Die Vielfalt der Sprachen als Thema beim zweiten Buchfestival

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Das Buchfestival wurde letztes Jahr zum ersten Mal durchgeführt. (Bild: Patrick Lüthy)
In der Stadt Olten leben derzeit Menschen aus über 110 Nationen. Aus diesem Grund steht am zweiten Buchfestival die Sprachenvielfalt im Zentrum. «Es war unser Wunsch, die Sprache in verschiedenen Aspekten zu thematisieren», sagte Alex Summermatter kürzlich an der Medienkonferenz.
 
Er ist zusammen mit Verleger Thomas Knapp verantwortlich für das Programm. Und das sieht an der zweiten Auflage vom 15. bis 18. November so aus: Erstens gibt es am Müsterli-Abend Lesungen des gleichen Autors auf Deutsch wie auch in verschiedenen Fremdsprachen und Dialekten (siehe Kontext).

Zweitens wird der Kurztext «OlteNetIO» von Alexandra von Arx, der an der Eröffnung des Schweizer Schriftstellerwegs prämiert wurde, virtuell auf Weltreise geschickt: 11 Übersetzungen sind bereits fertig, mindestens 5 weitere sollen dazu kommen. Sie stammen von Einwohnern der Region Olten. Die Übersetzung geschieht dabei nicht eins zu eins, sondern wird an die jeweilige Sprachkultur angepasst. Und drittens wird auch der Chor der Nationen aus dem Kanton Solothurn, in dem 60 Frauen und Männer aus 18 Nationen gemeinsam singen, einen Auftritt in der Oltner Stadtkirche haben.

Als weitere Neuheit lancieren die Organisatoren um Trägervereinspräsident Georg Berger einen Schüler-Schreibwettbewerb an der Kantonsschule, am Berufsbildungszentrum und an der Fachhochschule Nordwestschweiz. «Wir wollen so einen Beitrag für die Talententwicklung leisten», sagt Berger, dem als Direktor des Berufsbildungszentrums das Projekt am Herzen liegt. In den nächsten Wochen werden die beiden Slam-Poeten Kilian Ziegler und Phibi Reichling Schreibtipps geben an den drei Schulen, die je einen Sieger stellen werden.

Buchfestival auch im Jahr 2019
Am Festivalcharakter wollen die Organisatoren hingegen festhalten. Zwar gibt es in diesem Jahr mit 49 Veranstaltungen an den vier Tagen deren 10 weniger als bei der Erstauflage. Trotzdem werden auch in diesem Jahr mehrere Anlässe zeitgleich stattfinden – was letztes Jahr im Nachgang kritisiert wurde. Programmverantwortlicher Thomas Knapp dazu: Es seien thematisch unterschiedliche Veranstaltungen, sodass auch ein je unterschiedliches Publikum angesprochen werde.

Die Schützi wird erneut zum Zentrum des Anlasses. Diesmal werden dort aber jeden Tag Veranstaltungen stattfinden, um mehr Leute anzulocken. Die Buchhandlung Lüthy, welche im Kulturzentrum mehrere Tausend Bücher zum Verkauf anbieten wird, beklagte sich letztes Jahr über mangelnde Frequenzen. Neu sind zudem die Öffnungszeiten eingeschränkt und das Verpflegungsangebot wird ausgebaut.

Ebenfalls vermelden konnten die Veranstalter, dass es nächstes Jahr eine dritte Ausgabe des Buchfestivals geben soll. «Der Termin in der Schützi ist bereits gebucht», sagt Knapp vom Leitungsteam, der ab Januar 2019 zudem neuer Geschäftsführer des Kulturzentrums wird. Bereits in diesem Jahr gab es mehr Anfragen von Autoren als 2017. Nun müssen die Organisatoren nur noch die Gunst des Publikums gewinnen: Letztes Jahr verzeichnete man zwischen 2000 und 2300 Besucher. «Die Zahl möchten wir übetreffen», sagte Vereinspräsident Georg Berger.

Programm

Wie letztes Jahr startet auch die zweite Auflage des Buchfestivals am Donnerstag, 15. November, mit einem Müsterli-Abend, an dem es einige mehrsprachige Lesungen gibt. Sieben Autoren und Slam-Poeten treten an sieben Standorten zeitgleich um je 18.30, 19.30 und 20.30 Uhr auf. Am Schluss sind alle sieben Künstler um 21.30 Uhr im Kulturzentrum Schützi nochmals mit Kurzauftritten zu sehen. Unter anderem wird Alex Capus aus seinem neuen Buch «Königskinder» auf Deutsch und Französisch vorlesen oder der Solothurner Autor Franco Supino auf Deutsch und Italienisch.

Weitere bekannte Namen am Buchfestival sind Autor Arno Camenisch, Kabarettist Bänz Friedli, alt Bundesrat Didier Burkhalter oder die ehemalige UN-Chefanklägerin Carla Del Ponte. Auch regionale Vertreter haben ihren Auftritt: Dies sind unter anderem die Oltner Autoren Albert Fischer und Robert Lerch sowie der Grenchner Journalist Peter Brotschi, der aus seinem neuen Buch über den Aviatikpionier Oskar Bider liest. (fmu)

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