Bloss nicht durchdrehen

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Wie gerne hätte ich vor zwei Wochen das Rad der Zeit zurückgedreht ins Jahr 2001. Dann wurde der Citroën Xsara, den ich seit 2011 besitze, in Verkehr gesetzt. Die ersten paar Jahre fuhr unser Dorfpfarrer das dunkelblaue Auto. Selbstverständlich war er stets auf dem richtigen Weg und lenkte den Boliden mit Gottes Willen unfallfrei durch die Gegend, bis er sein Permis altershalber abgab. Es ist ein Segen, dass auch ich seither keine Pannen beklagte. Allmählich machten sich aber Abnützungserscheinungen bemerkbar. «In diese Karosse würde ich nichts mehr investieren, die musst du auch nicht mehr vorführen», meinte mein Garagist vergangenen Herbst. Als diesen Sommer das Aufgebot für die Motorfahrzeugkontrolle in den Briefkasten flatterte, nahm ich innerlich bereits Abschied von meinem vierrädrigen Gefährt(en), sagte mir aber: bloss nicht durchdrehen. Vielleicht passiert ein Wunder. Und tatsächlich: Blitzblank geputzt wurde mein Citroën vom netten MFK-Beamten doch nicht für schrottreif erklärt.

Und so fährt, fährt, läuft und läuft mein Auto weiter – ein bisschen wie Freddy Nock bei seinem Weltrekordversuch beim Powerman Zofingen. 25 Stunden marschierte der Uerkner im Todesrad, ohne dass sein Motor je ins Stocken geriet. Seien wir ehrlich, irgendwie muss man schon ein Rad weg haben, wenn man so lange die immer selbe Bewegung ausführen kann, ohne dass es einem langweilig wird. Die sportliche und mentale Performance von Freddy Nock ist nicht wegzudiskutieren. Aber das, was die Duathleten zeitgleich im Langdistanz-WM-Rennen leisteten, beeindruckte mich weitaus mehr. Die beiden Aktionen zu vergleichen, ist aber eigentlich, als würde man einen alten Döschwo gegen einen Ferrari auf die Piste schicken.

Noch länger, als ich dasselbe Auto fahre, bin ich alljährlich am Powerman. Dass die Organisatoren heuer das Rad neu erfanden und die Teilnehmer auf dem Velo über eine neue Strecke rollen liessen, passte mir ganz gut in den Kram. Mal was anderes, Wiliberg statt Bodenberg. Um mir einen Eindruck des Parcours zu verschaffen, begab ich mich auf eine Spritztour, immer schön den Powerman-Wegweisern nach. Lange lief alles rund. Aber beim Aufstieg zum höchsten Punkt der neuen Radstrecke musste ich einen Gang zurückschalten, sprich den kleinsten wählen. Mein Citrönchen lief arg auf den Felgen, nicht auszumalen, wie es mir auf dem Velo ergangen wäre. Umso mehr genossen wir beide die Abfahrt und kamen am Ende gut in Zofingen an. Schön, dass dies auch bei fast allen Powerman-Teilnehmern der Fall war – auch wenn sich im Ziel die meisten wohl deutlich älter fühlten als mein Citroën.

 

Bsetzistei ist die wöchentlich erscheinende Kolumne aus der Feder der Redaktorinnen und Redaktoren des Zofinger Tagblatts und der Luzerner Nachrichten.

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