«Den Stecker ziehen, solange wir noch in Form sind»: Chris von Rohr erklärt das Aus von Krokus

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Gründungsmitglied Chris von Rohr erklärt den Abschied im Interview. (Bild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)

Nach 44 bewegten Jahren, 18 Studio- und 3 Live-Alben, mehr als 15 Millionen verkauften Tonträgern, über 2000 Konzerten auf fünf Kontinenten ist Schluss. Krokus spielen am 7. Dezember 2019, im Hallenstadion Zürich, ihr letztes Konzert.

Zuvor gehen Marc Storace (66), Fernando von Arb (65), Chris von Rohr (66) & Co. aber noch einmal auf Tour. Auf der «Adios Amigos Tour» wollen sie sich von ihren Fans verabschieden. Krokus waren die einzige Schweizer Band, die im Herkunftsland des Rock ’n’ Roll, den USA, wirklich grossen Erfolg hatte und mit den Alben «Headhunter» (1983) und «The Blitz» (1984) Goldstatus erlangte. Die Band erhielt auch die Ehrenbürgerschaft von Memphis, Tennessee. Chris von Rohr, Bassist, Produzent und Sprachrohr der Band, erklärt den Entschluss der Band.

Paul McCartney ist 76 und noch voll im Saft, Mick Jagger (75) ist topfit und Cliff Richard gibt mit 78 ein Comeback. Wieso verabschiedet ihr euch jetzt schon?

Chris von Rohr: Unser Musikstil ist Hardrock, und der ist körperlicher. Da gibt es keinen Schemmelsitzer-Unplugged-Sound oder Relax-Pop. Da gehts zur Sache. Darum wollen wir den Stecker ziehen, solange wir noch richtig in Form sind und unseren Fans auch so in Erinnerung bleiben.

Spürt ihr die Strapazen des Rock-’n’-Roll-Lebens? Spielen bei eurer Entscheidung gesundheitliche Probleme eine Rolle?

Es ist eher eine Voraussicht. Auch wenns uns nicht passt: Wir werden alle körperlich unterwandert. Das darf man keineswegs schönreden. Im Moment ist alles noch super und so wollen wir nach einer Europatour und einem letzten grossen Konzert im Hallenstadion auch abtreten.

Ist das Ende endgültig?

Ja, wir machen das nicht wie einige, die auf der Never-ending-bis-zum-schlag-mich-tot-Abschiedstour sind. Das haben wir auch knallhart vertraglich festgelegt. Nach dem 7. Dezember 2019 ist definitiv Schluss, aber an diesem Abend wird noch mal ein gewaltiges Schlussfeuerwerk gezündet. So viel können wir versprechen.

Schwer vorzustellen, dass ihr euch ganz zurückzieht. Was macht ihr ab 2020?

Wir werden alle irgendwie weitermachen, denn wenn du seit den 60er-Jahren Musiker bist, kannst du das nicht einfach abstellen. Das hast du im Blut. Man lernt immer wieder etwas Neues und das ist das Schöne daran. Es ist unsere natürliche Medizin und Therapie zugleich. Ohne Gitarrenspiel bin ich verloren.

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