Tage des Europäischen Denkmals: Dieser Sakralbau von 1968 steht in Nebikon

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1968 eingeweiht: Pfarrkirche St. Maria in Nebikon. Thomas Blümli

Die Kantone Uri, Schwyz, Luzern, Ob- und Nidwalden nehmen den Denkmaltag 2018 zum Anlass, die Architektur der Nachkriegsjahre in den Fokus zu stellen und den kulturellen und künstlerischen Stellenwert dieser jungen und oft auch verkannten Denkmäler aufzuzeigen. Energetische Anforderungen, innerstädtische Verdichtung und ökonomische Rahmenbedingungen setzen diese Bauten unter einen hohen Veränderungsdruck. Mit diesem Schwerpunkt soll die Diskussion über die jüngsten Denkmäler angestossen und deren technische und künstlerische Kreativität in Wert gesetzt werden.

In kaum einer Epoche wurden so viele Kirchen gebaut wie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Führungen zu Sakralbauten der 1950er- bis 1970er-Jahre stellen die vielfältige Kirchenbauarchitektur der Nachkriegsmoderne in der Innerschweiz in den Mittelpunkt, wie beispielsweise die freie, arenaartige Grundrissgestaltung der Pfarrkirchen St. Johannes in Luzern oder St. Maria in Nebikon. Zurzeit werden in Luzern zwei Wohnhochhäuser umgebaut und saniert: das fächerförmig aufgehende Hochhaus Schönbühl von Alvar Aalto und der sechseckige Wohnturm Fanghöfli von Josef Gasser in Littau. Beide Häuser wurden in den 1960er-Jahren erbaut. Der Denkmaltag bietet die Gelegenheit, die abgeschlossenen Sanierungsarbeiten im Fanghöfli und den Bestand und die aktuellen Umbaupläne im Aalto-Hochhaus zu besichtigen.

In Nebikon ist die Pfarrkirche St. Maria von Bedeutung. Hans-Christian Steiner von der kantonalen Denkmalpflege Luzern für die Führungen zuständig. Sie finden am Samstag, 8. September um 11.15, 12.45 und 13.45 Uhr und Sonntag um 13.45 und 14.45 Uhr statt. Wie der Programmbroschüre entnommen werden kann, ging die Pfarrkirche aus einem Wettbewerb mit 43 Projekten hervor, den Architekt Ernst Studer (1931–2001) gewonnen hat. «Studer darf zu den bedeutendsten Gestaltern von nachkonziliären katholischen Sakralbauten der Schweiz gezählt werden. Die Einweihung des Bauwerks erfolgte 1968. Die Plastizität der Raumhülle wie die qualitätvolle Innenausstattung wird durch eine subtile Lichtführung zur Geltung gebracht. Sie laden zur Betrachtung ein und stehen für die damalige kirchliche Aufbruchstimmung. An der Innenausstattung waren namhafte Künstlerinnen und Künstler ihrer Zeit beteiligt, wie Mandy Volz, Robert Lienhard und Rolf Brem», heisst es.

Im Spannungsfeld
In der Stadt Luzern werden am Denkmaltag Rundgänge zu den Bauten der Nachkriegsmoderne angeboten. Im Fokus stehen Bauten im Spannungsfeld zwischen eigenständiger Architektursprache und städtebaulicher Integration wie z. B. die Kantonale Gebäudeversicherung, das ehem. Priesterseminar St. Beat oder der Sentihof. Seit ihrer ersten Durchführung haben sich die Europäischen Tage des Denkmals zur grössten und erfolgreichsten Veranstaltung im Bereich der Kulturgütererhaltung entwickelt und werden schweizweit jährlich von mehreren zehntausend Personen besucht. Koordiniert werden die Tage des Denkmals in der Schweiz durch die Nationale Informationsstelle für Kulturgüter-Erhaltung NIKE. Organisiert und umgesetzt wird das Programm durch die Fachstellen für Denkmalpflege und Archäologie der Kantone. Auch dieses Jahr haben die fünf Kantone Schwyz, Uri, Nidwalden, Obwalden und Luzern für den Denkmaltag 2018 – in Ergänzung zum von der NIKE herausgegebenen gesamtschweizerischen Programm – eine gemeinsame Programmbroschüre herausgegeben. Das handliche Büchlein beinhaltet rund 30 Standorte in der Innerschweiz, an denen eine reiche Vielfalt von Objekten und Veranstaltungen besucht werden kann – nicht geografisch, sondern dem Thema entsprechend über die Kantonsgrenzen hinweg nach Baugattungen geordnet. (SK)

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