Kein Bezirk hat im Aargau mehr freie Wohnobjekte als Zofingen

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In der Region Zofingen gibt es derzeit eine Überproduktion an Wohnbauten. (Archivbild)

Sie sind ein dominierendes Thema auf dem Schweizer Immobilienmarkt: die leerstehenden Wohnungen. Zwar ist die Zahl der ungenutzten Wohnungen bereits seit neun Jahren am Steigen. Aber gegen 80 000 leerstehende Wohnobjekte landesweit hat es in der Nachkriegszeit noch nicht gegeben – und auch im kommenden Jahr ist mit einem weiteren Anstieg zu rechnen.

Im Kanton gibt es nach neusten Zahlen von Statistik Aargau 8374 freie Wohnungen – eine absolute Höchstzahl, die um 15,1 Prozent über derjenigen des Vorjahrs liegt. Spitzenreiter mit 1376 Objekten ist der Bezirk Zofingen. Im Vergleich: Die Region Baden bringt es auf 1218 Einheiten, der Bezirk Aarau auf 1088. Auch bezüglich Zunahme (plus 283) überschiesst Zofingen die anderen Regionen. Der Grund: Sehr viele neue Wohnbauten, die nicht auf entsprechende Mieter- oder Käufernachfrage stossen. Institutionelle Anleger – Versicherungen und Pensionskassen – flüchten sich angesichts der aktuellen Negativzinsen mit ihren Geldanlagen in den Liegenschaftsbereich.

Rekord für Oftringen
Die grössten Leerwohnungsbestände im Bezirk gibt es in Oftringen mit 423 Einheiten. Das ist Rekord im Kanton. Als Vergleich zählt der Bezirk Muri insgesamt 301 leere Wohnungen. Gross ist die Zahl auch in Brittnau – moderat das Wachstum in Zofingen.

Eine Leerwohnungszählung ist eine Momentaufnahme. Ist eine Wohnung zwar vermietet (oder verkauft), aber noch nicht bezogen, dann ist sie für die Statistik logischerweise leer.

Interessant die Unterscheidung zwischen Einfamilienhäusern und Wohnungen in einem Block – wobei die Statistik auf Gemeindeebene nicht zwischen Miet- und Kaufobjekt unterscheidet. Standen vor einem Jahr im Bezirk 127 Einfamilienhäuser leer, sind es nun deren 105. Eine marginale Abweichung, aber dennoch ein Indiz dafür, dass tiefste Schuldzinsen auf dem regionalen Immobilienmarkt eine kleine Hausse auslösen.

Zahlen gibt es auch zur Grösse der leerstehenden Wohnungen. 34,5 Prozent sind 3-Zimmer-Wohnungen – 32,7 Prozent 4-Zimmer-Wohnungen. 11,1 Prozent der leerstehenden Wohnungen entfallen auf 5-Zimmer-Wohnungen, während die 2-Zimmer-Wohnungen 12,7 Prozent ausmachen.

Tiefere Mieten?
Ist das ein volkswirtschaftliches Problem, oder ist ein gewisser Leerstand nicht unabdingbar, damit ein Wohnungsmarkt reibungslos funktioniert? Diese Zeitung (Ausgabe vom 20. Juni) ging der Frage nach. Die Antwort für die Region Zofingen ist ein «Jein». Die Mietpreise sinken zwar schon – aber mit gewaltiger Verzögerung. Und viele der Objekte gehören dem Hochpreis-Segment an, sind auch nach einem Mietnachlass für viele Leute nicht erschwinglich.

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