Gelernt auf dem Waldgang: Trockenheit fördert den Borkenkäfer

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Die Waldgänger hören den Ausführungen von Förster Martin Leu (l.) aufmerksam zu. Alfred Weigel

Rund 30 Waldbesucher, davon zwei Kinder und ein Hund, begleiteten Martin Leu durch Wald und Flur auf den Wiliberger Höhen. Gemeindeförster Martin Leu kümmert sich seit 1987 um das Wohl des Waldes und dessen Bewirtschaftung, seit 2005 als Leiter des Forstbetriebs Oberes Suhrental der angeschlossenen Gemeinden Attelwil, Reitnau, Schöftland, Staffelbach und Wiliberg. Dem erfahrenen Forstmann darf man gern glauben, dass er jeden Baum kennt. Er hat Bäume wachsen und auch absterben sehen. Sein Augenmerk richtete er am Waldumgang auf die Fichten. Während der langen Trockenperiode befiel der nur 4 bis 5 mm kleine Buchdrucker (lat. Ips typographus), eine Unterart der Borkenkäfer, zirka 1000 Kubikmeter auf der gesamten Betriebsfläche, davon 400 in Privatwäldern. Der Befall im Kanton wird auf rund 100 000 Kubikmeter geschätzt. Erkennbar ist das Werk des Schädlings an starkem Harzfluss und dem damit unverkennbarem Geruch. Bäume, an denen die Rinde wegfällt, hat der Käfer bereits verlassen. Die Larven der sogenannten Rindenbrüter ernähren sich von den saftführenden Baumschichten, dem Bastgewebe. Die Beschädigung der Lebensader des Baumes führt bei starkem Befall zu dessen Absterben. Lange Trockenperioden führen zur starken Vermehrung des Schädlings. In diesem Jahr wird bereits die dritte Generation erwartet. Kälte mache dem Käfer wenig aus, aber Feuchtigkeit im Frühjahr setze ihm zu. Pilzbefall schränke dann die Population ein.

Langsames Absterben des Baumes
Besorgniserregend und wirtschaftlich nicht vernachlässigbar ist das Absterben von Buchen. Das als Rindennekrose bezeichnete Abblättern grosser Rindenstücke unter schwarzen Schleimfluss beziehungsweise Stammfäule führt zur Kronenlichtung, verspätetem Laubaustrieb und schliesslich zum Absterben des Baumes in vier bis acht Jahren ab Befall. Das minderwertige Holz ist nur noch als Energieträger zum Heizen brauchbar. Pfahlwurzler wie die Eiche, Weisstanne und wärmeliebende Baumarten wie die Baumhasel oder die Edelkastanie könnten Buche und Fichte im Wald ablösen. Eine Option wäre auch die in Nordamerika heimische Douglasie. Sie ist zwar ein fremdländischer Baum, soll aber bereits während der Eiszeit in Europa verbreitet gewesen sein.

Starke Qualitätsminderung
Für eine Schwemme und Überversorgung auf dem Holzmarkt sind die Stürme zu Jahresbeginn verantwortlich. Allein «Burglind» sorgte für einen Holzanfall von 3000 bis 7000 Kubikmeter auf der Betriebsfläche des Forstbetriebs Oberes Suhrental, berichtet Leu. Der Nadelholzanteil würde zirka 70 Prozent ausmachen. Häufige Risse in den Stämmen hatten eine starke Qualitätsminderung zur Folge. «Wir sind sturmerprobt und gespannt, wann der Sturm über uns hinwegfegt.» Eine Prise Sarkasmus konnte den Worten des Försters entnommen werden.

Die rund 400 Schweizer Sägereien mit einem Jahreseinschnitt von zirka 1,8 Millionen Kubikmeter sind eingedeckt. Qualitätsverlust und Überangebot lassen die Preise sinken. Der Holzerlös über alle Sortimente liege derzeit bei 71 Franken pro Kubikmeter, 1998 waren es noch 160. Die beeinträchtigte Waldwirtschaft hat die Initiative «Ja, für euse Wald» ins Leben gerufen. Mit einem geforderten Betrag von 25 Franken pro Einwohner soll der Kanton dem Wald als Wirtschaftsfaktor und Freizeitanlage unter die Arme greifen. Zur Entschädigung hoheitlicher Aufgaben stehen rund 2,5 Millionen Franken statt wie bisher 540 000 Franken zur Verfügung, wenn am 25. November die Mehrheit für ein Ja an der Urne stimmt.

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