denn «die breiten Geländewagen, die erstaunlicherweise nie das Gelände sehen», benötigen mehr Energie. Und der Verkehr trage einen wesentlichen Anteil an den Kohlendioxidemissionen. «Diese müssen dringend gesenkt werden, um die Klimaerwärmung unter zwei Grad zu halten», schreiben die Grünen im Vorstoss.

Dass immer mehr Offroader auf den Strassen unterwegs sind, belastet nicht nur die Umwelt, sondern wird auch zunehmend zum Problem auf den Strassen selber. «Viele Strassen sind zu schmal, um den Bedürfnissen aller Verkehrsteilnehmer gerecht zu werden», sagte Jörg Röthlisberger, Direktor des Bundesamtes für Strassen, kürzlich gegenüber der «SonntagsZeitung». Deshalb müssten Strassen und Parkplätze breiter werden, damit die Geländewagen sicher aneinander vorbeikommen. Wie viel breiter die Strassen werden sollen, ist noch nicht klar. In der «SonntagsZeitung» war die Rede von zehn bis fünfzehn Zentimetern pro Fahrbahn.

Hölzle und seine Fraktion wehren sich gegen breitere Strassen und Parkplätze – nicht nur, weil sie eine Einladung für noch mehr Geländewagen sind, sondern auch, weil dann noch mehr Natur unter dem Asphalt verschwindet. Ganz anders Thierry Burkart. Der FDP-Nationalrat und TCSAargau-Präsident kann der Idee der Grünen nichts abgewinnen. In den letzten 30 Jahren seien alle Autos breiter geworden. «Der Grund sind aber Sicherheitselemente wie Airbags oder Seitenaufprallschutz», sagt Burkart. Wenn jetzt Leute, die ein breites Auto fahren, eine höhere Steuer zahlen sollen, bestrafe man damit nicht per se Besitzer von Offroadern. «Die Breite eines Autos hat keinen direkten Zusammenhang mit dem Verbrauch.»

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