Willkommen auf Island!

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Steinar war der Busfahrer auf unserer knapp zweiwöchigen Island-Rundreise. Eine herzensgute isländische Seele, welche sich nicht zu schade war, abends mit der Reisegruppe noch beisammenzusitzen, zu lachen und seinen isländischen Humor zu präsentieren. Steinar ist uns ans Herz gewachsen und wir ihm. So sagte er uns an einem Abend: «Wenn ich euch nun verspreche, euch bis ans Ende eurer Tour zu fahren, dann müsst ihr mir dafür versprechen, im nächsten Jahr wiederzukommen.» Dann würde er uns die Westfjorde Islands zeigen. Seine Heimat. «It’s very beautiful there. Because there are no tourists», fügte er humorvoll an.
Dass Island für den grossen Ansturm der Touristen nur bedingt gerüstet ist, zeigt sich bereits am Flughafen in Keflavik. Die schmalen Gänge müssen sich ankommende und abfliegende Passagiere miteinander teilen. Man trampelt sich auf den Füssen rum. Hotels auf Island sind Mangelware und deswegen sündhaft teuer. Und auch bei den Sehenswürdigkeiten erkennt man das Potenzial, das grosse Geld zu machen. Für einen Toilettengang bezahlen Touristen bis zu 500 Isländische Kronen, was ungefähr 5 Franken entspricht. Immerhin sind die Isländer technisch fortschrittlich. So bezahlte ich zum ersten Mal den Besuch einer Toilette mit Kreditkarte. Der Tourismus bringt Geld nach Island. Auch deshalb fühlt man sich als Gast willkommen auf der Atlantikinsel. Manchmal sogar zu sehr. Als wir eine Unterkunft beziehen wollten, platzierte das Hotel unseren Busfahrer Steinar in ein verschimmeltes Gartenhaus um, da man sein Zimmer kurzfristig an Touristen vermietet hatte. Den isländischen Busfahrer, der ja sowieso keine andere Wahl hat, als hier bei der Gruppe zu übernachten, könne man im Gegensatz zu den geldbringenden Gästen ruhig ins Gartenhaus stecken, hatte man sich wohl gedacht. Als dieser sich wehrte, schmiss ihn der Besitzer raus, sodass Steinar in einem 30 Kilometer entfernten Hotel übernachten musste. Mir als Tourist und somit Mitverursacher dieser Geldgeilheit tat er leid. Doch Steinar begrüsste uns am Morgen danach wieder mit bester Laune und gewohnter Freundlichkeit.
Bleiben tut die Angst, dass Island ein Opfer des eigenen Erfolges wird. Dass man irgendwann die Nase voll hat von den Touristenmassen und die Stimmung auf der Insel kippt, so wie dies zum Beispiel auf Mallorca bereits passiert ist. Ich möchte niemals einen Ort besuchen, an dem ich als Tourist das Gefühl habe, die Einheimischen zu stören. Doch beruhigend wirkt der Gedanke auf mich, dass wir bei Steinar wohl für immer willkommen bleiben. Und zwar nicht wegen des Geldes.

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