Saisonbeginn: Jagd ist Freude und Verpflichtung

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Die eigentliche Jagd – hier Treiber in Rot und ein Jäger in Gelb – ist nur ein Teil des Weidmannwerks. Hansruedi Aeschbacher/Archiv

Jagd ist wie Prostitution. Jäger entrichten Geld, um ihrer Leidenschaft frönen und den Tötungstrieb ausleben zu können.» – Dieser Satz steht auf der Homepage eines Initiativkomitees, welches im Kanton Zürich die Milizjagd verbieten will (die Abstimmung ist am 23. September). Kommt es zu einem Ja, werden staatlich finanzierte «Regulatoren» kranke und von Autos angefahrene Tiere erlösen – Überbestände korrigieren. Macht das Sinn?

Sylvia Flückiger, SVP-Nationalrätin aus Schöftland und aktive Jägerin, ist entsetzt. Sie sagt, «Gegner der Jagd reden viel, sind oft unfair und haben meistens noch nie wirklich erlebt, was die Arbeit der Jäger umfasst. Auch mir begegnet man hin und wieder mit Unverständnis – kann nicht verstehen, dass ich so etwas mache.»

Wie ist Sylvia Flückiger zur Jagd gekommen? «In meiner Familie hat es schon immer Jäger gegeben, so ist auch mein Bruder Jäger – wir sind oft zusammen jagdlich unterwegs.» Sie habe viel von seinem Fachwissen profitieren können. «An Fauna und Flora war ich schon in der Schulzeit nicht nur interessiert, sondern auch davon fasziniert», sagt sie. «Ich kannte schon damals praktisch sämtliche Pflanzen und Sträucher und die im Wald lebenden Tiere.» Viel später dann der Entschluss, das Jagdpatent zu erwerben. «Mein Mann Hanspeter hat sich mir sofort angeschlossen und zusammen haben wir das Jagdlehrjahr absolviert. Ich erlebte die grosse Verantwortung der Jäger, den Respekt und die Achtung vor den Tieren hautnah mit. Kein Jäger erlegt ein Tier ohne Emotionen.» Die Jagdprüfung sei nicht «ohne» – umfasst vertieftes Wissen über die Natur und die Jagd.

«Mein Mann und ich haben heute ein Jagdrevier in Pacht.» Es sei für sie immer eine grosse Freude und «unglaublich erholsam, nach einem anstrengenden Tag in den Wald zu gehen und vom Hochsitz aus die Umgebung zu geniessen, die Jahreszeit, den Sonnenuntergang oder den Sonnenaufgang, nach und nach innerlich herunterzufahren und den verschiedenen Tönen der Natur zu lauschen».

Der Uhu in der Dämmerung

Sie höre inzwischen sogar das Springkraut, wenn es seinen Samen beim Aufspringen der Kapsel weit von sich schleudert. «Oder ich sehe in der Dämmerung einen Uhu, der seine Runden dreht, morgens sind es die Eichhörnchen, die sich jagen, und natürlich auch viele Füchse und Rehe.» Gerade gestern Abend sei sie nach zwei anstrengenden Kommissionssitzungstagen in Bern abends noch in den Wald gegangen: «Erlebnis und Erholung pur, einfach ein wunderbares Geschenk.» Apropos Bundesparlament: Nationalrätin Flückiger gehört der parlamentarischen Gruppe Jagd und Biodiversität an und ist deren Co-Präsidentin. «Jäger gibt es im Parlament zehn und eine Jägerin – ich.» Zur Initiative in Zürich meint sie: «Das Milizsystem hat sich gut bewährt und erlaubt den Zugang zur Jagd für alle Gesellschaftsschichten und Berufsgattungen.» Staatliche Wildhüter hingegen würden ohne Mehrwert die Staatskasse happig belasten.

Themenwechsel: Am 1. September war Jagdbeginn, konnte man lesen. Für die Patentjagd in den Gebirgskantonen ist dies richtig – im Aargau nur für einen Teil der Tiere. Wir kennen einen Jagdkalender. Rehböcke dürfen von Mai bis Dezember bejagt werden. Wildschweine von Juli bis Februar. Rehgeissen ab September bis Dezember.

Interessant die Abschusszahlen – sie werden pro Revier durch Wildbiologen festgelegt. 2017 wurden im Aargau 5812 Rehe geschossen – 1377 kollidierten mit Autos. Wildschweine? 1531 geschossen und 92 kamen auf der Strasse ums Leben.

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