Über diese Brücke sollen Fuchs und Dachs gehen

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Die Gesamtkosten für die Wildtierüberfühung in Reiden/Dagmersellen belaufen sich auf 9,8 Millionen Franken. (Visualisierung Astra)

A2 – während das Kürzel für die Menschen ein Synonym für Bewegungsfreiheit darstellt, bedeutet die Autobahn von Basel ins Tessin für Wildtiere das Gegenteil. Das soll sich nun ändern. In den Gemeinden Reiden und Dagmersellen liegt bis 18. September das Bauprojekt einer Wildtierüberführung über die Autobahn auf. Eine begrünte Brücke soll die Wildtiere auf der Wigerematte bei der Gemeindegrenze Reiden/Dagmersellen über die A2 führen.

Die vorgesehene Wildtierüberführung hat eine Breite von 60 und eine Höhe von 4,6 Metern. Die Überführung aus Stahlbeton wird mit einer Erdschicht von 70 Zentimetern überdeckt und mit Sträuchern bepflanzt. Für das Vorhaben muss der Bund vier Grundstückbesitzer enteignen. Die enteigneten Landstücke reichen von 265 bis 1650 Quadratmeter. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 9,8 Millionen Franken. Die geplante Sanierung des Wildtierkorridors findet voraussichtlich in den Jahren 2020 und 2021 in Koordination mit dem Erhaltungsprojekt zwischen Reiden und Sursee statt. 2021 soll im Bereich des Wildkorridors ein neuer Deckbelag eingebaut werden.

Wildtiere brauchen Mobilität

Die östlich und westlich des geplanten Wildkorridors befindlichen sich Waldgebiete Chrüzberg/Ehag und Schallbrig/Buechberg sollen so verbunden werden. «Ohne Mobilität können Wildtiere nicht überleben», heisst es in einem Bericht «Korridore für Wildtiere in der Schweiz», der 2001 von der Schweizerischen Gesellschaft für Wildtierbiologie, der Schweizerischen Vogelwarte und dem Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft publiziert wurde.

Die Gesuchstellerin des Bauprojekts, das Bundesamt für Strassen (Astra), hat bereits vor vier Jahren die ersten Studien durchgeführt, um die optimalen Standorte und Querungstypen innerhalb der Korridore zu prüfen. Im Kanton Luzern bestehen laut ihr drei Wildtierkorridore von überregionaler Bedeutung, die beim Bau der Nationalstrasse in den 1970er-Jahren durchtrennt wurden. Zwei weitere Wildkorridore befinden sich in Neuenkirch und Knutwil. In Knutwil ist eine Unterführung vorgesehen, in Neuenkirch ebenfalls eine Überführung. Beide Vorhaben befinden sich aber noch in einer Planungsphase.

Das Astra und der Kanton Luzern sind gesetzlich (Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz) verpflichtet, die Wildkorridore zu sanieren und Querhilfen für Wildtiere zu erstellen. Obwohl eine Unterführung das Landschaftsbild in Reiden weniger tangiert hätte, entschied man sich für eine Überführung, da der Hochwasserspiegel in der Ebene hoch liegt.

Neben der A2 stellen die Baselstrasse mit ihrer Zubringerstrasse zu den Höfen, die Dagmersellerstrasse und die SBB-Linie Hindernisse dar, heisst es im technischen Bericht zur öffentlichen Planauflage. Ein weiteres Hindernis ist die Wigger, die zwischen der Auftobahn und der Baselstrasse entlang fliesst. Die Wildtierüberführung soll vor allem Füchse und Dachse über die Autobahn leiten. Möglicherweise nutzen auch Rothirsche, Rehe und Wildschweine die Passage. Weitere Potenzialsarten, wie es im Bericht heisst, seien Iltis, Steinmarder, Baummarder und Hermelin.

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