Handschlag mit jedem Besucher – im Säli-Schlössli weht ein frischer Wind

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Jürg Mosimann posiert mit Köchin Fanny Unkauf (inklusive Kronenpastetli) und Servicefachfrau Mandy Schramm (Bild: Bruno Kissling)
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Über diese Treppe gelangt man ins Sälischlössli (Bild: schwe)
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Unschlagbare Aussicht! (Bild: schwe)

Der Handschlag hat es in sich. Obwohl die rechte Pranke von Jürg Mosimann zur Begrüssung kräftig zupackt, ist sie doch überraschend weich. Jeder, der in Zukunft ins Säli-Schlössli eintritt, kommt in den Genuss dieses Handschlages. Denn Mosimann möchte alle Gäste persönlich begrüssen, sich bei ihnen fürs Kommen bedanken und nach dem Besuch auch wieder verabschieden. «Feuer, Emotionen, Motivation. Damit schaffe ich», sagt der 64-Jährige.

Mosimann ist ab heute der neue Gastgeber im Säli-Schlössli. Hochmotiviert geht er die Sache an. Da wo früher ein Bäuchlein war, ist jetzt reichlich Platz unterm T-Shirt. «17 Kilo weniger, seit Februar», sagt er und lacht. Die Planungen, das Ausräumen, der Umbau ... Wenn Mosimann so von den letzten Monaten erzählt, scheint es, als hätte der Vater von drei Töchtern nichts anderes im Kopf als sein Restaurant. Auch einen Tag vor der Neueröffnung wirbelt Mosimann wie ein Irrwisch durch das Schlössli.

Ein Gespräch mit einem Handwerker hier, ein Telefonat da. Multitasking ist offensichtlich überhaupt kein Problem. «Jürg ist ein guter Chef. Er gibt zum Glück nicht nur Anweisungen, sondern packt gleich selber an», sagt Servicefachfrau Mandy Schramm. Gemeinsam mit Köchin Fanny Unkauf leiten die drei das Tagesgeschäft. «Chefs gibt es auf dem Säli-Schlössli keine. Wir arbeiten im Team», sagt Mosimann. Vom Wort Schlossherr will er nichts hören. «Ich bin Gastgeber und Allrounder. Wo es meine Hilfe braucht, packe ich an.»

Daniel Bumann als Inspirierung
Vor dem TV liess sich Mosimann bei der Gestaltung seines Konzepts von SRF-Restaurant-Tester Daniel Bumann inspirieren. «Ich mag, wie direkt er auf Restaurants zugeht.» Mosimann hat von Bumann gelernt, wie wichtig das Optische für das Gelingen eines Restaurants ist, und das Sälischlössli nach seinen Vorstellungen umgebaut. Die frisch geputzte Vitrine mit dem Menü-Plan oberhalb des Parkplatzes, die neuen Tische und Bezüge auf der Terrasse, die Feuerschale, der Seminarraum... Fast überall hat Mosimann kleine, aber feine Veränderungen vorgenommen.

Auch auf der Karte finden sich die Ideen des neuen Gastgebers wieder. Pastetli in Schloss- oder Kronenform werden ebenso serviert wie Speck mit Brot für müde Wanderer. Das Säli-Schlössli soll wieder ein Ort für das Volk werden. Das Essen ist frisch saisonal und regional. Mosimann profitiert hier von seinem breiten Beziehungsnetz. Knapp 20 Betriebe aus Olten und Umgebung beliefern zukünftig das Restaurant.

Ein Leben im Schlösslischatten
Seit bald 65 Jahren schaut Mosimann von seinem Wohnort Aarburg täglich zum Schlössli hinauf. Als Kind sammelte er im Säli-Wald Feuerholz für den heimischen Kamin. Unzählige Male war er als Besucher im Säli-Schlössli. Die vergangenen zweieinhalb Jahre hat Mosimann, der erst seit kurzem über ein Wirtepatent verfügt, an der Seite seiner Vorgängerin Karmen Müller bereits im Restaurant mitgeholfen. In dieser Zeit schrieb das Säli-Schlössli erstmals seit langem wieder schwarze Zahlen.

Mit der Übernahme geht für Mosimann ein Traum in Erfüllung. Wenn er von der Geschichte des Restaurants erzählt, leuchten seine Äuglein. Christa Baranowski, die «Event-Köche», Georg Schellenberg: Mosimann kennt alle seine Vorgänger. Natürlich auch seinen Namensvetter Anton Mosimann. Der Star-Koch, der von der Queen den Orden des Britischen Empire erhielt, betrieb das Säli-Schlössli von 2001 bis 2003. In einem persönlichen Brief wünscht Mosimann Mosimann einen guten Start und «Happy Cooking».

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